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Alle Rezensionen zu Rebekka Bakken
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Things You Leave Behind
(2018, Okeh/Sony 190758763729)

Endlich, endlich wieder eine wirklich grandiose CD von Rebekka Bakken! Auf »THINGS WE LEAVE BEHIND« konzentriert sich die Norwegerin auf ihre eigenen Songwriter-Qualitäten, völlig zu Recht: Mit »Closer« eröffnet sie gospelig-düster, »Black Shades« könnte auch von Tom Waits stammen – eine gewisse künstlerische Seelenverwandtschaft ist hier unverkennbar. »I prefer my men in shirts / Come what may what comes my way« - nach mehreren Jahren Chaos in ihrem Leben kann sie nun einiges hinter sich lassen: »Go and rest your mind / Go and find peace / Go and find your true north / Though it won’t be me« singt sie in »True North« ihrem Verflossenen zu, und nun kann sie zu neuen Ufern aufbrechen – was in ihrem Fall heißt: zurück nach Norwegen, neuer Mann und sogar ein Kind: »You know I’m Norwegian / I like my men on ice«.

Und was hat sie für Songs geschrieben! Sie klingt zerbrechlich und melancholisch, fast kaputt hier und da – aber ebenso kraftvoll und optimistisch. »Yankee Days« und der Titelsong sind phantastisch, auch »Black Shades« und »Shelter«. Gegen Ende kommen zwei, drei schwächere Songs, aber dafür entschädigt ein wunderschönes Cover von Cindy Laupers »Time After Time«. Geholfen haben ihr Jesper Nordenström (Tasteninstrumente), Johan Lindström (Saiteninstrumente) und Rune Arnesen (Schlaginstrumente) nebst ein paar Gästen. Auf jeden Fall ist dies die beste CD von Rebekka Bakken seit langem – und ihre Stimme ist immer noch zum Niederknien. (tjk)


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Zur Konzertkritik über Rebekka Bakken

Rebekka Bakken: Things You Leave Behind

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.rebekkabakken.com/

   

Little Drop Of Poison
(2014, Universal Little Drop Of Poiso)

Rebekka Bakken singt Tom Waits – auf den ersten Blick klingt das toll! Eine große Sängerin mit großen Songs. Aber beim zweiten Hinsehen ist dies keine reine Bakken-CD, sondern eher eine von Jörg Achim Keller mit der Norwegerin, denn Keller hatte die Idee und alle Arrangements für die hr-Big Band geschrieben.

Die gute Songauswahl verzichtet auf die größten Hits und bleibt durchweg in mittlerem Tempo. »Broken Bicycles« eröffnet mit wenig Getöse und viel Stimme von Rebekka Bakken, eher funky kommt »Downtown« - das passt nicht so recht. Ganz wunderbar ist »Time«, wobei die Big Band Pause macht und nur Rebekka Bakken selbst Klavier spielt – die Schlichtheit der Begleitung und die Brüchigkeit ihrer Stimme rühren zu Tränen. Auch »San Diego Serenade« ist gut – hier hält sich die Big Band ebenfalls zurück. Insgesamt ist der Tropfen Gift aber nicht ganz stimmig, denn zu elegant und zu brav sind die Arrangements und Rebekka Bakken singt sich gelegentlich in harmlose Seichtigkeit. Die grandioseste Stimme des Universums bleibt mal wieder deutlich unter ihren Möglichkeiten. (tjk)

   

September
(2011, Emarcy/Universal 06025 2773006)

Rebekka Bakken setzt sich den Hut auf und reitet ins amerikanische Hinterland, und jedes Mal, wenn sie absteigt, singt sie ein Lied: »SEPTEMBER« verortet sich zwischen Country-Folk-Pop und Singer-Songwriter-Tradition, wobei sowohl Neil Young wie Judy Collins in den Sinn kommen – denen ist sie stimmlich weit über-, in Sachen Songwriting jedoch ebenso unterlegen. Diese CD ist zu schön, um sie nicht zu mögen, sie hat einen angenehmen Flow, es passt in sich. Aber sie ist zu schwach, um sie zu lieben. Es fehlt an interessanten Arrangements, hier und da ein Solo wäre auch nicht schlecht.

Andererseits sind einige Perlen unter dem Dutzend teils recht einfach gestrickter Songs: der Titelsong für ihren verstorbenen Vater, »Never Been To Paris« klingt fein, und dann sind da noch die Covers, die’s raus reißen: Springsteens »Wrestler« und vor allem das wunderbare »Forever Young« von Alphaville. Es ist also wie immer: Rebekka Bakken hat die tollste Stimme der Welt, bleibt weit unter ihren Möglichkeiten, aber man kann es ihr nicht recht übel nehmen. (tjk)

   

Morning Hours
(2009, Emarcy/Universal 271 280-2)

Die wunderbarste Stimme des Universums schafft es nach wie vor mit einem einzigen Ton, dass die Härchen auf der Gänsehaut auf Dauererektion schalten. Wenn beim Opener »Not A Woman« Rebekka Bakken mit Sven Lindvall Duo singt, kommen einem Neil Young und James Taylor in den Sinn. Dazu noch Blues wie bei »Powder Room Collapse«, und die grobe Richtung von »MORNING HOURS« ist abgesteckt. Starproduzent Craig Street hat nordeuropäische Elemente konsequent eliminiert; Rebekka Bakken klingt voll und ganz amerikanisch.

Bei aller Gefälligkeit sind die Songs aber nur mäßig sensationell: Melodien und Harmonien eher einfach, die Arrangements auf Sicherheit bedacht. Marc Ribot setzt einige Gitarrenakzente, ansonsten sind instrumentale Highlights auch Mangelware. Ein paar Juwelen sind dabei: »To Be Your Lover«, »If You Don’t Ask For More« oder »Starlight Of Your Heart«. Das einzige Cover »Ghost In This House« hingegen ist kein Ruhmesblatt – hier klingt sie wie wenn Joan Baez Dolly Parton covert. »MORNING HOURS« ist perfekt, glatt, durchgestylt, elegant, etwas fad und doch schön, irgendwie – die Stimme macht's. (tjk)

   

I Keep My Cool
(2006, Universal 06024 985925 6 4)

Immer mehr stapft sie Richtung Pop und putzt sich zunehmend wie eine Mischung aus Vamp und naives Kleinmädchen heraus. Doch während das Outfit eher billig wirkt, trifft das auf die Musik nicht zu: Rebekka Bakken badet genüsslich in den sentimentalsten Balladen, ohne darin abzusaufen. Wesentliche Verantwortung dafür trägt ihre exquisite Band mit Gitarrist Eivind Aarset, Drummer Per Lindvall, Bassist Larry Danielsson und Keyboarder Kjetil Bjerkestrand, wobei besonders Aarset dieses Soft-Soul-Schaumbad vor übertriebener Klebrigkeit rettet – auch wenn die katzenhaft weiche Stimme und die Streicher-Brandung der Wiener Philharmoniker kalorienreiche Kost liefern.

Eine Platte für Momente, wo man mal so richtig in den kitschigsten Emotionen schwelgen möchte. Aber eben auch mit den schönsten Balladen seit Dolly Parton: Whitney Houston wäre glücklich gewesen, wenn sie solche Songs gehabt hätte. (peb)

   

Is That You?
(2005, Emarcy/Universal 987017-7)

Die Messlatte lag hoch: Was kann nach Rebekka Bakkens grandioser »Art Of How To Fall« kommen, um nicht als Selbstplagiat oder Absturz zu enden? Und der erste Eindruck lässt auch etwas ratlos zurück: Schöne Songs zwar, aber ganz anders als der Vorgänger. Kein Jazz mehr; nein, das ist ja Pop – herrje, welche Verschwendung! Aber schon bald wird klar, dass sie sich eben einfach weiter entwickelt hat, sich irgendwie neu erfunden hat – und sich dennoch treu bleibt.

In elf Songs eröffnet Rebekka Bakken einen eigenen Kosmos aus Melancholie und Sinnlichkeit; sie schafft Stimmungen und Schwingungen, wühlt textlich in Liebe und Leben in allen Schattierungen – und erklimmt als Song(!)writerin die Klasse, die sie mit ihrer einzigartigen Stimme schon längst erreicht hat. Eine exzellente Band setzt behutsame, sparsame Akzente: Lars Danielssons reduzierter Bass, das genial-unauffällige Schlagzeug von Per Lindvall und vor allem die schwebenden Schattenspiele von Gitarrist Eivind Aarset: Besser, passender, einfühlsamer geht's nicht. »We cannot change the stars, but we can see the moon«, singt sie, und es gibt eine Gänsehaut nach der anderen, sogar Tränen in den Augen: Kein Tag mehr ohne diese traumhafte CD! (tjk)



Siehe auch:
Lars Danielsson
Eivind Aarset

   

The Art Of How To Fall
(2003, Emarcy/Universal 980.875.03)

Es ist ihre Stimme. Es ist wieder ihre Stimme, die schon nach wenigen Takten gefangen nimmt und bis zur letzten Note nicht wieder loslässt (mag das auch pathetisch klingen). Dabei fesselt nicht allein die stimmliche Bandbreite, auch wenn diese unzweifelhaft vorhanden ist. Es ist die Stimmung, wenn Rebekka Bakken singt, als sei sie nahezu alleine auf der Welt, in einer fast leeren Bar vielleicht, eines frühen, trüben Morgens - und dabei wieder begleitet von einer exorbitanten Band (an der Gitarre etwa Eivind Aarset oder am Flügel Roberto Cipelli).

Was könnte der Lieblingssong werden? Die Elegie »Cover Me With Snow«, das vorsichtige vorgetragene »Worriless«, der vergleichsweise ruppige Titel »Giant Body« oder der Titelsong, der so forsch und hip beginnt und denn doch auf Jazzstandards zurückführt? Man muss wieder von vorne anfangen, um das herauszufinden; eines Tages. (frk)



Siehe auch:
Eivind Aarset
Christof Lauer

   

Beloved
(2002, Material/Contraire MRE004-2)

Schon früh hat sich die 1970 in Oslo geborene Sängerin mehr für Lyrik denn für oberflächliche Rhythmen interessiert. Auch mit dem österreichischen Gitarristen Wolfgang Muthspiel spielte sie etliche herausragende CDs ein, darunter auch diese.

Gewiss mag einem bei ihrer klaren, erzählenden Gesangstechnik zunächst Kari Bremnes einfallen. Doch ist Bakken weit mehr dem Jazz verpflichtet als ihre mehr dem Folk zugewandte Kollegin. Was sie nicht daran hindert, Gänsehaut-Songs wie »Overmade Full Av Nade« nach einem Traditional von 1765 einzuspielen. (frk)



Siehe auch:
Kari Bremnes

   

Scattering Poems
(2002)

Offen für Neues war sie immer: Zunächst war Rebekka Bakken in der norwegischen R&B- und Funkszene aktiv; 1995 zog es sie 25jährig nach New York.

Begleitet von Pianistin Julia Hülsmann setzt die Sängerin auf »SCATTERING POEMS« Gedichte von E.E. Cummings in energische Jazzsongs um: spröde, zuweilen fast schroff. Exzellenter Jazz wie ein Wirbelwind - unterstützt von gleich zwei Drummern. (frk)

   

Daily Mirror Reflected
(2001)

Im Unterschied zu anderen Remix-Projekten wurde nicht einfach lieblos an Knöpfen gedreht, sondern die Spielräume der Original-Stücke erkundet. Fazit: ein höchst selbstständiges Unterfangen. (frk)



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