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Alle Rezensionen zu Dalindèo
(Genre »Jazz«, Land »Finnland«)

 

Kallio
(2015, BBE/Indigo)

Überschäumend fröhliche Finnen? Gibt es tatsächlich! Dalindèo, das Sextett um den Gitarristen Valtteri Laurell Pöyhönen, trägt auf seinem in der Heimat mehrfach preisgekrönten Album »KALLIO« dick auf. Schwelgt in grellbunter 60ies-Italowestern-Tradition, bis selbst Quentin Tarantino der Schweiß auf die Stirn treten dürfte. Man streift lässig den finnischen Schlager der Fünfziger Jahre, ermuntert mit unbändigen Klezmer-Tönen zum Tanzen und driftet gekonnt in Richtung coolem Reggae. Und das quasi im Minutentakt! Dabei stehen hier nicht exotische Lande im Fokus, sondern das bunte, laute, rauhe Helsinkier Arbeiterviertel Kallio, dem Dalindèo hier ein superlebendiges Denkmal setzen. Und sie meinen definitiv das Kallio, das noch nicht zum Szeneviertel für angehende Hipster mutiert ist!

Hier wird einem schwül um Herz und Hirn. Denn die Sechs machen keine Musik zum Hinsitzen, sondern zum Abtanzen! Swingen mit respektloser Punk-Attitüde souverän durch die Stile und haben dabei definitiv ein diabolisches Glitzern im Auge. Die Plattitüde »die spinnen, die Finnen!« ist bei anarchischen Tracks wie »Kurvi« (Twist) ausnahmsweise einmal angebracht. Denn Irrwitz und hohe Spielkunst tun sich hier ausnahmsweise zusammen und beweisen, dass sie höchst Dancefloor-affin sind. »KALLIO« ist eine musikalische Abenteuerfahrt in bester Pippi-Langstrumpf-Tradition und hat mit arriviertem Konzertsaal-Jazz rein gar nichts zu tun. Hemdsärmelig, schnell und furios und unbedingt unberechenbar: Auf geht es in die wilden Hinterhöfe der Helsinkier Stadtkultur! (emv)

 Dalindèo: Kallio

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.dalindeo.com

   

Open Scenes
(2007, Ricky Tick Records RCD03/RT013)

Retro ist, wenn die Adidas seine 74er Kollektion wieder auflegt, wenn die Jungs wieder Tetris spielen und im Supermarkt Africola kaufen. Nostalgisch ist, wenn Dalindèo die Bläsersektion abstauben und die Latin-Grooves aus der alten Kiste auf dem Dachboden hervor kramen. Das Helsinki-Sextett beschwört gute alte Zeiten herauf und ist doch fest im Hier und Heute verankert.

Ein bisschen zu lieblich tönen die immerzu warmen Sounds, die sich mit viel Frische und Leichtigkeit im Raum bewegen – aber die Spielfreude ist nicht zu überhören. Und so wird sich entstressend und permanent alte Cinemascope-Strand-Videos reminiszierend durch das Debüt geschlängelt. Mal überbordend opulent und energetisch, dann getragen von altmodischem Flair und tiefsinnigen Melodieparts, die bei überwiegend instrumental gehaltenen Aufnahmen umso mehr Gewichtung erfahren. Nur auf drei Tracks steuert die Japanerin Michiko Vocals bei. Mitunter ist dies der bunteste Dancefloor-Jazz aus Finnland seit geraumer Zeit. (maw)



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