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Alle Rezensionen zu Röyksopp
(Genre »Beats«, Land »Norwegen«)

 

The Inevitable End
(2 CDs, 2014, Dog Triumph Ltd./Embassy of Music 5054196382728)

»Now I've got to go. There's nothing more to say.« singt Jamie Irrepressible im tristen »You Know I Have To Go«. Röyksopps sechstes Album wurde im Herbst 2014 allgemein als großes Abschiedswerk besprochen, so als würden Herr Berge und Herr Brundtland nun in der Versenkung verschwinden. Nun, Vergleichbares haben schon einige andere verkündet, und selten blieb man dabei. Warten wir also ab, was die Zeit für unsere umtriebigen Dance-Pop-Norweger bringen wird.

Fürs erste ist »Das unausweichliche Ende« Röyksopps erstes Doppelalbum mit gleich 17 Titeln, beginnend mit einer offensiven Daft-Punk-Hommage (»Skulls«) und danach mit mehr Stargästen als alle bisherigen CDs zusammen aufwartend: erwähnter Jamie bei gleich fünf Stücken (die, vom sanft raffinierten »Here She Comes Again« abgesehen, nicht zu ihren interessanteren zählen); Landsfrau Susanne Sundfør bei zwei etwas altmodischen (immerhin unterschiedlichen) Popnummern, die sich leider nicht im Gedächtnis festhaken und mittelprächtige Versuche, zeitgemäß und energetisch zu wirken, bleiben; dann wäre da die im nett melancholischen Pet-Shop-Boys-Stil erklingende »Sordid Affair« featuring Man Without Country (dabei sind Röyksopp ja eigentlich schon immer die nordnorwegischen Pet Shop Boys gewesen, wenn man mal ehrlich ist) — und, natürlich: die gute Robyn. Wer ihre noch immer barbiehafte Stimme mag, wird die drei Songs mit ihr lieben, nicht zuletzt weil sowohl die Großtat »Monument« als auch das Titelstück ihres letztjährigen Minialbums »Do it again« hier in Neufassungen wieder vorkommen, ersteres um die faszinierende Exzentrik verkürzt, letzteres diesmal als bittersüßes Abschiedslied mit großer (Pop-)Geste. Schön. Der Rest: Mehr oder weniger so lala. (ijb)



Siehe auch:
Susanne Sundfør
Robyn
Röyksopp & Robyn
Pet Shop Boys


Zum Artikel über Röyksopp

 Röyksopp: The Inevitable End

Offizielle Website

Offizielle Website      http://royksopp.com/

   

Senior
(2010, PIAS)

Bei Svein Berge und Torbjørn Brundtland weiß man nie so ganz, was sie gerade ernst meinen und wo sie ironisch augenzwinkern. Zum Beispiel, wenn sie „Junior“ veröffentlichen (2009), ein Album, auf dem sie der jungen Kernzielgruppe beweisen: Was Madonna, der ganze R&B-und Disko-Zirkus können, das können wir schon lange! Und wenn sie dann (2010) mit „Senior“ an die Anfänge zurückkehren, in die Mitte-90er, und mit Synthesizern, ohne Gesang eine Cinemascope-3D-Klangwelt auftürmen, die einen staunen lässt. Und die gleichzeitig so gemütlich ist wie das plüschige Kleinstadtkino um die Ecke.

Da knistert das digitale Vinyl, da pluckern die analogen Beats wie auf frühen Air-Alben oder noch früher bei Jean-Michel Jarre. Die Streicher klingen herrlich nach Midi-Plastik, aber mit moderner Lack-Oberfläche. Gleichzeitig erlauben sich die beiden, im Kontrast zu „Junior“, dem weichen Konsens-Sound doch allerlei Störelemente beizumischen: Schräge Akkorde, seltsame Samples, verrutsche Song-Strukturen. Das ist spannender und ehrlicher als alles, was Röyksopp bisher gemacht haben – inklusive des Durchbruch-Albums „Melody A.M.“.
(sep)

   

Junior
(2009, Wall Of Sound/EMI)

Die Frauen! Der Glamour! Die 70ies! Die glitzernde Discokugel! Den Elektroniknerds aus Bergen kann es auf ihrem dritten Album »JUNIOR« gar nicht weiblich genug zugehen. Die Vorliebe der beiden Norweger für schwülen Synthiepop á la Vangelis und Giorgio Moroder drängt sich geradezu aufmüpfig in den Vordergrund, frech grinsend. Röyksopp lieben, wie sie offen zugeben, die pompöse Pracht, das überlebensgroße Element. Kein Klein-Klein hier, nirgends. Dafür kathedralengroße Synthies.

Die Frauen! »JUNIOR« könnte nicht so mühelos vom Boden abheben ohne die Stimmen der drei aktuell angesagtesten schwedischen Chanteusen: Robyn, Lykke Li und Karin Dreijer Andersson von The Knife. Und, nicht zu vergessen, ihrer norwegischen Landsfrau Anneli Drecker. Retro klingen, ohne altbacken zu sein. Tanzbar sein, ohne den Druck, unbedingt einen Dancehall-Hit liefern zu müssen. Intelligent daherkommen, aber nicht verkopft. Cool sein, aber nicht hochnäsig. Röyksopp schaffen das und wollen doch nur eins: Mit präzisen, lässig puckernden Beats die Protagonisten eines kühlen, gleichwohl brodelnden cineastischen Melodramas sein. (emv)



Siehe auch:
Lykke Li
The Knife
Robyn
Anneli Drekker

   

Röyksopp's Night Out
(2006, Virgin 9463529332)

Wenn Elektro-Projekte den Live-Aufstand proben, dann endet das meist in eine knöpfchendrehende Tanzflur-Beschallung ohne großes Brimborium. Ganz anders bei diesem norwegischen Duo: Mit Effektshows, Performances und Liveinstrumentarium haben ihre Konzerte eher Bandcharakter.

Überhaupt scheinen sie Spaß am musikalischen Austausch zu haben – überall grüßen Kollegen und Gastsängerinnen. Der Queens Of The Stone Age-Track »Go With The Flow« wird als minder passable Version gleich komplett durch die Boxen der Osloer Rockefeller Music Hall gejagt. Gut, dass hier die Albumhighlights und alle relevanten Singles ihrer beiden Veröffentlichungen nicht eine 1:1 Umsetzung erfahren – so steckt diese EP voller kleiner Belohnungen. (maw)

   

The Understanding
(2005, Wall Of Sound/Labels Germany 09463114782)

Vier Jahre und eine Million verkaufte Alben hat es gedauert, bis der Nachfolger zu »MEOLDY A.M«. fertig gestellt war. Und dieser präsentiert sich nach außen gekehrt und Disko-lastiger als sein melancholisch-euphorischer Vorgänger. Die charakteristischen, leicht verschüchterten Beats und das Möwenschrei-Geplucker findet man nur noch selten – nur die entspannte Grundatmosphäre zieht sich indes weiter durch alle Songs. Vielmehr verlassen sich Torbjørn Brundtland und Svein Berge nun vermehrt auf lineares Songwriting, welches zwar nicht an zuckrigen Klangschnipseln und Effektschlaufen spart, jedoch in konventionelleren Bahnen verläuft und der Individualität schlechtweg abträglich ist.

Mit »What Else Is There« (in nölig-nasaler Perfektion intoniert von The Knife-Sängerin Karin Dreijer) hat das Duo einen veritablen Über-Hit an Bord, der allerdings zwischen dem ungebrochenen Four-To-The-Floor auch meilenweit heraussticht. Die Produktion überzeugt durch Vielseitigkeit und leichter Unschärfe, was den eher tageshellen Songs zusätzlich Wärme verleiht. Das nächste Album soll wie der Vorgänger erneut eher nacht-ruhig und Downtempo werden – womit sie ihren Ruf als wandlungsfähige Tanzbodenbeschaller beweisen würden. (maw)



Siehe auch:
Athome Project
Frost

   

Melody A.M.
(2001, Labels Germany/Virgin 724385.09202.2)

»Wenn wir es in einem Satz ausdrücken sollten, dann wäre unsere Musik eine Kombination aus Filmmusik, klassischen Kompositionen von Erik Satie und Melodien des Kunstporno-Produzenten Francis Lai mit dem warmen Analog-Sound der Siebziger, der "Fatness" der Achtziger und einem grundsoliden Beat-Programming«, so Torbjørn Brundtland. Genauer kann man die Elektronik-Sperenzchen des in Tromsø gegründeten und nun in Bergen ansässigen Duos eigentlich nicht mehr beschreiben.

Trotzdem seien noch einige ergänzende Kommentare erlaubt: Svein Berge und Torbjørn Brundtland rühren in der Tat einen recht individuellen Ambient-Pop-Easy-Listening Cocktail zusammen, stilistisch irgendwo zwischen Love Unlimited und Brian Eno – oft instrumental, meist amüsant, immer phantasievoll. (peb)



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