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Alle Rezensionen zu Ultralyd
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

Conditions For A Piece Of Music
(2007, Rune Grammofon/Cargo RCD 2065)

Auf dem Cover eine Sternenkarte vor einem saugenden schwarzen Loch; die Stücke tragen Titel wie »Comphonie IV« oder »Pentassonance«. Ultralyd sind mit ihrem aktuellen Album scheinbar in intellektuellen Räume vorgestoßen, die sonst eher von solchen Kopfkünstlern wie Stockhausen und Co bewohnt waren. Statt des energiereichen Hardcore-Freejazz, den Gründer Frode Gjerstad geprägt und den die Band auf »Chromosome Gun« mit Warp-Geschwindigkeit zelebriert hat, trudeln die Klangwelten dieses Albums schwere- und richtungslos durch stille Räume.

Nach Neuer Musik klingt das, ohne fokussiert genug dafür zu sein, nach dem schweren, dumpfen Sound von Doom-Metal, das allerdings zu selten. Ansonsten quietscht und wabert es viel – ein stetes Probieren, das anstrengend ist, weil es keine Angriffspunkte gibt, in denen man sich einklinken und in die Wolken eintauchen könnte. So bleibt diese Musik fremd, wie durch ein Teleskop betrachtet – schade. Mit Bodenhaftung verhallte der Ultraschall von Ultralyd nicht so weit gestreut im All. (sep)



Siehe auch:
MoHa!
Kjetil Møster

 Ultralyd: Conditions For A Piece Of Music

   

Inertiadrome
(2010, Rune Grammofon RCD2105)

Ultralyd sind wieder da, wie Frode Gjerstad sie bei seinem Weggang hinterlassen hatte: laut, präsent, wuchtig. Vorbei die sphärischen Ausflüge - und das ist mehr als gut so. Es ist sogar besser, als es jemals war. Das hört man gleich in der ersten Minute des Albums. Kjetil Brandsdal legt mit seinem Bass einen böse dreckigen Drive im 7er-Takt hin, Drummer Morten Olsen komplettiert dieses stampfende Vorwärtswüten. Die Energie lässt dann die nächsten 40 Minuten nicht mehr nach.

Anders Hana und Kjetil Møster kitten die Ritzen, die da nach bleiben, mit sägezahnverzerrter Elektronik zu, von Melodien mag man da nicht reden. Møsters Saxophon ist hinter der Verzerrung fast nie als solches zu erkennen, bei Hana sind die klanglichen Grenzen zwischen Gitarre und Synthesizer fließend. Das Ergebnis hat was von Jazz, Metal, Industrial und Naturkatastrophe. Da hilft nur Bangen - und Beten. (sep)

   

Chromosome Gun
(2005, Load Records/Cargo Load 070)

Headbangen zu Freejazz? Bei diesem Album ist das möglich. Ultralyd, hier noch mit dem wild brötzenden Saxophonisten Frode Gjerstad, rasen irgendwo auf der Kante zwischen Metal, Doom und Jazz entlang und fegen dem Hörer mit der Energie eines Live-Auftritts die Ohren durch. »MACHINE GUN« hatte Saxophonist Peter Brötzmann eines seiner kreischenden Alben genannt, »CHROMOSOME GUN« mag man als Referenz verstehen.

Kjetil Brandsdal am Bass und Anders Hana an der Gitarre erzeugen mit Saiten und Verzerrern Breitband-Krach, Morten J. Olsen lenkt die Kombo immer wieder in dumpf groovende Bahnen zurück, bevor alles erneut explodiert. Nervös ist das und packend: ein Ohrenputzer, ein Hirnschmalzspüler für alle, die es gleichzeitig hart und seltsam mögen. (sep)



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