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Alle Rezensionen zu Varjo
(Genre »Rock«, Land »Finnland«)

 

Viimeinen Näytös
(2010, Stupido Twin Records TWINCD109)

Endlich liegt mir das Vermächtnis der wunderbar stimmungsvollen Varjo vor. »Vermächtnis« ist hierbei durchaus wörtlich gemeint: Am 20. September 2008 stirbt der Gitarrist der Schattenmänner, Henry »Henkka« Waldén, bei einem Brand. Die verbliebenen Bandmitglieder beschließen daraufhin das Kapitel »Varjo« endgültig abzuschließen. Doch zuvor wollen sie das bereits begonnene Album im Sinne Henrys fertig stellen: Drei Stücke hatte er bereits im Sommer 2007 aufgenommen: »Kadonneet», »Sairaalassa« und »Olet Ehkä Kuollut« – dessen freie Übersetzung makabrerweise lautet »Du bis vielleicht schon tot«.

Die restlichen Gitarrenmelodien der insgesamt elf Lieder spielen nun Sänger/Gitarrist Antti Lautala und Bassist Matthew Pallasoja ein; gemeinsam mit Schlagzeuger Jukka Laine kreieren sie »VIIMEINEN NÄYTÖS«. Das sehr düstere »Maalaa« eröffnet die vierte Studioscheibe: Kirchenglocken dröhnen, der Gesang wechselt von dunklen zu anklagenden Passagen, die Melodie schleppt sich schmerzlich vorwärts. Nach einer kurzen Auflockerung zerrt »Nyt Mun Silmät Näkee Ennemän« mächtig an den Nerven. Dagegen steppen die nächsten beiden (mitsingtauglichen) Werke groovend aus den Boxen.

Trauer und (Spiel)Freude liegen hier häufig sehr nah beisammen. Insgesamt wirkt die 41-minütige Spielzeit häufig bedrückend; selbst in kraftvolle Stücke schleicht sich Melancholie. »VIIMEINEN NÄYTÖS« (»DER LETZTE AKT«) – ein gewaltiger Schlusspunkt. (nat)



Siehe auch:
Silent Scream

 Varjo: Viimeinen Näytös

   

Muistijälkiä
(2006, Futurerecords FUTU-0013)

Wild rotierte das Besetzungskarussell um Gitarrist Waldén/Sänger Lautala: Nach »PARATIISISSA« wechselte Schlagzeuger Jaani 2004 zu den Deadbabes, mittlerweile singt er bei Iconcrash. Sein Nachfolger Jari »Kailis« Kailokari trommelte »MUISTIJÄLKIÄ« ein - und Bassist Luukkonen nahm nach den Aufnahmen seinen Hut. 2006 ersetzte ihn Arto Nevalainen, dafür verließ Jari kurz nach der Veröffentlichung die Band.

Derartige Kapriolen gehen nicht spurlos an der Musik vorüber. Statt wie auf dem Vorgänger mit Synth-Schwaden, beginnen Varjo hier mit sehr leisen Tönen, wenngleich das Schlagzeug schließlich doch noch stampft und pulsiert. Das Quartett agiert puristischer, melancholischer und zurückhaltender als zuvor. Eine Scheibe, die nicht auf Anhieb zündet - aber lange brennt. (nat)



Siehe auch:
Deadbabes
Iconcrash

   

Paratiisissa
(2003, Futurerecords FUTU-0005)

Noch eine keyboardlastige Combo mit Düstertouch aus Finnland? Bitte nicht gleich Vergleiche mit HIM, Entwine oder To/Die/For anstellen. Varjo klingen anders. Mit »PARATIISISSA« hat das 1994 von Sänger/Gitarrist Antti Lautala ins Leben gerufene Quartett eine feine, zweite Scheibe abgeliefert. Mal mit einer kräftigen Prise Percussion gepfeffert, wie in »Varjokuva«, manchmal mit leichtem Cure-Aroma versehen oder dominiert von schweren Tastenschlägen, die wie Kirchenglocken das Schlagzeug überlagern bis der Gesang einsetzt: »Ole minulle sisko«.

Der tiefe Gesang Lautalas schafft gemeinsam mit Jaani Peuhus Schlagzeug, Percussion, Keyboard plus den dunklen Basslinien Kaide Luukkonens eine Nachtwanderungs-Stimmung, in der Henry Waldéns klare Gitarrenmelodien sternenhell leuchten – oder Bläser selbstversunken umherschweifen, wie im letzten Stück »Ennen ja jälkeen hiljaisuuden«. Kompliment an die paradiesischen Schattenmänner. (nat)



Siehe auch:
HIM
Entwine
To/Die/For



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