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Alle Rezensionen zu Silje Nes
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Opticks
(2010, Fat Cat Records FAT-SP 20)

Silje Nes macht keine großen Worte. Keine lauten Töne. Nichts, was nach Aufmerksamkeit schreit. Der Hörer wird eingeladen zu einer intimen Begegnung zu zweit, mit ganz fragiler Songwritermusik. Von Pop zu sprechen ist hier tatsächlich ein wenig irreführend; dafür ist »OPTICKS« zu fern von Trends. Wem das alles zu wenig ist, wer die sensiblen Lieder, die mehr skizziert als groß auskomponiert wirken, nicht interessant, womöglich sogar banal findet, der verpasst eine wunderbare Chance, einer Musikerin ganz nahe zu kommen.

Man tut Silje Nes und ihrem zweiten Album aber Unrecht, wenn man sie auf scheinbare Skizzen und fast gehauchte Gitarrenlieder reduziert und nicht den Reichtum sieht (oder hört), der in dieser Bescheidenheit steckt. So viele klangliche Details hat die Norwegerin in ihren klaren, einfachen Songs verarbeitet, dass sich ihr Album weit abhebt von vielen anderen Songwriterplatten. Silje Nes hat das größtenteils allein eingespielt. Eine Vielzahl an Instrumenten und Effekten muss dabei beteiligt gewesen sein – neben Gitarren, Bass und Schlagzeug auch Xylophon, Bratsche, Konzertina, Flöte, Trompete, diverse Percussion und Elektronik und bestimmt noch andere, spontan miteinbezogene Dinge. Ohne jemals auch nur einen Ton zu viel im Arrangement ergibt sich eine ganz eigene Klangwelt. Für die leisen Stunden des Tages. (ijb)

Silje Nes: Opticks

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/siljenes

   

Ames Room
(2007, Fat Cat Records/Rough Trade FAT-SP16)

Der erste Eindruck trügt: Trotz ihrer skurril-verspielten Songs stammt Silje Nes nicht aus Island – wo Musik üblicherweise so klingt wie hier –, sondern aus Norwegen. Das zwischen 2004 und 2007 komplett im Heimstudio selbst aufgenommene Material zeigt eine scheue Sängerin inmitten einer traumverlorenen »Alice im Wunderland«-Welt aus Slow-Mo-Pop, Singer/Songwriter-Melancholie und knisternder Elektronika. Halt, eine Ausnahme gibt's im Solo-Recording: Beim ersten Track »Over All« wirkte Kristian Stockhaus von Ungdomskulen mit – was man aber nicht hört.

Gitarren, Cello, Glockenspiel, Melodica, Xylophon, Trompete und zwitschernde Loops: Die im Sognefjord geborene und nun in Bergen lebende Silje geht ihren eigenen Weg, auf dem man ihr mit offenen Augen und noch offeneren Ohren folgt. Dass sie früher mal klassisches Piano studierte, hört man mit keinem Ton. Lieber verlegt sie sich auf das naive Kombinieren allerlei versponnener Sounds und singt dazu mit einem unglaublichen Understatement, das an unsere immer gern als Referenz für Schüchternheit dienende Stina Nordenstam erinnert. Passt aber: Selbst auf Fotos scheint sie sich immer irgendwie zu verstecken ... (peb)



Siehe auch:
Stina Nordenstam
Undomskulen



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