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Alle Rezensionen zu Déclassé
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Remain Still
(2006, Solina Records SOL-006)

Knietief im Gefühlswirrwarr stecken. Dazu diese dunkelgrauen Stimmungsschwankungen, die den festen Boden unter den Füßen eines Vorstadt-Teenagers zu Treibsand werden lassen. Da helfen nur eine Überdosis Synthies, viel Pathos und Sticker von New Order, Ultravox und The Cure an der Army-Jacke. Déclassé aus Turku sind mit ihrer Leidenschaft für gepflegten Synthiepop in bester Gesellschaft. Was für das Quartett spricht: Sie halten es mit dem irischen Literaturnobelpreisträger Seamus Heaney, der dringend empfielt, bloß nicht zu ernsthaft zu sein. Sollen doch die anderen in Sack und Asche gehen.

Déclassé haben diesen entscheidenden Tick Selbstironie, der ihre erste Veröffentlichung »REMAIN STILL« zu einem Vergnügen macht. Das Ergebnis ist ein souverän-eleganter Populärelektronikmix, der nicht durch besondere Originalität, aber durch Leichtigkeit beim melancholischen Starren in postindustrielle Landschaften überzeugt. Und auf die Idee, John Dowlands Lauten-Hymne »Flow My Tears« aus dem 16. Jahrhundert im Eingangssong »Shadows« auf den Disco-Dancefloor zu schicken, ist bislang noch keiner gekommen. Schön! (emv)

 Déclassé: Remain Still

   

Silos
(2008, Solina Records SOL-010)

Im Norden ist es scheinbar gerade in, sich als Band mit französischen(klingenden) Namen zu schmücken. Während sich die dänischen Dúné mit einem frei erfundenen Wort dekorieren, bevorzugen die Finnen korrektes Französisch: Außer Le Corps Mince De Françoise stehen Déclassé seit ihrer »SHADOWS«-EP anno 2006 in den Plattenläden. In ihrer Heimat werden die Düsterpopper im Anschluss daran als die fehlende Verbindung zwischen Boys of Scandinavia, Viola und Iconcrash bezeichnet.

Auf ihrem zweiten Album »SILOS« verquirlt das Quartett um Juha Virta jedenfalls zeitlupenschöne Elektrobeats mit Popmelodien, wunderbar gelungen wie in »Default Values«. Die Musiker aus Turku, Helsinki und Stockholm, alias Juha, Jani Lehto, Simo Sahla und Pekka Tuppurainen schaffen neun prächtige, träumerische Lieder, bei denen die Dreiviertelstunde Gesamtspielzeit vergeht wie im Flog. Leider. Dieses Album ist ein absolutes Muss für Musikfreunde mit einem Faible für hypnotische Synthiepop-Hymnen. (nat)



Siehe auch:
Dúné
Boys of Scandinavia
Viola
Iconcrash



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