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Alle Rezensionen zu Sturmgeist
(Genre »Metal«, Land »Norwegen«)

 

Über
(2006, SOM SOM-137)

Europatreffen der besonderen Art: Ein deutscher Name, eine norwegische Band - und ein finnischer Amoklauf. Am 7. November 2007 tötete ein 18jähriger beim Schulmassaker von Tuusula acht Menschen. Da er sich »Sturmgeist_89« nannte, fragten Journalisten Bandkopf Cornelius von Jakhelln nach möglichen Zusammenhängen. Dieser erklärte auf seiner Website, nicht nur seine Band, sondern auch eine Figur aus dem Videospiel »Medal Of Honor« trage diesen Namen. Und schließlich: »It is people that kill people. Not music«. Recht hat der Mann.

Nun zur Musik. Auf dem zweiten Album »ÜBER« experimentieren die Mannen um Solefald-Gründungsmitglied Jakhelln mit grimmigen, progressiven, elektronischem (Thrash) Metal. Wild gemischt reihen sich Texte über Krieg, Poesie und germanische Mythologie aneinander. Diese röchelt, faucht Jakhelln in Black-/Thrashmanier abwechselnd auf Norwegisch, Deutsch, Englisch - mit zuweilen augenzwinkerndem Ergebnis: »Party Über Alles« ist ein pures Spaßstück mit hämmernden Discobeats. In anderen Stücken wie »Mephisto« arrangiert der Norweger kunstvolle Elektrospielereien oder interpretiert den Falco-Klassiker »Rock Me Amadeus«. Schräg, skurril, schizophren - und sehr anders. (nat)



Siehe auch:
Solefald

 Sturmgeist: Über

   

Manifesto Futurista
(2009, Inhuman 003)

Ist es tatsächlich schon 3 Jahre her, seit »ÜBER« erschien? Tatsächlich. Mit dem Nachfolger »MANIFESTO FUTURISTA« gedenkt Cornelius »Sturmgeist« Jackhelln dem Futurismus, Geschwindigkeit, Technik und hält sich dabei an den Ausspruch von F.T. Marinetti: »Ein Werk ohne aggressiven Charakter kann kein Meisterwerk sein« (1909). So prügelt er gemeinsam mit Schlagzeuger Christian »Anti Christian« Svendsen ein düster-grimmiges, sehr, sehr norwegisch klingendes Black Metal-Werk ein. Statt experimentell, wie es mancher nach »ÜBER« von dem der Wahlberliner erwartet hätte, hämmert der 38-Minüter puristisch, frostig, bissig aus den Boxen.

Lyrisch befasst sich der Musiker / Schriftsteller / Poet mit einem Soldaten im Ersten Weltkrieg (»Verdun«), industriellen Vernichtungslagern (»Elégie d'une Modernité Meurtrière«) und dem Amoklauf des Schülers in Tuusula (»Sturmgeist_89«). Die elf Stücke reichen vom rockigen »The Siegfried Order« über das klassisch inspirierte »Ritorno Glorioso« bis zum typisch norwegischen »Skyggestrykerene«, aber verzichten auf jegliche Elektrospielereien. »MANIFESTO FUTURISTA« ist ein wundervoll atmosphärisches Stück Schwarzmetall. (nat)



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