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Alle Rezensionen zu Gösta Berlings Saga
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Tid Är Ljud
(2006, Transubstans/Record Heaven Trans02)

Die spannendsten Entwicklungen passieren nicht im Zentrum, sondern in den Grenzgebieten, wo sich verschiedene Einflüsse verspielt beschnuppern wie junge Hunde. Gösta Berlings Saga tauchen mit ihrem Debütalbum »TID ÄR LJUD« unvermittelt aus dem Dickicht der Wälder auf. Lassen alle Schwere und Schwärze, die den Progressive Rock inzwischen in die Knie zwingen wie Wackersteine in den Manteltaschen, souverän hinter sich. Das Quartett entwickelt auf dem rein instrumental eingespielten Album eine lichte Leichtigkeit und richtet sich in einer besonnten Ecke des Gartens ein, wo Prog, Jazz, Experimentelles und eine Prise Folk entspannt nebeneinander im Gras liegen. Irgendwie ist Pat Metheny hier näher als der junge Peter Gabriel.

Ein Konzeptalbum über die Wechselbeziehung zwischen Stadt und Natur legen die Schweden hier vor. Klingt fürchterlich verkopft. Ist es nicht. Exzessive Mellotron-Verwendung muss nicht im verkiffter Selbstbespiegelung enden. Der endlos mäandernde Song »Tog Du Med Dig Naturen?« ist eine unwiderstehliche Meditation über die Sogwirkung kleinster Veränderungen. Ein Aufbruch ins Unbekannte ist im Progressive Rock möglich. Wie erstaunlich. Wie wunderbar. (emv)

 Gösta Berlings Saga: Tid Är Ljud

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.gostaberlingssaga.se

   

Detta Har Hänt
(2009, Transubstans Trans047)

Die kleine Form. Das Kammerspiel. Unruhiges Flirren, ruhiges Beharren. Ein deutliches Echo der Klänge des taubengrauen nordfranzösischen Piano-Melancholikers Erik Satie hallt auf »DETTA HÄR HÄNT« nach. Störgeräusche, betrunkene E-Pianos, nebelschwere Mellotronträumereien und irrlichternde Gitarren geben die neuen Fixpunkte ab im Universum von Gösta Berlings Saga. Die in ihrer sich lustvoll auf Nebenpfaden verzweigenden Suche nach irgendetwas Unbestimmtem, aber Intensivem den empfindsamen modernen Postrockern näher sind als den Räucherstäbchen-umnebelten Kiffern des traditionellen Retroprog.

Grenzen überschreiten, neugierig sein. Improvisieren. Sich treiben lassen, aber hellwach sein. Nichts zu sehr zu wollen und gerade deshalb instinktiv das Richtige tun. Nach der Auseinandersetzung mit der Natur auf dem ersten Album geht es hier um eine facettenreiche Annäherung an den Zustand der Städte, um Industrialisierung und Liebe. Endlose Fragen, viele Antworten. Zum Beispiel auf die Frage, ob Progressive Rock nach 40 Jahren immer noch innovativ sein kann. Und nur eine mögliche Antwort: Ja, ja, ja, viele Male ja! (emv)



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