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Alle Rezensionen zu Eple Trio
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Universal Cycle
(2013, Shipwreckords/Musikkoperatørene SHPWRK006 LP CD digi)

Auf Album Nummer 4 fokussiert sich das Eple Trio (»Apfeltrio«) ebenso auf die eigenen Stärken wie es sich zugleich für andere, befreundete Musiker als Gäste öffnet. Die Musik geht den gewohnten Weg der ersten drei Alben weiter; die Variationen liegen im Subtilen. War das Debüt eine leise Hommage an Jan Johansson, der Nachfolger eine Spur dynamischer und zuletzt das Doppelalbum »IN THE CLEARING / IN THE CAVERN« eine introvertierte, nicht ganz einfache Verbindung aus Pärt-Einfluss und langen, rhythmischen Passagen, so wollte die Band mit »UNIVERSAL CYCLE« wieder ein betont schlichtes, ein leichteres Album anbieten, bei dem harmonische Entwicklungen im Zentrum stehen. Laut Schlagzeuger Jonas Sjøvaag sollte es Musik für Zuhause sein, gerne auch um im Hintergrund zu spielen.

Was sich nun in seiner äußeren Form als Modern Nordic Jazz mit geradlinigeren Melodien präsentiert, beweist die Meisterschaft und das über zehn Jahre gewachsene sichere Miteinander in zahlreichen Details, die Vorlieben für Popmusik, für volksmusikalische und auch klassische Musik nicht verbergen. Allein wie das eröffnende »Setting Foot on Another Planet« mit Gastgitarrist Ivar Grydeland (Huntsville etc pp) als leicht surreale Country-Nummer daherkommt, vermag einen von Beginn an in den Bann des Ensembles zu ziehen. Hier lässt sich schön eine Fortführung von Grydelands fantasievollem Hubro-Werk mit Ballrogg erkennen, wogegen die drei Stücke mit Trompeter Mathias Eick wiederum Verbindungen zu seinen elegant-eingängigen ECM-Platten herstellen. Fordernd wird »UNIVERSAL CYCLE« freilich nie. Das darf man dann vom kommenden Album erwarten, an dem das Eple Trio im Winter 2015 arbeitet. (ijb)



Siehe auch:
Ivar Grydeland
Mathias Eick
Sigurd Hole
Ballrogg

 Eple Trio: Universal Cycle

Video-Link

   

5
(2017, Shipwreckords/Musikkoperatørene SHPWRK017 LP CD digi)

Für ihre fünfte CD, vier Jahre nach »UNIVERSAL CYCLE« schauten Andreas Ulvo, Jonas Sjøvaag und Sigurd Hole auf ihre Kernkompetenzen und spielten die neu(e)n Stücke nun wieder ohne Gäste ein, zumal die drei Norweger in den letzten Jahren viel in Bands anderer Landsleute unterwegs waren (Seglem, Gustavsen, Eick...). Daher passt der nüchterne Titel »5« gut als Ausdruck neuer Klarheit und Fokussierung, nach 13 Jahren Bandgeschichte.

Und wie es bereits die Rezensionen ihrer früheren Alben betonten: Das Eple Trio erfindet auch diesmal das Rad nicht neu, doch ihre teils epischen Stücke beeindrucken durch Unaufgeregtheit, melodische Komplexität und zugleich emotionale Dichte. Jede Nummer macht einen eigenen erzählerischen und klanglichen Raum auf; man hört den reichen Erfahrungsschatz, aus dem die drei schöpfen. »5« ist ein durchweg hinreißendes Album, des womöglich noch unterschätztesten norwegischen Jazztrios, das unbedingt größeren Bekanntheitsgrad in Europa verdient hätte. (ijb)



Siehe auch:
Sigurd Hole Trio
Karl Seglem

Audio-Link

   

The Widening Sphere Of Influence
(2008, Norcd NORCD0876)

Können nach feinfühligen Klavier-Trios wie e.s.t., Helge Lien Trio oder Tingvall Trio überhaupt noch weitere skandinavische Meilensteine kommen? Pianist Andreas Ulvo, Bassist Sigurd Hole und Drummer Jonas Howden Sjøvaag kultivieren die Kunst der Langsamkeit, des Weg- und Auslassens wie kaum jemand vor ihnen. Die Norweger sind mit ihrem zweiten Album auf dem besten Weg, in dieser Spielart Maßstäbe zu setzen durch assoziative »Piano-Moment-Aufnahmen«. Dazu gesellen sich behäbige Kontrabass-Töne und ein sparsames Schlagzeug, das eher beruhigt als antreibt.

Fad wird das dennoch nie, sondern verströmt eher unterkühlte Eleganz und hochgradig kultivierte Askese. Man könnte sagen, dass das Eple Trio die perfekte Musik für Glas- und Stahlmöbel liefert, doch täte man ihnen damit unrecht: Ihre Musik hat nichts Elitär-Snobistisches ... obwohl die Drei stilecht im schwarzen Hemd vor weißem Hintergrund posieren. (peb)



Siehe auch:
Tingvall Trio
e.s.t. (Esbjörn Svensson Trio)

   

Made This
(2007, Norcd/Musikkoperatørene NORCD0766)

Keine Note zu viel, und vor allem: immer schön langsam! Das Prinzip der Entschleunigung, die Kunst der Pause, das Hören, was der Nebenmann gerade spielt oder eben nicht spielt: Dies alles treibt das Eple Trio bis zum Exzess, oder vielmehr zur Perfektion. Andreas Ulvo spielt ein behutsames, selten zupackendes Piano, als sei er auf der Suche nach der ultimativen Pause. In diese hinein setzt Sigurd Hole sanft einen seiner Basstöne, welch selbige auch nicht gerade an Überbevölkerung leiden.

Einen Drummer wie Jonas H. Sjøvaag hat die Welt noch nicht gehört: Auf »MADE THIS« stellt er einen neuen Weltrekord im Nichtspielen auf. Dafür schreibt er großartige Stücke, zudem mehr als die beiden anderen des Trio Eple. Herrlich die Ballade »Chrome Hill«: Mit ganz wenig Noten, ganz einfacher Melodie lässt sich fast Erhabenes schaffen. Hole spielt ein schönes Intro in »Moon Tint«, und Sjøvaag hat ganz starke Momente in »House«, wo er tiefste Trommeln unter die Melodietropfen des Pianos legt. Unspektakulär, immer spannend, sehr geschmackvoll. (tjk)



Siehe auch:
Navyelectre
Kallerdahl, Seglem, Ulvo, Hole, Sjøvaag
Andreas Ulvo & Sigurd Hole



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