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Alle Rezensionen zu Ole Paus
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Sanger Fra Et Hvitmalt Gjerde I Sjelen
(2005, Kirkelig Kulturverksted FXCD 292)

Altersweisheit klingt furchtbar dröge und abgeklärt. Was für ein Trugschluss! Ole Paus, in Norwegen seit Jahrzehnten mit Gitarre und Stimme unterwegs, hat im Lauf seiner langen Karriere nichts an Schärfe, Ironie, Garstigkeit und Zärtlichkeit eingebüsst und sein Talent zum Geschichtenerzählen verfeinert. Er setzt die Worte und Akkorde mit einer scheinbar mühelosen Souveränität, so wie ein Jan Vermeer seine Pinselstriche. Wem das zu akademisch klingt: Entwarnung! Herr Paus liebt Sinnliches: Country und Bluegrass, die galoppierende Mandoline, die schwelgende Slide-Gitarre und die umstürzlerische Maultrommel.

Für das »SANGER«-Album (übersetzt: Lieder vom weißgestrichenen Zaun der Seele!) hat sich der knurrige Paus Unterstützung von den Real Ones geholt, einem respektlosen Neo-Folk-Quintett aus Bergen. Beim Gipfeltreffen von jung und – äähem, etwas älter – fangen die Wunderkerzen zischend Feuer. Am schönsten vielleicht in den zurückgenommen-nachdenklichen Songs wie »Derfor«. Und den vielen Covern von Leonard Cohens »Halleluja« eine unpeinliche und eigenständige Interpretation hinzuzufügen – das macht Paus so schnell keiner nach. (emv)



Siehe auch:
Ole Paus & Jonas Fjeld
Ketil Bjørnstad & Ole Paus
Verschiedene: Følg Oss Hjem, Ole Paus
Verschiedene: Kirkeling Kulturversted

Ole Paus: Sanger Fra Et Hvitmalt Gjerde I Sjelen

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.olepaus.no/

   

Jul I Skippergata
(2006, Kirkelig Kulturverksted FXCD 314)

Hier gibt es keine blinkender Neonsternchen und kein »HOHOHO«-Gebrüll. Liedermacher Ole Paus hat sich einen Ort ausgesucht, an dem die Menschen die Frohe Botschaft besonders gut gebrauchen können. Das Café der Stadtmission in der Skippergata in Oslos Altstadt. An Orten wie diesem sind wir dem ursprünglichen Geist von Weihnachten näher, sagt Paus. Der sehr zurückgenommen agiert und auf den Geist des Blues setzt.

Wer es bislang nicht glauben mochte, dass eine unkitschige Interpretation von »Stille Nacht« gibt, lernt hier das Staunen. Die reduzierte Version des Klassikers bringt das Publikum zum Mitsingen. Sehr anrührend. Sehr innig. Tom Waits und Kurt Wagner von Lambchop hätten an diesem Abend gut dazugepasst. Selbst überzeugten Weihnachtshassern sei diese Aufnahme ans Herz gelegt. (emv)

   

Garman
(1972, Universal 5503492)

Der junge Barde mit den Zauselhaaren gibt auf seiner zweiten Veröffentlichung »GARMAN« Anfang der 70er Jahre ein implizites Versprechen ab: Ich will unter den norwegischen Liedermachern derjenige sein, der sich als kritischer Beobachter, spottender Kommentator und hakenschlagender Wanderer durch die Musikstile etabliert. Und um wie es allen zu zeigen, dass es viele Wege zum Glück gibt, unternimmt er hier eine Tour de Force durch Rock'n'Roll, Blues, Country und Folk. Und ist trotz aller Temperamentsausbrüche am meisten bei sich, wenn er in die Rolle des reflektierten Songwriters schlüpft.

Dann sind Bob Dylan und Leonard Cohen nicht weit. Aber Spielfreude, Witz und Experimentierlust lassen Paus souverän in seiner eigenen Liga spielen. Das Versprechen, ein stilprägender Unruhestifter zu werden, hat er in den letzten 35 Jahren eingelöst. Heute zollen ihm alte Weggeffährten und neue Talente respektvoll Tribut. (emv)



Siehe auch:
Verschiedene: Bring Us Home, Ole Paus



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