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Alle Rezensionen zu Dungen
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Häxan
(2016, Smalltown Supersound/Rough Trade STS285)

Erstmals legen Dungen ein reines Instrumentalalbum vor. Und ja, es ist ein »Soundtrack« – mehr oder weniger. Sechs der Stücke sind zwischen einer halben und anderthalb Minuten kurz. Die Stockholmer haben die 40 Minuten Musik als neue Begleitung eines alten Stummfilms komponiert und improvisiert. Anders, als man vermuten könnte, handelt es sich hierbei allerdings nicht um den grandiosen expressionistischen »Häxan« (»Hexen«) von 1922, sondern um den deutschen Film »Die Abenteuer des Prinzen Achmed« von Lotte Reiniger (Deutschland 1926), einem der allerersten animierten Langfilme der Geschichte.

Aber auch die Regie-Pionierin aus Berlin erzählt eine sehr traumhafte, irreale Geschichte, nur mit Scherenschnitt- und Stop-Motion-Technik. Und eine Hexe gibt's natürlich obendrein. Eine gute Ausgangsbasis für eine Rockband mit Hang zum Psychedelischen also. Sicher denkt manch eine/r gleich an Popol Vuh und ihre Arbeiten für Werner Herzog. Und damit gehen die Assoziationen bereits in eine gute Richtung. Auch Pink Floyd und die Orgeln von Procul Harum sind gleich nebenan. Durch die Kombination solcher aus der Zeit gefallenen Klänge erzeugen Dungen eine alptraumhafte, nicht allzu einladende Welt – es sei denn, man ist auf der Suche nach erratischer Poesie, nach »Traumerfahrungen«, in denen das Entrückte und das Schöne, das Bekannte und das Ungewohnte, das Angerissene und das Ausgeflippte direkt nebeneinander liegen. (ijb)



Siehe auch:
Elephant9 with Reine Fiske

 Dungen: Häxan

Audio-Link Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      www.dungen-music.com

   

Tio Bitar
(2007, Subspace Communications SUBCD24)

In den schwedischen Wäldern lebt es sich unbeobachtet. Mann kann da vermutlich prima mit allerlei Drogen experimentieren und sich dann zugedröhnt hinter Orgel und Gitarre quetschen und dem freiesten Hippietum frönen. Ob Gustav Ejstes seine Songs auch nackt einspielt, ist leider nicht überliefert. Zuzutrauen wäre es ihm.

Dungen sind immer dann richtig gut, wenn sie für ihren Psych-Rock statt acht Minuten nur drei brauchen. Es fließt alles auf einer sehr überirdischen Art und Weise, verknotet sich in Atmosphäre und verliert sich nicht in endlosen Jams, wie es bei so vielen Bands des Genres Genickbrecher ist. Das Intro und das mit Streicherparts angeflammte »C Visar Vägen« überzeugen sogar als Instrumentals, der Rest der komplett in Schwedisch gehaltenen Kompositionen flangiert Rock, Alternative, Psychedelik und Folk auf eine ganz eigene Weise. Auch wenn dieses Mal kein Überhit Marke »Panda« enthalten ist, punktet die außergewöhnliche Schwedenband mit Kohärenz, Anteilnahme und Mut. (maw)



Siehe auch:
Verschiedene: Åtömström – Part Two
Verschiedene: Nordic Notes Vol.1
Life On Earth



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