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Alle Rezensionen zu Men Among Animals
(Genre »Pop«, Land »Dänemark«)

 

Buried Handsome
(2013, Tapete/Indigo TR263)

Men Among Animals geben auf ihrem dritten Album »BURIED HANDSOME« unverdrossen die schlunzigen Alltagsphilosophen, die sich souverän im eigenen Tempo durch die Stile treiben lassen. Dass man inzwischen vom Quintett zum Trio geschrumpft ist, ist ein Faktum, das auf langen Reisen nicht ausbleibt. Sei´s drum! Gleichwohl haben die Mannen um Sänger Janus Elsig Abschied von den ganz grandiosen Tönen genommen und traben gemächlicher dahin. Von beginnender Alterweisheit ist hier allerdings nichts zu spüren: Die Drei bewegen sich weiterhin unberechenbar wie die Kobolde zwischen Schmuddel-Glamrock, Waldschrat-Pop und dem weiten Weirdo-Elektronikland. Die wesensverwandten Landsleute Mimas winken freundlich aus der Ferne!

Dass das Album zur Gänze an der dänischen Westküste im Ferienhäuschen von Janus´Eltern aufgenommen wurde, ist hier nicht nur an der entspannten Atmosphäre, sondern auch Original-Vogelgezwitscher im ebenso reduzierten wie buntschepperigen Track »When You Smile« zu hören. Im feinen »Cathy« marschieren die Dänen fast schon Richtung Folkpop, ohne dabei zu harmlosen Blumenkindern zu mutieren. Denn merke: Men Among Animals sind Musiker, die gerne komplizierten, krausen Gedanken nachhängen. Und mitunter gerne garstig sind: So ist »Common Way« ein ebenso zartes wie bitterböses Experimentalpopstückchen über das Hassen. Um wenig später in »Old Mr. Carson« in wunderbarste Harmoniegesänge auszubrechen und schlaue Elektronika dazu blubbern zu lassen. Denn die wichtigste Lektion des Erwachsenenlebens haben die Dänen ohnehin schon lange gelernt: Die Dinge sind meistens deutlich vielschichtiger und verwirrender, als es auf den ersten Blick aussieht! (emv)



Siehe auch:
Mimas

 Men Among Animals: Buried Handsome

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.menamonganimals.com

   

Run Ego
(2010, Tapete/Indigo TR175)

Tribale Perkussionsgewitter. Puuh! So, als ob eine ganze Rotte wildgewordener Stammmesbrüder rhythmisch um ein nächtliches Lagerfeuer stampfte, die Funken stieben lässt und dazu lauthals singt. Men Among Animals sind auf ihrer zweiten Veröffentlichung »RUN EGO« unberechenbar. Bewegen sich wie ihre US-Cousins Animal Collective oder Flaming Lips auf einer eigenwilligen Umlaufbahn zwischen den Planeten experimenteller Rock, Freakpop und, äähm, hippiesker Glamrock.

Die fünf Dänen sind neugierig unterwegs in ein buntes Nirgendwo. Nehmen unterwegs mit, was ins Gepäck passt: Bowie in seiner überkandidedeltsten 70er-Phase. Ein wenig Blues, ein wenig Reggae, psychedelischen Klangspielereien und die eine oder andere bittersüße Ballade. Spielen herum, leidenschaftlich, konzentriert. Leuchten grell auf wie Supernovas. Erfinden sich mit jedem Song ein bisschen neu. Fast wird einem schwindelig hier. Aber es ist diese angenehme Schwindeligkeit, die sich nach der 13. Runde Kettenkarusselfahren einstellt! (emv)

   

Bad Times, All Gone
(2007, Tapete 4047179039024)

Wer sich umschaut, stellt schnell fest: Unter Popband-Frontmännern gibt es viele gute Sänger, aber wenig gute Stimmen. Unter diesem Manko haben die vier Dänen nicht zu leiden. Lasse Nielsens Stimme quietscht hin- und her, jault und zerrt, vibriert und krächzt. Meist in oberen Tonlagen. Da trifft er nur annähernd jeden Ton, aber wenigstens klingt er nicht wie alle anderen.

Die Musik dazu tönt, wie locker wie aus diversen Ärmeln geschüttelt. Jingle-Jangle-Pop trifft auf nette Farfisa-Gespinste, und die Feinpsychedelik knabbert am fröhlichen Mut des Indiepops. Wer immer behauptet, die Welt sei schlecht, der hat die Men Among Animals noch nicht gehört, auch wenn sich manch melancholische Mogelpackung eingeschlichen hat. Die Landkarte der Popmusik steckt ihnen dabei immer in der Hosentasche, und darauf wird Meile um Meile abgerissen: Von den seligen 60ern bis ins turbulente Heute. Wären die Men Among Animals Schwiegersöhne, würde Mutti sie lieben. (maw)



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