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Alle Rezensionen zu Nom De Guerre
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Love Thy Neighbour
(2010, Tapete/Indigo TR176)

Ein plüschig-verschlissenes Varieté in einer leicht heruntergekommenen Ecke der Stadt. Kein anderes Ambiente wäre für das schwedische Trio möglich, geht es doch bei ihrer zweiten Veröffentlichung »LOVE THY NEIGHBOUR« um die musikalische Umsetzung eines pathosgetränkten Dramoletts in zwölf Szenen. Nom de Guerre tragen auf ihrem Konzeptalbum bombastisch mit dickem Pinsel auf. Eine zerstörerische Liebesbeziehung, Untreue, Pistolen und Auftragsmord. Hätte dieses Album eine Farbe, es wäre das satte, golden glänzende Karmesinrot aus Douglas Sirks 50er-Jahre-Melodram »Was der Himmel Erlaubt«. Gefühle gibt es hier nur im Cinemascope-Format.

Nom de Guerre nehmen uns mit auf eine Tour de Force durch die Weiten des Tränendrücker-Tingeltangel-Pomp-Pop. Spannen mit untrüglichem Sinn für gehoben-ironische Schwülstigkeit alle geistesverwandten Genres für ihre Zwecke ein: den klassischen Kabarett-Song, die Taschentuchzück-Ballade, die Discokugel-Hymne, der wackelige Walzer, der sehnsüchtige Indiepop-Song. So hört sich intelligente Dekadenz an! Liza Minelli, David Bowie und Anthony And The Johnsons sitzen mit gleichermaßen glänzenden Augen im Publikum. Dieses Abtauchen in eine knallbunte Parallelwelt verlangt nach dem nächsten, schäumenenden Champagnerkelch! (emv)

 Nom De Guerre: Love Thy Neighbour

Offizielle Website

Offizielle Website      http://nomdeguerre.se

   

La La La
(2007, Eigenverlag NDGCD1)

Der Name Jossif Dschugaschwili lehrt nicht unbedingt das Fürchten. Härte und Kompromisslosigkeit zu symbolisieren – das ist die Aufgabe eines Kampfnamens, Nom De Guerre. Und so wurde Jossif auch unter einem Pseudonym der Macht und Stärke bekannt: Stalin.

Warum ausgerechnet eine der freundlichsten Schwedenbands einen derart martialischen Bandnamen wählte, lässt sich anhand an ihrer eigenen Hemdenkollektion nicht rekonstruieren – am musikalischen Outputs erst recht nicht. Meist im Halbakustischen gehalten, dominiert das E-Piano. Erinnerungen an die überbordende Melodie-Opulenz eines Ben Folds oder Spookey Ruben werden wach, allerdings wird deren songwriterische Brillanz nur selten erreicht. Ein bisschen weniger Chorstaffage hätte zudem den Fokus geschärft. So bleibt kaum mehr als fröhlicher Powerpop, der zwar durchaus Spaß macht, aber mit dem Manko der Ausgeglichenheit und Kurzlebigkeit ausgestattet ist. Die mitsingfreundlichen Lyrics (daran lässt ja bereits der Albumtitel keinen Zweifel) gleichen leider auch keinem Kampfgebrüll. Jungs, Herrenausstatter ist auch ein toller Beruf. Ehrlich. (maw)



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