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Alle Rezensionen zu Fjarill
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Stark
(2006, Rintintin/Indigo 880962)

Kann es geografisch noch gegensätzlichere Positionen geben? Die schwedische Sängerin und Pianistin Aino Löwenmark stammt vom Hof Hälla in der Nähe des Siljan-Sees in Dalarna; die Geigerin Hanmarie Spiegel kommt aus dem 12.000 Kilometer entfernten Pretoria in Südafrika, wo sie auf einer kleinen Farm namens Rietvlei aufwuchs. Doch gemeinsam musizieren sie, als ob sie sich schon ihr ganzes Leben kennen würden: Ihr Debüt ist durchdrungen von bezaubernden Balladen mit großen Melodien und schwedischer Textpoesie – auf Booklet auch in deutschen Übersetzungen nachlesbar.

Sie veröffentlichen bei einem Hamburger Label, was Mitstreiter erklärt wie Christoph Buhse (Drummer bei Annett Louisan), Sängerin Audrey Motaung oder Trompeter Nils Wülker. Doch die Arrangements bleiben stets einfach, reduziert und von akustischen Instrumenten dominiert, was sich höchst positiv auswirkt und der Ausdruckskraft der beiden Frauen viel Raum lässt. Einziges Manko: Die anfängliche Faszination verfliegt im Laufe der CD etwas wegen fehlender Abwechslung. (peb)



Siehe auch:
Aino Löwenmark

 Fjarill: Stark

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.fjarill.de

   

Kom Hem
(2018, Butter & Fly Records/Indigo IndigoCD154082)

Schon vor der Gründung eines Heimatministeriums in Deutschland haben Aino Löwenmark und Hanmari Spiegel viel über Heimat nachgedacht: Bei zwei Musikerinnen aus Schweden und Südafrika mit Wohnsitz in Hamburg liegt das nah! Und oft schon haben Fjarill über die Ähnlichkeit der beiden Sprachen Schwedisch und Afrikaans gestaunt. Alles dann doch nicht so weit voneinander entfernt! Das siebte Album »KOM HEM« (Komm nach Hause) ist also ein Konzeptalbum über das vielschichtige Thema Heimat geworden. Und erstmals hatten die Künstlerinnen bei der Albumproduktion völlig freie Hand, denn es erscheint auf dem bandeigenen, 2016 gegründeten Label Butter & Fly Records. Viel Raum also, um Neues, Ungewöhnliches auszuprobieren. Ohne dabei ihre Wurzeln im Folkpop zu verleugnen.

Und Neues wagen Fjarill hier tatsächlich! »Inkulenko - Freedom for Africa« ist eine leidenschaftliche, temperamentvolle Freiheitshymne in Zulu, Englisch und Deutsch. Mit reichlich Chorgesang und dem engen Freund, dem Gitarristen Stefan Stoppok, als Gastsänger. Und im nur scheinbar leichtfüßigen »Hypnos« geht es ums Verlieren: sich selbst, die Heimat, die eigene Mitte? Ganz klar: Heimat hat nichts mit deuschtümelndem Brauchtum zu tun, sondern ist eine Sache des inneren Gleichgewichtes. (emv)

Video-Link

   

Tiden
(2013, Edel 0208813CT)

Von wegen zarte Folkpop-Feen! Fjarill zeigen sich auf ihrem fünften Album »TIDEN« ungewohnt temperamentvoll, ohne dabei an innigem Wohlklang einzubüßen. Ganz schön hymnisch geht es hier zu, wenn die beiden Musikerinnen zur Abwechslung zur großen Geste ausholen. Aino Löwenmark und Hanmari Spiegel konzentrieren sich auf ein Thema: Die Zeit, die zu schnelllebig und beliebig geworden ist. In der es schwer fällt, sich aufs Wesentliche zu konzentrieren. Fjarill kontern auf ihre eigene Weise: Mit praller Lebendigkeit und viel, viel Herzblut! Und einem erweiterten musikalischen Spektrum!

Denn mit »Varaz« legen sie einen heiteren, beschwingten Walzer vor, zu dem man gerne die Tanzfläche entern würde! Und mit dem flott-poppigen »Aards« könnten die beiden Künstlerinnen ohne rot zu werden beim Eurovision Song Contest teilnehmen und dabei zu den anspruchsvolleren Kandidaten auf den Sieg im Sangeswettbewerb zählen! Im Titelsong »Tiden« geht es fast schon hektisch zu, mit reichlich Schlagwerk und einem treibenden Bass. Anmutig sind diese Klänge aber immer noch! (emv)

Video-Link

   

Livet
(2010, Rintintin/Indigo 94790-2)

Sie hatten – zumindest in Insiderkreisen – viel viel Aufmerksamkeit bekommen. Vielleicht sogar etwas zu viel, gemessen an ihrer musikalischen Potenz. Doch die Geschichte dieser beiden Musikerinnen – und ihre Klänge sind einfach auch zu schön, um nicht dahinzuschmelzen. Die Schwedin Aino Löwenmark und die Südafrikanerin Hanmari Spiegel finden in Hamburg zusammen. Die eine spielt Klavier, die andere Geigen, beide singen.

Sie veröffentlichen zwei CDs, und nun tauchen sie also wieder auf, lachen uns an mit ihrer Musik, die man trotz aller Naivität nur wahrlich empfinden kann, trotz aller Unbekümmertheit nur berauschend wie einen Sommerabend. Die beiden Frauen sind – ja tatsächlich – etwas mutiger geworden, sie spielen mehr mit ihren Stimmen, mit Einflüssen und Sprachen. Es macht noch mehr Spaß, ihnen zuzuhören. Und dieser Schmetterling hat bewiesen, dass er wahrlich keine Eintagsfliege ist – was zu Beginn noch nicht so eindeutig schein ... (peb)

   

Pilgrim
(2008, Rintintin/Indigo 906952)

Die Behutsamkeit ihrer Kompositionen und die Reinheit ihrer Stimmen prägen auch das zweite Album dieses ungewöhnlichen Duos. Auf Schwedisch intoniert erschließen sich feinsinnige und teils erhabene Melodielandschaften. Ihr Harmoniegut geht eine Symbiose mit festlichen Geigenparts ein und erzeugt eine wärmende Stimmung.

Die Langsamkeit ist programmatisches Element, und so darf man keine Aufreger erwarten, die das erwachsene Zusammenspiel aufbrechen. Das ist zugleich auch etwas schade, denn die Gleichförmigkeit, mit der die Töne die Kehle von Aino Löwenmark verlassen, und der betuliche Instrumenteneinsatz erzeugen bisweilen auch etwas Langeweile. Dennoch: Hier findet das Große im Kleinen statt. (maw)

   

God Jul
(EP, 2008, Rintintin/Indigo 917732)

Das Weihnachtsfest hat eine besondere Bedeutung für Aino Löwenmark und Hanmari Spiegel. Vor vier Jahren gaben sie auf einem Weihnachtsbasar ihr erstes Konzert, und nun beschenken sie sich mit dieser 4-Track-EP quasi selbst: Für die in Hamburg lebende Schwedin Aino war Weihnachten stets »ganz eng mit einer friedlichen Stille verbunden, wo sich die Seelen öffnen«. Auch wenn man die schwedische Sprache nicht versteht, so öffne sich das Herz ihrer Meinung nach gerade deswegen umso stärker für die Musik.

Wie auch immer: Ihre vier Weihnachtshymnen und Lieder über lockeren Schnee passen perfekt zur adventlichen Jahreszeit mit ihrer sensibel austarierten Mischung aus festlicher Fröhlichkeit und nahezu jenseitiger Andacht. Sensibel mit akustischen Instrumenten arrangiert, eindringlich aus vollen Kehlen gesungen und schön entspannt bei der Sache: So wünscht man sich die Fjarill-Damen auch sonst! (peb)



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