Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Isglem
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Fire
(2003, Norcd 0343)

Hinter Isglem verbergen sich Terje Isungset und Karl Seglem. Die Titel der zwölf Tracks auf »FIRE« sind Anagramme davon, die im Norwegischen witzige Assoziationen zulassen. »Egsmil« klingt nach Lächeln, »Egslim« nach Schleim, »Lgisme« wie eins dieser »ismus«-Wortschöpfungen aus der Wissenschaft. Und auch die Musik der zwölf Miniaturen folgt dem Mutationsprinzip. Immer wieder kehren Klänge wieder: das Rattern und Klappern, Wummern und Donnern von Isungsets mit den bloßen Händen traktierten Klangutensilien. Das spröde Bockshorn von Seglem, das immer wieder wie menschliche oder tierische Stimme klingt.

Mal arten die avancierten Dialoge der zwei in Freejazz aus, mal in Meditation, mal in treibenden, rituell anmutenden Beat. Klanglich ist das Ganze ebenso variabel wie detailgenau ausformuliert, eine Duo-Sprache auf ganz hohem Niveau eben. Dazu kommt noch eine Aufnahme, die einen sehr präsenten, der differenziert aufgebauten Hörraum realisiert, in dem selbst die Pausen noch klingen und auch die sparsame Elektronik organisch klingt. Wer sich für Isglem interessiert, sollte mit diesem kristallklaren 40-Minuten-Destillat anfangen. (sep)



Siehe auch:
Terje Isungset
Karl Seglem

 Isglem: Fire

   

Null G
(1996, Norcd 9615-2)

Freejazz für Kinder? Isungset und Seglem haben das an 10.000 jungen Hörern ausprobiert, mit Erfolg. Die Zeichnungen auf dem Album-Cover sind aus Kinderhand, auch viele der Song-Titel entstanden bei den Schul-Sessions: »Einer, der tot ist«, »Altes Indianerlied«, »Zwischen Bergen«. Und wenn man die CD anhört, kann man sich vorstellen, wie inspirierend das Freie-Improvisations-Duo für Kinder sein muss – und umgekehrt, wie inspirierend die unvoreingenommenen Jung-Hörer für die Musiker.

"NULL G", Zustand der Schwerelosigkeit, den man für minimale Zeit bei jedem Luftsprung erlebt, eine Balance zwischen Gravitation und Trägheitskräften – eine sehr passende Metapher für die extrem kommunikativen Miniaturen dieser CD. Wüst donnernd, zart zwitschernd, eine spannende Perkussion-Soundpalette und der raue Sound von Sax und Bockshorn: die Grenzen zwischen Freejaaz und Tönen aus der Natur (Regen, Löwenbrüllen, Gewitter) verschwimmen. »Afrikas Mond« heißt ein Track, wieder eine Kinder-Assoziation – und eine assoziative Höreinstellung, der man hier ruhig mal folgen sollte. (sep)

   

Rom
(1991, Norcd 9102)

Die beiden jungen Herren mit dem wallenden Haar auf der Rückseite der CD kommen einem vage bekannt vor – es sind tatsächlich Isungset und Seglem vor 17 Jahren. Mit »ROM« starteten sie als Freejazz-Duo Isglem – und zeigen schon auf dem Debut, woher der Wind weht. Die Musik ist Improvisation pur, aber längst nicht so nervenzerfetzend wie der Freejazz à la Brötzmann und Co. Das Ganze scheint Struktur zu haben ... oder zu bekommen, aus dem Moment, genauso wie Poesie, Witz, Dramatik, Wutausbrüche und Stille einfach so passieren.

Ziemlich ausgewogen ist das, experimentell hochwertig, auch was Spieltechniken angeht – aber doch noch suchend, nach einem Stil, der vielleicht unverwechselbar wäre, tastend nach den Grenzen der ungewohnten Besetzung, nach Spannungsbögen und deren Ende. Ein spannender, von der Live-Aufnahme her aber leider nach Schuhkarton klingender Auftakt einer musikalische Reise zu zweit. Heute sind die Musiker bekanntlich ganz vorn in der norwegischen Jazzszene angekommen. (sep)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel