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Alle Rezensionen zu Live Maria Roggen
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Apokaluptein
(2016, Kirkelig Kulturverksted FXCD 423)

Ein schroffer Abgesang auf den Status Quo. Der sich verändern wird, auch wenn wir uns partout dagegen stemmen. Live Maria Roggen präsentiert auf »APOKALPUTEIN« sperrige musikalische Kost. »Es gibt Dinge, die völlig aus dem Ruder laufen, aber wir vermeiden es alle tunlichst, darüber zu reden. Wir halten krampfhaft an dem Wunsch fest, dass alles so bleiben wird, wie es ist. Ich wollte einigen unbequemen Wahrheiten ins Gesicht schauen und über die schreiben«, sagt die norwegische Jazzsängerin über ihr jüngstes Werk. Der Titel bedeutet übersetzt übrigens keineswegs Apokalypse, sondern Enthüllung. Nur so viel sei verraten: Es geht um Klimawandel, Migration, Gier und Liebe. Das Album entstand als Auftragsarbeit für das Vossajazz-Festival 2015. Die Aufnahmen entstanden in der Osloer Kulturkirken Jakob. Zu den hochrangigen Mitmusikern gehören Eivind Lønning (Trompete), Lene Grenager (Cello), Hilmar Jensson (Gitarre), Sondre Meisfjord (Bass and Vocals) and Audun Kleive (Drums).

»APOKALPUTEIN« ist ein Sirenengesang. Ist eine Performance. Ist eine Rezitation. Ist eine düstere Ballade, begleitet von einer klagenden Trompeter. Ist mitunter eine Kakaphonie. Ist eine kluge Meditation über die vielen Risse, die sich unter unseren Füßen auftun. Ist eine samische Totenklage. Ist besessen vom Verletzlichkeit und Verfall des menschlichen Körpers. Ist eine morbide Phantasie. Und ist mitunter sehr zart und empfindsam. Sich dem sperrigen Wandel stellen: Live Maria Roggen und ihre musikalischen Mitstreiter gehen mitunter an die Schmerzgrenze. Und entdecken dort eine wilde Schönheit. (emv)



Siehe auch:
Sondre Meisfjord
Eivind Lønning
Hilmar Jensson
Lene Grenager

Live Maria Roggen: Apokaluptein

Offizielle Website

Offizielle Website      livemaria.no

   

Circuit Songs
(2007, Jazzland/Universal 0602517155190)

Erste Assoziation: Anja Gabarek. Zweite Assoziation: Kari Rueslåttten. Dritte Assoziation: Anneli Drekker. Irgendwie scheint es eine norwegische Gemütskonstante zu geben, die intelligenten Pop jenseits aller Charts-Formate begünstigt. Aber was ist es nur, das all diese Frauen herrlich verschrobenen Pop, vermengt mit charmanter JazzFärbung und kleinkindhaft verspielten Sample-Elementen ausbrüten lässt? Ihre Gehirne müssen den Dachböden alter Häuser gleichen, wo man in verstaubten Seemannskisten stets Neues entdecken kann, sich spielerisch verkleidet und bei all dem sorglosen Treiben die Zeit vergisst.

Live Maria Roggen jedenfalls ist alles andere als eine unbedarfte Naive: Seit ihrer Kindheit beherrscht sie Geige und Piano; sie spielte mit Andreas Haug im Duo Tu'ba, bei Come Shine und bei Wibutee. Sie stand beim Molde Jazzfest mit Pat Metheny auf der Bühne und unterrichtet an der Musikakademie in Oslo ebenso wie am Jazzkonservatorium in Trondheim. Ihr Solo-Debüt nun erscheint auf Bugge Wesseltofts Label Jazzland, und das passt schon sehr gut: Wie alle Jazzland-Künstler ist auch Live Maria dem tanzbaren Experimental-Jazz zuzuordnen und in Septim-Akkorden ebenso bewandert wie in der Sampling-Technik. (peb)



Siehe auch:
Come Shine
Anja Garbarek
Kari Rueslåtten
Anneli Drekker



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