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Alle Rezensionen zu Starflower
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Ceasefires
(2010, Kasual Recordings KHYCD026)

Melancholie und Euphorie halten Händchen? Wie soll das gehen? Da müssen fünf Jungspunde vom Rande des musikalischen Popuniversums auftauchen, um zu zeigen: Das ist kein Widerspruch! Das kleine Küstenstädtchen Pori ist der Ursprungsort von Starflower, die mit ihrer zweiten Veröffentlichung »CEASEFIRES« einen Riesenschritt nach vorne machen: Vorbei ist die schüchterne Nabelschau des Erstlings, selbstbewusst blicken die Fünf uns geradwegs ins Herz. Mit klaren Augen polieren sie den zärtlichen, aber dennoch kraftvollen Gitarren- und Pionopop so lange, bis er glänzt wie tausend Sterne. Und sie sind von hinreißender Empfindsamkeit dabei.

Was nicht heißt, dass hier langweilig gesäuselt wird. Starflower überraschen mit leichtfüßigen Tempowechseln und liebäugeln mit Synthies. Sänger Antti Ojala wagt sich an Temparementsausbrüche. Weil es hier wie in jedem wirklich schönen Popsong etwas zu verlieren gibt: Freundschaft, Liebschaft, oder irgendetwas dazwischen. Starflower fordern, kämpfen, riskieren etwas. »Du solltest mich jetzt halten, ich falle, ich falle«, heißt es in einem der schönsten Songs des Albums, »Heights«. Das Kämpfen mag vergebens sein, sie tun es trotzdem, weil sie es einfach müssen. Wie trotzige Selbstbehauptung aussieht, wissen diese Jungs ohnehin. »Dann werde ich eben mein eigener König», spricht sich Ojala in »Hope And Desire« tapfer Mut zu. Das ist alles nicht neu und schon gar nicht spektakulär, aber von unglaublich anrührender Schönheit. Und um die ganze Wahrheit zu sagen: »CEASEFIRES« ist das wundervoll herzerwärmendste Album, das der finnische Pop im Gesamtjahr 2010 hervorgebracht hat. (emv)

 Starflower: Ceasefires

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.facebook.com/starflowerband

   

The Sea Is The Harbour
(2012, Karkia Mistika Records Karmi038)

Wer, wenn nicht ich? Wie soll ich den Aufbruch schaffen, wenn ich nicht selbst die Segel setze und ins Unbekannte aufbreche? Denn eines ist klar: Im Stillstand liegt keine Sicherheit. Um diese so klassischen wie auf den ersten Blick unspektakulären Themen geht es auf »THE SEA IS THE HARBOUR«, der dritten Veröffentlichung von Starflower aus Pori. Mit der die Band den Anker lichtet und in fremde Gefilde aufbricht, ohne dabei ihre eigentliche Erdung im sensiblen, pianolastigen Indiepop der leisen Töne hinter sich zu lassen. Die Fünf steigen hinauf in den Mastkorb und entdecken in Tracks wie »The Turning«, dass leicht angejazzte Trompeten- und Flötentöne bestens zur zarten Nachdenklichkeit ihrer Songs passen.

Sorgfältige Bescheidenheit. Bewusste Zurückhaltung. Stille Schönheit. Alles Attribute, die so gar nicht in die laute Gegenwart passen. Was nicht heißt, dass sich Starflower in Sack und Asche kleiden, denn in »Walk The Plank« holen sie durchaus die funkelnden Synthies aus dem Laderaum ihres Segelschiffs, was bestens zu den hellen, fast schüchternen Vocals von Sänger Antti Ojala passt. Und am allerschönsten kommt vielleicht der Song »Waves« daher, in dem die Boote im Hafen liegen und die Wellen so hoch wie Häuser sind. Was kann es Wunderbareres geben, als jetzt herauszufahren? (emv)

   

Moment In The Sun
(2006, Musea MIMG011)

Eine der am schnödesten ignorierten Stärken von Popmusik liegt in ihrem wunderbaren Potenzial zum Trösten. Daran erinnert zu werden, dass es anderen genauso geht – Starflower zeigen mit dem Song »You Are Not Alone« exemplarisch, dass Liebeskummer und andere Leiden ein universelles Phänomen sind. Das Quartett aus dem Küstenstädtchen Pori setzt auf seinem Debütalbum auf den leisen, zurückhaltenden Gitarrenpop. Johnny Marrs Gitarre und die Melancholie der Lucksmiths sind für die schüchternen jungen Männer wichtige Wegweiser auf der Suche nach der eigenen musikalischen Identität – und die ersten Schritte sind ermutigend.

»MOMENT IN THE SUN« ist eines dieser Alben, die einige Zeit brauchen, um ihr volles Potenzial zu entfalten. Starflower glänzen in der kleinen Form. Und schleichen sich mit ihrer unwiderstehlichen Verträumtheit und der sanften Stimme von Antti Ojala mitten ins Herz. An ihrer Bandbreite können die Vier noch arbeiten, aber die Anlagen zum gepflegten musikalischen Temperamtsausbruch sind vorhanden. Dieser Moment in der Sonne wärmt noch lange wohlig nach. (emv)



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