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Alle Rezensionen zu Ida Sand
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

My Soul Kitchen
(2018, ACT/Edel ACT 9736-2)

Wie so häufig stellt sich auch bei Ida Sands »MY SOUL KITCHEN« die Frage der Perspektive. Sitzt der griesgrämige Rezensent mit gespitzten Spock-Ohren in seinem harten Rezensionssessel aus der Steinzeit, hält sich das Hörvergnügen bei Frau Sands neuem Werk ziemlich in Grenzen. Ihre Soul-Küche ist ein lauer Auflauf von Klassikern von Ray Charles oder Stevie Wonder, ein paar unbekannteren Songs und einer Handvoll aus ihrer eigenen Feder. Mal mittelschnell, mal mittellangsam, aber immer mittelprächtig. Gespielt von schwedischen Könnern wie Henrik Janson, Lars DK Danielsson und Jesper Nordenström, aber ohne erkennbare Leidenschaft. Die geht auch Ida Sand ziemlich ab, mit ganz böser Zunge könnte man ihr auch eine »Hausfrauen-Stimme« attestieren. Da passt es dann ganz gut, dass Nils Landgren auch noch ans Mikro tritt.

Befindet sich der gutgelaunte Rezensent jedoch an einem schönen Samstagnachmittag ganz entspannt auf einer Gartenparty und läuft diese CD, hält sich wiederum der Unmut über Frau Sand ziemlich in Grenzen. Schon »Take Me To The River« von den Talking Heads groovt herrlich relaxed, und so ähnlich geht es weiter. Mensch, der Magnus Lindgren spielt ja ein heißes Saxophon, ja leck mich fett! Die ganze CD verströmt einen sanften, entspannten Funk: Mal soulig, mal bluesig, aber immer diesseits der Schmerzgrenze – abgesehen von dem Song mit Nils Landgren. Ein paar Klassiker, die jeder kennt, »Born On The Bayou« lässt auch den Nachbarn wippen - hört der nicht sonst Helene? Wer ist eigentlich diese kleine Blonde da drüben, ob die tanzen will? Und wo gibt’s denn diese schönen Cocktails? (tjk)



Siehe auch:
Nils Landgren

Ida Sand: My Soul Kitchen

Offizielle Website

Offizielle Website      http://web.comhem.se/tellusmusic/ida.html

   

The Gospel Truth
(2011, ACT/Contraire ACT9518-2)

Erneut verlässt sich die schwedische Sängerin und Pianistin Ida Sand weniger auf ihre eigenen Songschreiber-Fähigkeiten denn auf Klassiker der Soul- und Popliteratur: Songs von Bill Withers, Sam Cooke und Nina Simone, von den Beach Boys, Foreigner und John Hiatt stehen auf dem Programm. Mattias Thorell (g), Thobias Gabrielsson (b) und Andres Hedlund (dr) bilden mit ihr selbst am Piano die Band: das klingt luftig, ab und zu kommt der ACT-Chor zur Unterstützung vorbei oder Magnus Lindgren (sax, fl) oder Nils Landgren (tb) spielen ein Solo. So weit, so gut.

Ihr eigenes »It Is To Know« und »Like A Prayer« sind die Highlights, die übrigen Songs geraten allerdings reichlich bieder. Einerseits liegt das an ihr selbst: Bei »Ain‘ No Sunshine« kann sie sich mehrere Scheiben bei Stefan Gwildis abschneiden, sie singt das doch arg brav. Auch »He Ain’t Heavy, He’s My Brother« passt prima auf einen Tanzkurs-Abschlussball. Die illustre Gästeschar mit Joe Sample, Steve Gadd und Raul Midón hilft nicht viel, denn Produzent Landgren versenkt Ida Sand in adrettem Schönklang - »I Wanna Know What Love Is« ist dafür exemplarisch. (tjk)



Siehe auch:
Nils Landgren
Magnus Lindgren

   

True Love
(2009, ACT/Contraire 9481-2)

Diesmal passt's! Ida Sand hat sich enorm verbessert, schreibt ein paar richtig gute Songs wie den souligen Titel oder das wunderbar laszive »Devil's Game« und sucht sich die richtigen Cover-Stücke. Mit Ehemann Ola Gustafsson (g, pedal-steel-g) und weiteren Könnern wie Peter Forss (b), Peter Asplund (tp) und Magnus Lindgren (fl, bcl) hat die Klavier spielende Sängerin eine groovende Band beisammen, die einen locker-flockigen Boden bilden für ihre schnörkellose und trotzdem ausdrucksvolle Stimme.

Gerade die Covers überzeugen: Elvis Costellos »Who's Gonna Help Brother Get Further« groovt kräftig, Bob Marleys »Redemption Song« wird auf die melodische Grundsubstanz reduziert. Mit viel Selbstvertrauen wagt sie doch tatsächlich direkt hintereinander Neil Youngs »Heart Of Gold« und Jimi Hendrix' »Manic Depression« – beide absolut gelungen. Gratulation! (tjk)

   

Meet Me Around Midnight
(2007, ACT/Contraire 9716-2)

Das schlimmste, was man über Soul sagen kann, ist: Es berührt nicht, weder Herz noch Hüften. Genau das aber muss man Ida Sands Debut attestieren, genauer gesagt: Die CD plätschert nur so dahin. Wobei die Voraussetzungen so schlecht nicht waren: in eine musikalische Familie aufgewachsen, Musikgymnasium in Stockholm, Studium Klavier und Gesang in Göteborg, Arbeit mit Jazzern etc. Kontakt zum Label ACT, inzwischen die Topadresse für schwedische Musiker.

Und dann ging alles wohl etwas zu schnell. Fix Nils Landgren angerufen, Studio gebucht. Die Songs hat Ida Sand selbst ausgesucht (zwei Eigenkompositionen, die zumindest nicht negativ auffallen) und arrangiert: nach eigenem Bekunden mit dem Gesang im Focus. Aber mussten die Arrangements dann doch so langweilig geraten? Mussten Lars Danielsson (b), Rasmus Kihlberg (dr) und die Gitarristen Ulf Wakenius und Henrik Jansson so brav und bieder zu Werke gehen, als stünden sie kurz vorm Einschlafen? Es gibt ein paar gute Songs, sicher, aber das Gros der Coverversionen enttäuscht doch durch Belanglosigkeit, von »Here Comes The Rain Again« bis »One For My Baby«. Und musste Nils Landgren bei »Use Me« unbedingt mitsingen? (tjk)



Siehe auch:
Nils Landgren
Ulf Wakenius
Lars Danielsson
Funk Unit



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