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Alle Rezensionen zu Maus
(Genre »Rock«, Land »Island«)

 

Musick
(2003, Smekkleysa Records SM104CD)

Es war nach eigenen Aussagen ihr Meilenstein, ihr »definitives« Album, bei dem alles rund lief. Betrachtet man rückblickend die Maus-Discografie, so lief sie tatsächlich zwangsläufig auf dieses in Deuschtland aufgenommene Album hin, mit sich Maus so poppig, so catchy, so hymnisch wie nie zuvor – und bislang auch nie wieder danach – präsentierten. Wobei Pop relativ ist. Das Songwriting geriet schlüssig auf dem schmalen Grat zwischen Dramatik und Romantik; schwelgende Melodie-Süßlichkeit wird sogleich wieder farblich abgetönt durch wütend geknüppelte Rockwucht: Amp auf 11, und die Belastungsfähigkeit von Drum-Fellen getestet.

Zusammen mit einem beeindruckend dynamischen Wechselspiel zwischen laut und leise entsteht so »Musick« (ein Wortspiel für »sick of music«), die an amerikanischen Alternative erinnert, ohne in deren knödelige Weinerlichkeit abzurutschen. Aber auch die träumerische 4AD-Tristesse hat ihre Spuren zumindest hintergründig bei den Isländern hinterlassen. Das Beton-Cover passt: Das ist Großstadt-Sound für den Alltag. Und das Monument einer Band, die danach – gezwungenermaßen – in den Ruhestand trat. (peb)



Siehe auch:
Biggi
Fræ

 Maus: Musick

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.maus.is

   

Lof Mér Að Falla Að Þínu Eyra
(1997, Smekkleysa Records SPROTI002)

»Erlaube mir, in Dein Ohr zu fallen«. Aber gern: Sänger Biggi hat einen Quantensprung gemacht, und die Band hat gelernt, ihre Energie zu kontrollieren. Zwei Jahre dauerte die Produktion dieses Albums, das manche Kritiker sogar (zu) großspurig als bestes isländisches Rock-Album preisen.

Fest steht: Treibende, fast anheimelnd wirkende Kracher wie »Poppaldin« oder »36 Ungfrú Orðadrepir« haben das Zeug zum Stadionrock, ohne dass der Hörer deswegen das Hirn abschalten muss. »Kristalnótt« schließlich weist den namensgleichen, jedoch nicht indentischen Song von BAP deutlich in seine Schranken. Dass auch noch Roger O'Donnel von The Cure – eines ihrer zahlreichen Vorbilder – bei acht der zehn Tracks als Gast-Keyboarder auftaucht, muss eine große Ehre für die Isländer gewesen sein. (peb)

   

Ghostsongs
(1995, Spor 016326)

Nick Cave lässt grüßen. Nicht stimmlich, aber doch in der Grundstimmung: Dunkle Wave-Melancholie und Spurenelemente von isländischer Folklore haben den anfänglichen Punk zurückgedrängt; sphärische Zwischenspiele lockern den kantig-holprigen Rock auf. Dannis von stetigen Tom-Wirbeln durchsetztes Drum-Spiel fügt sich bestens mit Eggerts knochigem Bass zusammen, und Pallis schnarrende Gitarre treibt Biggis Stimme in immer neue Ekstasen. Wer will, kann hier auch den verschrobenen Charme der frühen Sugarcubes verorten.

Maus hatten sich hörbar Mühe gegeben und viel nachgedacht für dieses Album – was vom Publikum nicht recht honoriert wurde. Hatte man die Hörer überfordert? Aus heutiger Sicht jedenfalls lohnt eine Beschäftigung mit diesem Frühwerk noch immer, denn es steckt voll intelligenter Wendungen und bildet einen wichtigen Zwischenschritt zwischen den Punk-Anfängen und den späteren Pop-Grooves. (peb)

   

Allar Kenningar Heimsins ... Og Ögn Meira
(1994, Smekkleysa Records SM49CD)

»Alle Lehren der Welt ... und ein bisschen mehr« wirkt wie ein Manifest, wie ein Aufbruch, und das ist es eigentlich auch. Maus hatte gerade erst bei einem Band-Wettbewerb gewonnen und nun ihre ganze Energie in dieses erste Album gesteckt, beinflusst von rauem britisch-amerikanischen Indie-Rock und isländischem Punk wie Theyr oder den frühen Sugarcubes.

Maus-typische Charakteristika zeigten sich aber hier schon: überraschende Wendungen, abwechslungsreiches Drumming, eine fiepende Sixties-Orgel kontrastiert den harschen Flange-Fuzz-Gitarrensound. Und Sänger Biggi klingt eben so gar nicht wie ein Punk-Wüterich, sondern eher wie ein waidwunder New Wave-Clochard, der genau weiß, dass er einmal ein guter Rock-Entertainer werden wird. Die noch etwas ungelenke Rotzigkeit des Maus-Debüts macht ein Übermaß an Leidenschaft wett. (peb)



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