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Alle Rezensionen zu Jan Lundgren
(Genre »Jazz«, Land »Schweden«)

 

The Ystad Concert – A Tribute to Jan Johansson
(2016, ACT/Edel ACT 9814-2)

Seit 2010 existiert das Jazzfestival im südschwedischen Küstenort Ystad, einem Ort, der vielen Skandinavienfreunden erst einmal als Heimat Kurt Wallanders und Gegend seiner Kriminalfälle bekannt sein dürfte. Nicht weit östlich von hier wurde vor genau fünfzig Jahren zudem der Pianist Jan Lundgren geboren, er studierte im wenige Kilometer westlich gelegenen Malmö, gründete und leitet seither das sommerliche Jazzfestival mit internationalen Gästen.
Als Lundgren gerade mal zwei Jahre alt war, starb der 37 Jahre junge Pianist Jan Johansson bei einem Autounfall. In seinem kurzen Leben legte er wesentliche Grundsteine für jene Spielart des »Modern Jazz«, der seither als »typisch nordisch« bezeichnet wird: Weit entfernt von den weltstädtischen Stilmitteln im damals einflussreichen Hard Bop und Post Pop legte Johansson 1963 mit »Jazz på svenska«, in Schweden seitdem zur meistverkauften Jazzplatte avanciert, einen weitaus lyrischeren, mit schwedischer Tradition und Folklore ausgestalteten Pianojazz vor, den er auf weiteren Alben um russische und ungarische Varianten erweiterte.

Lundgren wiederum erwies sich auf bislang fünf ACT-CDs als würdiger Erbe Johanssons, etwa mit den erfolgreichen Trio-Platten »European« bzw. »Swedish Standards« sowie den beiden herausragenden »Mare Nostrum«-Alben (neben unzähligen CDs auf anderen Labels). Mit dem vorliegenden zauberhaften Konzertalbum vom Ystad Sweden Jazz Festival im Juli 2015 gibt es nun gewissermaßen einen Nachfolger zu Lundgrens 2007er kammermusikalischer CD »Magnum Mysterium«: Damals spielte Lars Danielsson Bass und der Gustaf Sjökvist Chamber Choir sang alte Madrigale; hier nun wirkt Lundgrens langjähriger Bassist Mattias Svensson mit, und für die Kammermusik sorgt das Bonfiglioli Weber String Quartet.

»A Tribute to Jan Johannsson« heißt dabei keineswegs, dass alte Nummern treu aufgewärmt würden. Vielmehr spielen die sechs ein mitreißendes und sensibles Abendprogramm auf der Basis schwedischer, russischer und ungarischer Volkslieder, famos arrangiert und bestechend improvisiert. Lundgrens Genres übergreifender, lyrisch fesselnder Stil ist längst eigen und souverän genug, um die großen Fußstapfen seines Vorgängers ausfüllen zu können, ohne dabei als Epigone dazustehen. Ein klasse Konzertmitschnitt, an dem allenfalls zu bemängeln ist, dass sich der Herr mit der Sommergrippe ausgerechnet in die Nähe der Mikrofone gesetzt hat und von der ersten Minute an laufend in die Aufnahme hustet. Keith Jarrett hätte einen Herzinfarkt bekommen. (ijb)



Siehe auch:
Jan Johansson
Jan Lundgren Trio
Paolo Fresu, Richard Galliano & Jan Lundgren

Jan Lundgren: The Ystad Concert – A Tribute to Jan Johansson

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.janlundgren.com

   

Potsdamer Platz
(2017, ACT 9831-2)

Traumhaft! Diese atemberaubend schöne CD durchweht eine beschwingte Leichtigkeit, die man selten findet. Jan Lundgren liefert mit »POTSDAMER PLATZ« ein wahres Meisterwerk ab. Er hat feine Melodien geschrieben und inszeniert, mal fröhlich trabend wie das Titelstück, mal in sanfte Harmonien gebettet wie die berührende Ballade »No. 9«. Mit fast funky Grooves wie »Bullet Train« oder mit leicht osteuropäischer Note wie »Dance Of Masja«. Herrlich auch »Lycklig Resa«, das lyrisch beginnt, aber dann einen unwiderstehlichen 6/8-Rhythmus auspackt.

Und was ist das für eine grandiose Band! Der Däne Morten Lund bestätigt seinen Ruf als äußerst einfühlsamer und aufmerksamer Drummer, der schwedische Bassist Dan Berglund überzeugt mit schönem Ton und groovigem Spiel – war er seit den Zeiten von e.s.t. überhaupt jemals so gut? Und wie klar, wie leichtfüßig, wie elegant und eloquent der finnische Star-Altsaxophonist Jukka Perko über Lundgrens Akkorde tänzelt! Der Pianist selbst verbindet skandinavische Lässigkeit und amerikanisches Modern Jazz-Piano, Esprit und Understatement. Der Albumtitel verweist übrigens auf das Aufnahmestudio in Berlin. (tjk)



Siehe auch:
Jukka Perko



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