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Alle Rezensionen zu Sigvart Dagsland
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Forandring
(2007, Kirkelig Kulturverksted FXCD 323)

Kann man jemandem vorwerfen, dass er zu perfekt ist? Unbedingt! Denn Perfektion schleift die Kanten glatt. Es bleibt nichts, an dem man sich hörend reiben kann. Perfektion ist übrigens auch das Gegenteil der Überraschung. Und so ist es zu verstehen, dass »FORANDRING« (Veränderung), die neueste Veröffentlichung des in Norwegen seit vielen Jahren aktiven Sängers Sigvart Dagsland, trotz all der episch beschworenen großen Gefühle merkwürdig kalt lässt. Herr Dagsland ist hochprofessionell als Sänger und verfügt über eine erstaunliche Bandbreite – aber er bewegt sich hier in einem merkwürdigen Zwischenreich von Schlager und klassischem Songwriting. Was zur Folge hat, dass einige Lieder ebenso beim Eurovision Song Contest gespielt werden könnten. Sehr, sehr konventionell. Um nicht zu sagen: allzu brav.

Herr Dagsland beherrscht das Spiel der Stile. Ein bisschen Weltmusik, ein bisschen Jazz, ein bisschen Chanson, und pfeifen wie Peter Björn & John kann er auch. Und wenn es ein wenig elegischer und herzschmerziger wird, kommt das Stavanger Symphony Orchestra als Verstärkung dazu. Trotz aller Mäkelei: Der Norweger bietet Unterhaltung auf hohem Niveau – die am besten in die Stadthallen größerer Kreisstädte passt. Und dürfte damit dem Publikumsgeschmack der breiten Mehrheit entsprechen. (emv)

Sigvart Dagsland: Forandring

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.dagsland.no

   

Hymns
(2009, Kirkelig Kulturverksted FXDC 348)

Oh. Ganz schön mutig. Ein ganzes Album voller Hymnen einzuspielen. Wo Hymnen doch so pathetisch, katholisch und altmodisch sind. Gleich mit »Nearer, My God To Thee« einsteigen, da bimmeln doch sofort alle Kitschalarmglocken. Himmel hilf! Und dann noch einen draufsetzen mit dem durch extensive Alltagsbeschallung bis zur Unkenntlichkeit entstellten »Amazing Grace«? Darf man das, ohne peinlich zu sein?

Ehrliche Antwort: Ja, man darf. Denn Sigvart Dagsland lässt sich von Klischees nicht abschrecken und geht den ein einzig möglichen Weg. Den des bewussten Sich-Zurücknehmens. Bei seinen Interpretationen der vom Formatradio zu Tode abgepielten Klassiker wird der Sänger einfühlsam unterstützt vom Pianisten Iver Kleie und von Szenegrößen wie dem britischen Bluesgitarristen Snowy White und amerikanischen Trompeter Lew Soloff. Vielleicht ist dies die größte Herausforderung von allen: dem allzu Bekannten neue Facetten abzugewinnen. Sigvart Dagsland ist in diesem Sinn ein Abenteurer, der wagt und gewinnt. (emv)



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