Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Isolation Years
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Inland Traveller
(2001, Stickman/Indigo Psychobabble 034)

Es knistert, knirscht und knarzt. Pathetische Moll-Trompeten setzen ein. Wabernde Westernsounds. Nur von der grandiosen Stimme Jakom Nyströms hinsichtlich Nachdenklichkeit und resignierender Lakonie übertroffen. Selten war ein Opener eines Albums derart intensiv und verheißungsvoll. Balladesker und folkiger geht es weiter, die prägende Schwermut des schwedischen Umeå immer im Gepäck. Orientierungslose Gedanken voller Fernweh und Wehmut mäandern durch die einsetzende Dunkelheit, die Perspektive in schwarze Schwaden getaucht.

Dennoch macht sich eine Aufbruchsstimmung breit, eine mit tief hängenden Köpfen. Melancholisch wärmt das Lagerfeuer gegen die einsame Kälte an. Noch ein paar Schritte. Das whiskeygetränkte Akkordeon, die wildherbe Westerngitarre und unprätentiöse Posaunen hinterlassen tiefe Spuren im Country-Sand. Eine Fährte, die manchmal haarscharf auf der Klippe zu Kitsch balanciert, dann aber ihre Richtung findet: Immer hin zum glühenden Sonnenuntergang. (maw)

 Isolation Years: Inland Traveller

   

Sign Sign
(2007, Stickman Psychobabble 058)

Wenn wir uns alle irgendwann ganz doll liebhätten, würde den ganzen Tag über nur Musik von den Isolation Years laufen. Wir hätten alle Ringelstrümpfe an und Sommersprossen auf der Nase. Wollen wir das? Hmm. Nicht wirklich. Denn diesem beschwingten Präriepop aus Schweden fehlt etwas. Er ist einfach zu nett. Und deshalb letztendlich so harmlos wie ein Marienkäfer.

Die Suche nach dem vollkommenen Popsong ist ungefähr so schwierig wie die Suche nach dem Heiligen Gral. Die Isolation Years sind dem Ideal auf den Vorgängeralben immer wieder nahe gekommen. Auf »SIGN SIGN« aber dominiert unkritische Harmoniesucht. Das ist sehr angenehm anzuhören, sicher. Aber mal ehrlich: letztendlich langweilig. Immer nur Blümchen pflücken nervt. (emv)

   

Cover The Distance
(2005, Stickman/Indigo Psychobabble 048)

Nachdem Knister-Country und Indie-Rock endgültig der Vergangenheit angehören, versucht sich das Quintett nun in harmonieseligem Ohrwurmangeln und schunkeligem Arrangieren. Und das überaus erfrischend, wenngleich auch ohne dabei wirklich nahe zu gehen.

Die Songs sind schweifende Melancholie in Moll, eingegossen in wunderschöne Melodien und Refrains. Sanft ausgefranst durch brüchige Stimmen und zart abgefedert mit zurückhaltendem Klavierspiel. Eine behutsame Oldie-Nostalgie perlt derweil beharrlich auf der Folkpop-Oberfläche. Niemals ist dieser Wehmut-Pop missgestimmt, dafür göttlich erleuchtet. Wer also keine Angst vor Jesus-Geschwelge und gefühlvollem Schmalz hat, darf hier getrost zugreifen. (maw)

   

It's Golden
(2003, Stickman/Indigo 4-015698-219524)

Jetzt soll alles anders sein. Nach ihrem gepreisten schwermütigen Debüt erkennt Jakob Nyström: »Now we're turning up the sound, like I should have done before«. Erstmals schwingt das Tanzbein unbefangen; die Gitarren schrammeln. Zusammen mit würzig-stampfendem Schlagzeug lässt das Folkpop-Songwriting zwischen The Soundtracks Of Our Lives und The Bear Quartet erkennen.

Firesides Saitenzupfer Pelle Gunnerfeldt fungierte übrigens als Produzent und sorgte für ruppig-ungehobelte Arrangements. Darüber hinaus haben sich die Jungspunde ihre Freude am Sound-Experiment behalten. Neben gelassenen Bongos, Wurlitzermelodien, Trompetenchören und sogar Streichern gibt es mehr zu entdecken. (lic)



Siehe auch:
Fireside
The Soundtrack Of Our Lives
The Bear Quartet



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel