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Alle Rezensionen zu Jan Lundgren, Richard Galliano, Paolo Fresu
(Genre »Jazz«, Land »Grenzgänger«)

 

Mare Nostrum II
(2016, ACT 9812-2 | 9812-1 (LP))

»Der Sound Europas« wird die Musik des erfolgreichen Trios genannt; gar nicht unpassend, diese Kurzbeschreibung. Das Gipfeltreffen der drei großen und beliebten Musiker aus Sardinien, Schweden und Frankreich erfährt endlich eine Fortsetzung. Wobei: In zahlreichen Konzerten begeisterten sie seit dem ersten gemeinsamen Album ein internationales Publikum, nur dass es eben bis Februar 2014 dauerte, bis Fresu, Galliano und Lundgren wieder als Trio ins Studio gingen, sieben Jahre nach dem Erfolg des Debüts. Paneuropäisch und stilübergreifend – wenn nicht gar stilbildend – ist nach wie vor auch ihre schwer einzugrenzende, aus zahlreichen Einflüssen destillierte Musik: Im Jazz fühlen sich alle drei wohl, ebenso lebt ihr Zusammenspiel aber auch von der »klassischen« Kammermusik, vom Chanson und von verschiedenen volksmusikalischen Färbungen.

Galliano lässt am Bandoneon schon mal argentinischen Wind herüberwehen – oder zumindest mediterrane Melancholie –, während Trompeter und Flügelhornist Fresu eine innere Ruhe ausstrahlt, die unlängst sein superbes Duo mit Daniele di Bonaventura zum stillen Ereignis machte, und Lundgren am Piano sozusagen die nordische Jazztradition beisteuert. Ein durchweg ruhiges Album (vom einzigen etwas flinkeren Stück »Leklåt« abgesehen) voll intuitiver Klarheit und souveräner Eleganz. (ijb)



Siehe auch:
Jan Lundgren Trio
Paolo Fresu mit Ulf Wakenius
Jan Lundgren
Wolfgang Haffner mit Jan Lundgren

Jan Lundgren: Mare Nostrum II

Video-Link Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.actmusic.com

   

Mare Nostrum III
(2019, ACT/Edel ACT 9877-2)

Mit diesem Album schließt sich in gewisser Weise ein Kreis: Nachdem das erste Album dieser Trilogie in Fresus Heimat Italien aufgenommen wurde und der Nachfolger in Südfrank-reich, woher Galliano stammt, traf man sich dieses Mal unter Lundgrens Gastgeberschaft in Göteborg. Das hört man dieser Produktion aber nicht unbedingt an, vielmehr darf sie als nahtlose Fortführung der vorangegangenen Veröffentlichungen betrachtet werden. Die Songs Nummer 28-42 dieses »Projekts« liefern somit erneut den durchaus erwartbaren paneuropäischen, mitunter chansonesken Balladen-Jazz. Hie und da eventuell mit einer kleinen Prise Blues (»Blues sur Seine«) oder Jazz (»Ronneby«) mehr. Entscheidende Erweiterungen oder gar Wagnisse in kompositorischer oder interpretatorischer Hinsicht bleiben aber aus.

Somit zeigt es sich einmal mehr, dass ein wunderbares Projekt nicht wunderbarer wird, wenn man es zweimal wiederholt, auch wenn dabei alles noch so perfekt gemacht ist. Da wir aber keine »Sternchenbewertung« mit der Rubrik »Innovationsfreude bei Nachfolge-Alben« haben, bleibt uns nur übrig (und das auch durchaus gerne), für dieses Album als solches gesehen hohe Bewertungen zu vergeben. Wir lassen aber ebenso gerne nicht unerwähnt, dass – wie wir finden – die Magie und die Strahlkraft des Premieren-Albums nie mehr erreicht wurde. (stv)



Siehe auch:
Paolo Fresu & Lars Danielsson

Video-Link

   

Mare Nostrum
(2007, ACT/Contraire 9466-2)

Ein Trio mit der Besetzung Trompete, Akkordeon und Piano erscheint auf den ersten Blick sehr gewagt; zumindest hätte man hier auf hohem Niveau scheitern können. Allerdings handelt es sich bei den Protagonisten um den Sarden Paolo Fresu, längst einer der gefragtesten, weil kreativsten Trompeter Europas, den Grand Seigneur des Akkordeon Richard Galliano, maßgeblich an der Etablierung dieses Instruments beteiligt, und den schwedischen Pianisten Jan Lundgren.

Ohne Rhythmusgruppe und praktisch ohne Swing, aber mit einem wundervollen Flow tasten und tupfen sich die drei europäischen Meister durch ein geschmackvoll zusammen- gestelltes Repertoire aus ein paar Fremdkompositionen (von Jobim, Charles Trenet und sogar Ravel) und vielen eigenen, wobei ein jeder seinen musikalischen Background einbringt – und die jeweils anderen sich offenen Geistes und Herzens darauf einlassen. Und wie das zusammenpasst! Fresu spielt herrliche Linien mit viel Luft, Galliano glänzt ebenso mit Akkordeon wie Bandoneon, und Lundgren hält alles rhythmisch und harmonisch zusammen. Alle drei zusammen schaffen ein ganz eigenes Klangbild mit zauberhaften Melodien, fröhlich und melancholisch, virtuos, aber nie verkopft. Geradezu wundervoll ist diese Musik, ebenso spannend wie entspannend und schlichtweg glücklich machend – ein absolutes Meisterwerk. (tjk)



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