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Alle Rezensionen zu Lena Malmborg
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Paris To Berlin
(2010, Crying Bob Recordings/Broken Silence CRB025)

Warum das sozial zerklüftete und wirtschaftlich völlig am Boden liegende Berlin skandinavischen Musikern von Tiger Lou bis Whitest Boy Alive als Hort der Inspiration dient, ist für Menschen, die jenseits der Enklave Prenzlauer Berg wohnen, ein Rätsel. Wir wollen jetzt nicht erörtern, warum diese Phalanx der Kurzzeit-Hauptstädter die preußische Luft als kreativitätsfördernd erleben. Lena Malmborg jedenfalls konnte durch die Bildungsreise nach Berlin die kreative Blockade auflösen, die das Erscheinen ihres dritten Albums »PARIS TO BERLIN« behinderte. Herausgekommen ist dabei eine sehr luftige und leichtfüßige Mischung aus Pop, Soul, Disco, Barsong und Kinderlied. Produziert hat Mando-Diao-Produzent Mats Björke. Emotionale und praktische Unterstützung kommt vom Lebensgefährten Daniel von Friska Viljor, auf dessen Label die Platte auch erscheint.

Eine gewisse künstliche Nostalgie ist hier auszumachen, ein elaboriertes Altmodischsein auf hohem Niveau. Natürlich geht es hier um verkorkste Beziehungen, üble Herzschmerzen und tapferes Wieder-Aufstehen. Lena Malmborg changiert zwischen Bardame mit Herz, Babydoll und 60ies-Girl mit tonnenweise falschen Wimpern. Sie tut dies mit selbstbewusster Zurückhaltung, die sich und anderen Platz einräumt. Obgleich unbedingt stimmig produziert, braucht dieses Album Zeit, um sich zu entwickeln. Die beiden Zuckerstücke kommen ganz zum Schluss: »It's Time For A Decision«, ein feines Duett mit Sugarplum-Fairy-Sänger Carl Norén, und »Världens Finaste Gosse« (der hübscheste Junge der Welt) ein simples, inniges Kinderlied für den zweijährigen Sohn Olle. Da pfeifen wir doch aus tiefstem Herzen mit. (emv)



Siehe auch:
Tiger Lou
Whitest Boy Alive
Mando Diao
Friska Viljor

Lena Malmborg: Paris To Berlin

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.lenamalmborg.com

   

A New Time, A New Life, A New Religion
(2007, Crying Bob Recordings CBR011)

Trompetentupfer erwärmen das Fegefeuer der Leidenschaft. Seelenvoll und ein bisschen klagend streifen sie immer wieder das Erstlingswerk der Schwedin. Erdig produziert und mit der nötigen Abgeklärtheit ausgestattet sind vornehmlich die erwachseneren Fahrwasser die ihrigen, die sie mit Songs füllt, die sich am fließenden Herzblut laben: das zerbrochene »The Accident«, das soulige »Peace Of Mind« sind dabei nur Exempel einer durchgängig guten Platte.

Die Gefühlspalette reicht von schwarz bis schwärmend; zwischendurch nimmt sie es zwar mit der Leere der besungenen Beziehungslandschaften etwas zu genau, aber das ändert nichts daran, dass »A NEW TIME, A NEW LIFE, A NEW RELIGION« im Genre des countrydurchtränkten Pop dank ihrer variablen, dunklen Stimme fast mit amerikanischen Kolleginnen wie Emmylou Harris, Lucinda Williams oder Aimee Mann mithalten kann. (maw)



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