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Alle Rezensionen zu Espoo Big Band
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

Lauma – Plays Husband
(2017, Galileo GMCD 071)

Das ist mal ein Kracher! Die Espoo Big Band ist einer der kreativsten und somit bedeutendsten großorchestralen Klangkörper im finnischen und europäischen Jazz, und mit »LAUMA« hat die EBB ein Meisterwerk vollbracht. Sie spielen fast ausschließlich Stücke von - und mit! - der »gitarrengetriebenen Jazzrock-Band« Husband: Dazu gehören der Drummer Anssi Nykänen, der Bassist Harri Rantanen (bestens bekannt durch lange Jahre bei Värttinä) und die Gitarristen Marzi Nyman (fast überall aktiv) und Varre Vartiainen. Letzterer war u.a. bei den Leningrad Cowboys, dort aber musikalisch leicht unterfordert. Er charakterisiert den Husband-Sound als »Jazz for drunks« - jedenfalls hat er nahezu die gesamte Musik für »LAUMA« komponiert. Kollege Marzi Nyman fungierte als Dirigent der Big Band, seit 2012 ist er ihr Leiter als Nachfolger des verstorbenen Martti »Mape« Lappalainen.

Diese Aufnahmen müssen ungeheuer Spaß gemacht haben: Unbändige Kraft tönt aus den Bläsern, die Rhythmusgruppe peitscht meistens rockig und ab und zu mal swingend, sogar innerhalb eines Stücks werden die Grooves nur so hin- und hergeworfen - »Sir Dalud« geht verschwenderisch mit allen Qualitäten der Beteiligten um. Aber die Band kann auch ganz lasziv-relaxed mit Understatement nur so protzen wie im Titelstück während Nymans Solo – bis das Bläser-Tutti alles überstrahlt. Leicht und locker trabt »Aaduur« los. Nyman hat viele lustige Ideen, beispielsweise ertönen in »Bebyy« gleich vier (!) Sopransaxophon-Soli hintereinander – das muss man sich erst mal trauen. Aber Marzi Nyman traut sich alles.

Die Qualität der Musik ist kein Wunder, schaut man auf die Besetzung der Espoo Big Band: Unter anderem stehen an den Trompeten Jukka Eskola und Tero Lindberg, Pekka Laukkanen ist erster Posaunist, in der Saxophon-Reihe sitzen Ari Jokelainen, Petri Puolitaival, Jussi Kannaste, Manuel Dunkel und Mikko Innanen, für den Rhythmus sorgen Lenni-Kalle Taipale, Eerik Siikasaari und Rami Eskelinen, also 2/3 des Trio Töykeät ist endlich mal wieder zusammen aktiv. Mastermind ist Jarmo Saari, damit sind drei hochkarätige Gitarristen am Werk – was man durchaus hört! Die ungeheuer farbigen, kraftvollen und variablen Arrangements übrigens teilen sich Nyman, Saari und Taipale. (tjk)



Siehe auch:
Jukka Eskola
Trio Töykeät
Mikko Innanen
Jarmo Saari

 Espoo Big Band: Lauma – Plays Husband

Offizielle Website

Die CD »Lauma – Plays Husband« war »CD des Monats« im Monat 4 / 2017.
Und so urteilten unsere anderen Autoren darüber:

You can leave your hat on! Obwohl: Zu dieser Musik strippen wäre schon schon hohe Kunst und optisch mindestens interessant!
Leif Haugjord

Toll, Tim, was du immer wieder hier in die Runde wirfst! Zuverlässig großartige Entdeckungen. Da kann man mit den eigenen CD-des-Monats-Vorschlägen nur kapitulieren...
Ingo J. Biermann

Sich in eine Schublade stecken lassen - pfffft, das ist nichts für die Espoo Big Band: Grenzüberschreitungen im großen Stil regieren! Hier werden die Grenzen zwischen Jazz, Rock, Funk und Soul ausgelotet, bis die Funken nur so sprühen! Das sind souveräne, wagemutige Sounds, die unsere Ohren allerbestens durchpusten!
Eva-Maria Vochazer

Jo, das ist echt ein Kracher! Die Fulminanz und Wucht der Soli, die stetigen Überraschungen und die verschmitzte Lässigkeit dieses musikalischen Eintopfs sind schon ... tja, welches Wort würde am besten passen? ... großartig!
Peter Bickel

Offizielle Website      http://www.ebb.fi

   

Espoo Suite
(2019, Galileo GMCD 084)

Und wieder ein Meisterwerk! Diesmal hievt Marzi Nyman, der Leiter der Espoo Big Band, selbige als Komponist und Arrangeur ziemlich weit nach oben in der ersten Liga der europäischen Big Bands. In der »ESPOO SUITE« nimmt er den Hörer mit auf eine Reise durch die Stadt Espoo und ihre Geschichte: Diese hat laut Marzi Nyman eine schwer zu beschreibende Persönlichkeit, er bezeichnet sie gar als »die Schweiz Finnlands«. Nyman kam beim Komponieren auf die Menschen, sowohl die in Espoo als auch die der EBB – welche er als sehr starke Gemeinschaft empfindet, was man beim Hören auch nachvollziehen kann.

Die EBB ist im Vergleich zu »LAUMA« kaum verändert, mit Jaska Lukkarinen ist ein zweiter Drummer dabei. Stilistisch prägt Nyman einen europäischen Big Band-Sound, der jedoch Einflüsse von Ellington und sogar Stravinsky (»Igor’s Lament«) aufnimmt. Die Arrangements sind ausgesprochen farbig, bleiben über weite Strecken obendrein recht luftig. Die EBB zeigt aber gerade auch in den Tutti-Passagen, welche Power in der Band steckt. Nyman spielt auch mit seiner Vorliebe für leicht angeschrägte Bläsersätze, »Moonshine Chase« ist einer Jagd auf Alkoholschmuggler zu Zeiten der Prohibition nachempfunden. Im abschließenden »Espoo Blues« kommen viele der Bandmitglieder solistisch zum Zuge. (tjk)



Siehe auch:
Marzi Nyman
Manuel Dunkel

   

Neandertal Grooves
(2001, Eigenverlag EBB CD 004)

Für die »NEANDERTAL GROOVES« hat sich die Espoo Big Band einen prominenten Gast eingeladen: Trilok Gurtu aus Mumbai bereichert schon seit Jahrzehnten Jazz und Weltmusik mit virtuosen Tabla-Klängen. Er spielte mit John McLaughlin, Don Cherry, Jan Garbarek und unzähligen anderen Top-Musikern auf der ganzen Welt. Sämtliche Stücke dieser CD stammen aus der Feder von Jarmo Saari, dessen eines Bein im Jazz und das andere im Rock steht – aber seine musikalische Phantasie ist unerschöpflich, das merkt man an den Kompositionen und Arrangements für diese Espoo Big Band.

Wer nun vom Titel ableitet, dass es hier eher unzivilisiert und roh zugeht, sieht sich bald getäuscht: Natürlich ist Saari ein schräger Vogel und seine Musik teilweise auch. Aber er kreiert hier eine packende Mischung aus Jazz, Rock und Fusion, mit sehr farbenprächtigen Bläsersätzen und fordernden Rhythmen – Trilok Gurtu ist hier sicher nicht fehl am Platz und hat auch ein paar schöne Momente. Wie auch Saari seine lyrische Seite zeigt, vor allem in »Hymn« und »Funeral«. Die CD endet mit einem herrlich kakophonen Ausbruch in »Hunt«. In der Band spielen die üblichen Könner wie Manuel Dunkel, Esa Pietilä, Lars Lindgren, Antero Priha, Pekka Laukkanen, Lenni-Kalle Taipale, Eerik Siikasaari und Rami Eskelinen – nicht zu vergessen Mastermind Jarmo Saari, der einige gitarristische Highlights beisteuert. (tjk)



Siehe auch:
Lenni-Kalle Taipale
Lasse Lindgren

   

EBB Plays Carla Bley
(1994, Eigenverlag EBB CD-2)

»It was fun. Steve and I had a great time. This was an ideal situation and the Espoo Big Band was wonderful.« Carla Bley zeigte sich begeistert über diese herausragende Big Band aus Finnland, die von Martti Lappalainen gegründet wurde. Die EBB widmet sich gerne einzelnen Komponisten: Hier ist es Carla Bley, deren Musik sich für Big Band-Settings sehr gut eignet. Sie selbst hat ausgesprochen anspruchsvolle und komplexe Arrangements geschrieben und spielt auf dieser Live-Aufnahme vom April Jazz Espoo 1993 auch ein wenig mit, ebenso ihr langjähriger Wegbegleiter Steve Swallow mit seinem unverwechselbaren E-Bass.

Das Repertoire besteht aus einigen Klassikern von Carla Bley: »Permanent Wave« eröffnet die CD, gefolgt von einer richtig krachigen Variante von »Who Will Rescue You«. Bley und Swallow halten sich solistisch völlig raus – eine seltene Geste von amerikanischen Superstars. Aber das EBB hat eine ganze Reihe hochkarätiger Solisten: In dieser 1993’er EBB spielen Saxophonisten wie Jouni Järvelä und Esa Pietilä, im Trompetensatz stehen Antero Priha, Mika Mylläri, die Posaunen werden angeführt von Pekka Laukkanen und Valtteri Malmivirta. Die Rhythmusgruppe besteht aus Markku Kanerva, Jarmo Savolainen, Marko Timonen und Tapio Aaltonen. In »The Lone Arranger« spricht Carla Bley sogar ein paar (wohl abgelesene?) Worte Finnisch! (tjk)



Siehe auch:
Jouni Järvelä
Esa Pietilä

   

Plays The Music Of Sakari Kukko – Moonlight Caravan & Finnish Characters
(1990, Kukko EBBCD-001)

Die Espoo Big Band spielt mit dem UMO in einer eigenen Liga. Hier widmet sie sich ausschließlich Kompositionen des Piirpauke-Masterminds Sakari Kukko, der beweist, dass er große Musik schreiben und auch für Big Band arrangieren kann. Beide Titel sind längere Suiten: »KUUTAMOKARAVAANI (MOONLIGHT CARAVAN)« besteht aus drei Teilen, »SUOMALAISIA LUONTEENPIIREITÄ (FINNISH CHARACTERS)« sogar aus sieben. In seiner ganz eigenen Manier verknüpft Sakari Kukko folkloristische Elemente mit Big Band-Klangfarben, lässt sogar Dixieland-Zirkus-Atmosphäre aufscheinen (»Napoleonin Marssi/Napoleon's March«) und es sich natürlich nicht nehmen, selbst mitzuspielen und einige feine Soli an Sopran- und Tenorsaxophon (»Kolmiodraama/Triangle Drama«) beizusteuern.

Unter der Regie von Martti Lappalainen agiert die EBB druckvoll und mit enormer Spielfreude. Was bei der Starbesetzung nicht wundert: Mika Mylläri und Simo Salminen sitzen in den Trompeten, Kari Tenkanen, Kari Heinilä und Pertti Päivinen in den Saxophonen, dazu Markku Kanerva (g), Tapio Aaltonen (perc) und das komplette Trio Töykeät – Iiro Rantala (p), Eerik Siikasaari (b) und Rami Eskelinen (dr) – sorgen für satten Drive in jeder Stilrichtung. (tjk)



Siehe auch:
Piirpauke
Umo Jazz Orchestra



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