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Alle Rezensionen zu The Grand Opening
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

In The Midst Of Your Drama
(2010, Tapete/Indigo TR193)

Und noch ein Album, das in einem Überschwang der Gefühle badet. Doch wenn einer wie John Roger Olsson seine Band The Grand Opening nennt und ein Album sogar »IN THE MIDST OF YOUR DRAMA« betitelt, dann weiß man, dass hier geschmachtet und gelitten wird. Dass der Protagonist ein Faible für Americana, für Breitwand-Melancholie und unendlich weite Himmel hat. Dieses Faible scheint generell typisch zu sein für Schweden, denn so wie The Grand Opening orientieren sich auch andere Schweden wie Kristofer Åström, Kristian Kjellvander oder Holmes in genau diese Richtung.

Dank John Roger Olssons samtweicher Stimme bekommt das Gesamtbild allerdings immer einen hoffnungsvollen Anstrich; auch die Trompeten in »Be Steady« zaubern ein Lächeln ins sorgenvolle Gesicht. American Music Club, Savoy Grand oder Bon Iver wurden und werden genannt als Referenzen für diese den Ohren stets schmeichelnde Singer/Songwriter-Band. Doch genau dieses Sanfte, dieses nie Gebrochene, nie Hoffnungslose wird der eigentlich emotional aufgeladenen Musik bisweilen zum Verhängnis. Wenn man sich dann nämlich doch mal nach einem lauten Wort, nach einem flotteren Zwischenspurt oder echter Verzweiflung sehnt, dann ist die Grenze zur Langeweile manchmal nah. (peb)

The Grand Opening: In The Midst Of Your Drama

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.tgomusic.com

   

Beyond The Brightness
(2008, Tapete TR126)

Diese Platte fröstelt. John Roger Olsson verschenkt auf ihr mit schwermütigem Herzen kleine Perlen des Selbstzweifels, der Isolation und Melancholie. Zum Ende hin wird schon genug Herbstblut für das ganze Jahr geflossen sein.

Die neun Tracks geben sich wortkarg, erzählen mit dräuendem und verhalltem Gitarrenpop, werden mit Keyboards in die Tiefe gerissen und betteln förmlich um einen Anorak, der ihnen wieder Wärme einhaucht. Wer sich auf klare, offene Songsprache einigen kann, der ist bei Grand Opening richtig; wer ein einfallsreiches dynamisches Spektrum und richtige Ergriffenheit sucht, sucht besser weiter. Töne als Jubelarien der Niedergeschlagenheit sind es, die Linus Larsson (Anna Ternheim, Ane Brun) eine stimmig atmende Produktion hüllt. (maw)



Siehe auch:
Anna Ternheim
Ane Brun

   

This Is Nowhere To Be Found
(2006, Tapete TR088)

Gefühle sind hier kein Kalkül, sondern ehrlich Erlebtes. Schlicht, schnörkellos und vor allem unprätentiös. Schon der Opener »This Time I Might« klingt wie der Ansatz eines glücklichen Lächelns nach der Erkenntnis einer durchwachten Nacht und verzaubert mit der Macht der Stimme, wie es zuletzt Tiger Lou auf seinem Debüt vermocht hatte.

In seinem Wohnzimmer fast im Alleingang eingespielt, entlockt John Roger Olsson aus Stochholm seinem wohltemperierten Instrumentarium feingesponnene Melodien, die oftmals süß und keiner Form von Realität verhaftet scheinen. Zu schwerelos, zu romantisch und schön pendeln hier tropfenförmige Klänge um kleine Geschichtchen, reißen Narben im Herzen des gepeinigten Zuhörers auf und balsamieren geschundene Seelen wie kleine Sonnenaufgänge. Selbst spannungsarmer Leerlauf gerät hier fast zu einer kontemplativen Angelegenheit. Musik, wie freier Fall. (maw)



Siehe auch:
Tiger Lou



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