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Alle Rezensionen zu Susanne Lundeng
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Hold dæ på vingan
(2020, Heilo/Galileo HCD7350)

Wenn man's genau nimmt, müsste Susanne Lundengs zwölftes Album als Trio-CD besprochen werden, finden sich doch die Namen (und Porträts) ihrer beiden Mitmusiker präsent auf dem Cover – was die Norwegerin bislang so gut wie nie praktizierte. Gitarrist Nils-Olav Johansen stand beim vorigen Album »KIMER I KLOKKER« bereits auf dem Cover; gemeinsam mit Perkussionist Erik Nylander treten sie als Susanne Lundeng Trio auf, weshalb es zumindest bemerkenswert ist, dass »HOLD DÆ PÅ VINGAN« (»Stay On Your Wings«) nicht unter diesem Bandnamen erscheint. Freilich ist es ganz ihr Album; die Fele, die norwegische Hardangerfiedel, nimmt klar die Hauptrolle ein – sofern Susanne Lundeng nicht zwischendurch bei einzelnen Songs zur Gesangsstimme wechselt – während Nylander und Johansen vorrangig begleitend und unterstützend auftreten.

Acht oftmals wunderbar balladenhafte Stücke hat Lundeng für diese Platte zusammengetragen bzw. geschrieben, die weitgehend von einer warmen, teils gar heimeligen Stimmung getragen wird. In der zweiten Hälfte tendiert die Musik des öfteren zum Melancholischen, wie in den beiden abschließenden, mit jeweils siebeneinhalb Minuten längsten Stücke »Det berre vil sæ ikke i dag« und »Hav« (»Ozean«). Es sind große, bewegende Geschichten aus dem Norden, die Susanne Lundeng hier, wieder einmal, geschrieben und für die ganze Welt mit norwegischer Leidenschaft festgehalten hat. (ijb)



Siehe auch:
Susanne Lundeng & Engegårdkvartetten
Erik Nylander
Nils-Olav Johansen
Waldemar 4

Susanne Lundeng: Hold dæ på vingan

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.susannelundeng.no

   

Mot
(2011, Kirkelig Kulturverksted FXCD367)

Susanne Lundeng ist eine Grenzüberschreiterin, die mit ihrer Violine unterm Arm über Zäune klettert. Die vielleicht allzu engen Bande zum norwegischen Folk hat sie abgestreift, aber nie gekappt. Lundeng hat sich aufgemacht in das Niemandsland, wo sich traditionelle Volksweisen, Kunstlied, Jazz und Neue Musik treffen. Anspruchsvoll ist das unbedingt, auf den ersten Blick unzugänglich allemal. Auf »MOT« (Mut) hat die Musikerin eng mit dem Komponisten Rolf Wallin zusammengearbeitet, der für sie das 21-minütige Experimentalstück »Imella« erarbeitet hat.

Wer die Ohren öffnet und Geduld für neue Erfahrungen mitbringt, wird herausgefordert und belohnt: Mit einem Ausflug in musikalische Landschaften, in die sich Susanne Lundengs sensible Violine erst vorkämpfen muss. Sich reibt. Unerwartet Funken sprüht. Einfühlsam unterstützt von Bugge Wesseltoft an der Orgel und Bjørn Andor Drage am Piano. Bekanntes und Fremdes. Vertrautes und leicht Bedrohliches. Erfordern Mut. Ebenso wie die Bereitschaft der Künstlerin, ihre eigene, helle Stimme erstmals einzusetzen. Stehenbleiben? Susanne Lundeng nicht. (emv)



Siehe auch:
Rolf Wallin
Bugge Wesseltoft

   

Nattevåk
(2006, Kirkelig Kulturverksted FXCD 310)

Ob ihr die Naturszenerie diese gottgegebenen Melodien eingehaucht hat? Susanne Lundeng, in ihrer Heimat alles andere als eine Unbekannte, wohnt auf einer kleinen Insel mit Blick auf das Bergprofil der nordnorwegischen Künste und hat sich intensiv mit der Volksmusik aus Bodø und Salten beschäftigt. Und sie hat diese so sehr verinnerlicht, dass sie ihre selbst komponierte, aber folkloristisch verwurzelte Musik mit einer geradezu atemberaubenden Intensität und Finesse darbietet, unterstützt von drei feinfühligen Begleitern.

Damit ist weniger die außergewöhnliche Virtuosität gemeint, sondern die Eleganz der Phrasierung und die geradezu vibrierende Leidenschaft – eben einfach der Schmelz, der ihre Musik frei atmen lässt wie eine nordnorwegische Meeresbrise. Apropos: Die klangtechnisch brillanten Aufnahmen entstanden in der Pfarrei von Værøy, wo ihre Ururururgroßmutter bei einem Schiffsunglück auf dem Nachhausweg umkam, nachdem diese bei einer Hochzeit auf Røst Geige gespielt hatte. Susanne Lundeng ist der Paganini der norwegischen Violinmusik, und ihre CD »NATTEVÅK« zweifellos ihre bislang beste. (peb)



Siehe auch:
Henry Kaiser & David Lindley

   

Forunderlig Fed
(2004, Kirkelig Kulturverksted FXCD277)

Dass moderne Folkmusik nicht brav im Brauchtum stehen- bleiben muss, hat Susanne Lundeng bereits in den frühen Jahren ihrer Karriere bewiesen. Die Violinistin und Sängerin präsentiert auf »FORUNDERLIG FED« (»Verwunderliche Reise«) eine überzeugende Mixtur eigener Kompositionen und traditioneller Folkweisen aus ihrer Heimat und überzeugt vor allem mit warmem Wohlklang und ambitionierten Genrewechseln, die sie mit traumwandlerischer Sicherheit zelebriert. So lässt sich Lundeng von nordamerikanischer Volksmusik inspirieren, aber auch von Elementen aus Pop, Jazz und zeitgenössischer Musik. Und trotzdem wirkt hier alles wie aus einem Guss!

Besonders gelungen ist ihr hier die ruhige Ballade »Herr Ole«, aber auch der folkpoppige Track »Var Februar« überzeugt mit ruhiger Schönheit. Zünftig zum Tanz aufspielen kann die Musikerin natürlich auch, wie sie im Opener »Polsdans fra Beiarn« voll fröhlicher Lebenslust beweist. Einfühlsam unterstützt wird Susanne Lundeng hier von Knut Erik Sundquist am Kontrabass, Bjørn Andor Drage an den Keyboards, Håvar Bendiksen an Gitarren und Akkordeon und Arnfinn Bergrabb an Schlagzeug und Percussion. An kalten Herbsttagen kann man sich dieses Album wie einen wärmenden Schal um den Hals legen und fröhlich pfeifend durch die Pfützen hüpfen! (emv)



Siehe auch:
Bjørn Andor Drage
Håvar Bendiksen mit Silje Nergaard
Northern Concept
Arnfinn Bergrabb mit Kari Bremnes

   

Vals Til En Rød Fela
(2000, Kirkelig Kulturverksted/ARS FXCD226 / 3510140.2)

Als echtes Nordlicht lebt Susanne Lundeng auf einer kleinen Insel vor der Küste Nordnorwegens. Dort hat sie auch Unterricht bei alten Geigenspielern genommen und die Volkslieder ihrer Heimat in sich aufgesogen.

Auf »Walzer für die rote Geige« stellt sie ihre eigenen Songs wie »Lende« oder »En dans tel han Harald« vor, die ganz im Stil der nordnorwegischen Fiddle-Tradition gehalten sind. Als weit gereiste Musikerin kann sie sich artfremde Anleihen aus Jazz und Pop freilich nicht ganz verkneifen. Das ist auch gut so, denn heraus kam ein äußerst stimmungsvolles Folklore-Album, das eine elegante Brücke schlägt zwischen Tradition und Moderne. Die von ARS und Laika vertriebenen CDs unterscheiden sich nur durch das Cover und den bei Laika ins Englische übersetzten Titel. (peb)



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