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Alle Rezensionen zu Nils Berg Cinemascope
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

Popmotion
(2011, Hoob Records/Broken Silence HOOBCD023)

Nils Berg spielt Saxofon, Flöte und Klarinette – und jede Menge verschiedener Jazzspielarten. Nachdem bereits seine vorherige CD im Titel David Bowies Kinohommage »Life on Mars?« zitierte, hat er nun unter dem Namen »Cinemascope« ein neues Projekt zusammengestellt. Mit Schlagzeuger Christopher Cantillo und Bassist Josef Kallerdahl, steht das Kerntrio, das ganz zeitgemäß Musiker aus aller Welt, vor allem via YouTube, einlädt, Teil der Band zu werden.

So wirkten auf »Popmotion« unter anderem eine japanische Koto-Klasse, ein Balafon-Meister aus Ghana und andere Leute aus Indien oder Brunei mit. Das Konzept findet seine Fortsetzung über die bandeigene Website sowie via Videoprojektion auf den Konzerten des Trios. Trotz allem gelang unter dem uneinheitlichen internationalen Einfluss eine wundersam homogene pop-infizierte Scheibe, die eingängig und unkonventionell im selben Atemzug daherkommt. Der 1977 in Göteborg geborene Nils Berg studierte Komposition und Improvisation, und er ist ein mutiger Spinner im besten Sinne: einer, der auf komische Ideen kommt und diese geistreich und innovativ ausarbeitet. Diese Idee von Jazz hat mehr Aufmerksamkeit verdient! (ijb)



Siehe auch:
Josef Kallerdahl
Here's To Us

Nils Berg: Popmotion

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.nilsbergcinemascope.com

   

We seem to be drifting apart
(2019, Hoob Records/Broken Silence HOOBCD076/HOOBLP076)

Aufnahmen aus Mosambik, Kalifornien und Oslo; drei Jahre nach »SEARCHING FOR AMAZING TALENT FROM PUNJAB« legt das weltreisende schwedische Trio Nils Berg Cinemascope sein viertes Album vor. Sie nennen es »ein ununterbrochenes Mixtape auf Vinyl« – was aus zwei Gründen irritiert: Erstens, das Album liegt uns auf CD vor – und zweitens: Wie kann man eine LP so abspielen, dass die Musik nicht nach der ersten Hälfte unterbrochen wird?

Aber sei's drum: Die Musik folgt dem gleichen Prinzip wie frühere Alben: YouTube-Clips und Field Recordings aus aller Welt bilden Ausgangspunkt für die Cinemascope-typische Mischung aus kollektiven Improvisationen. Als Gäste sind diesmal zu hören: Johan Graden am Klavier und Mellotron, Daniel Ögren an Gitarren und Keyboards und Marokkos erste Guimbri-Spielerin Asmaa Hamzaoui; dazu einige weitere MusikerInnen aus Afrika und Schweden. Das erste Stück ist gleich das beste, weil es die Erwartungshaltung erfrischend bricht: Man meint, versehentlich ein neues Album von Bon Iver eingelegt zu haben, so auto-tune-mäßig verfremdet kommt dieser Popsong daher. Kaum zu glauben, dass das ganz spontan entstanden sein soll. Anderen Stücken hört man den offenen, freien Entstehungsprozess schon eher an, wie auf den bisherigen CDs. Doch tut das der Hörfreude keinen Abbruch, auch ohne die live im Konzert zu erlebenden Videoclips. (ijb)

Audio-Link Video-Link

   

Vocals
(2013, Hoob Records/Broken Silence HOOBCD038)

Teil 2 des »Cinemascope«-Projekts um Nils Berg, Josef Kallerdahl und Christopher Cantillo führt die Film-Musik-Zusammenarbeit weiter und ist explizit als »Soundtrack« zum Film »VOCALS« angelegt. Die komplette Musik wurde um eine Reihe von Videoclips von Sänger/innen und Musiker/innen aus dem Internet entwickelt - und das greift entsprechend auch der Film auf, den man komplett auf der Bandwebsite sehen kann – und der das Vergnügen an der Platte signifikant erhöht und erweitert.

Doch auch ohne Video beeindruckt nach wie vor der Einfallsreichtum des Trios, das sich mit unterschiedlichsten vielsprachigen und multinationalen Tonquellen zu einer größeren und sehr wandlungsfähigen Band ausdehnt. Der unidentifizierte afghanische Junge im Traditional »Pashto Love« steht daher gleichberechtigt neben Gospel, pakistanischem Gesang, orientalischen Klangfarben und einem Jazzquartett-Zwischenspiel. Klasse! (ijb)



Siehe auch:
Viktor Skokic
Mattias Ståhl

Video-Link

   

Sailors Dancing In The Fight Hall
(2007, Caprice Records CAP 21768)

Kaum zu glauben, aber es gibt doch tatsächlich noch Jazzmusiker, die eine völlig unverbrauchte, frische, mutige Musik spielen und sich fernab von allen gängigen Pfaden auf eine klangliche Abenteuerreise begeben: Nils Berg heißt der Mann, Saxophonist, Flötist und Klarinettist, der für diese CD völlig zurecht den »Jazz in Sweden 2007«-Preis gewonnen hat.

Berg schreibt Stücke: schwer zu beschreiben, außerhalb jeder Kategorie, und doch brodelt die halbe Musikgeschichte darin. Freie Elemente treffen Pop, Tango, Marsch, Swing, Folk und wer weiß was noch alles. Ebenso ungewöhnlich die Besetzung, die dieses Sound-Kaleidoskop möglich macht: Mattias Ståhl spielt Vibraphon und Marimba, Leo Svensson Cello, Synthesizer und Singende Säge, dazu gesellen sich Josef Kallerdahl (b) und Sebastian Voegler (dr, perc). Nils Berg spielt ein feuriges Tenorsax, aber wichtiger scheint ihm das gesamte Klangbild. Eine CD, die nach dem ersten Hören neugierig macht – auf das, was man beim zweiten Hören entdeckt. (tjk)



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