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Alle Rezensionen zu Tord Gustavsen Trio
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

The Other Side
(2018, ECM/Universal ECM 2608 CD/LP)

Nach einigen Jahren mit Alben im Quartett und Ensemble sowie den beiden so grandiosen wie intimen Liederalben mit Simin Tander und Mahsa Vahdat ist Tord Gustavsen nun, nach elf Jahren, zum Trioformat zurückgekehrt. So what's new (vom ungewohnt farbigen Covermotiv abgesehen)? Zuverlässig wie immer ist Schlagzeuger Jarle Vespestad an Gustavsens Seite, doch neu ist vor allem Bassist Sigurd Hole, nachdem der Bassist der ersten drei Trioalben, Harald Johnsen, 2011 gerade mal 41-jährig verstarb. Auch wenn man »THE OTHER SIDE« als Fortführung der früheren Trioarbeit betrachten kann, so drängen sich doch die Unterschiede auf: Wem Gustavsens frühere Trioalben als zu sanft, zu süßlich, zu geschmeidig aufstießen, sollte dem deutlich gereiften Pianisten und freier agierenden Triomusiker unbedingt eine neue Chance geben und ihm Gehör schenken.

Häufig verbindet man musikalische Reife mit einer neu gewonnenen Einfachheit und Sparsamkeit; hier ist es andersherum, man könnte es »neue Komplexität« nennen, bei einer gleichzeitigen intensiveren Bildhaftigkeit und Luzidität. Gustavsens Eintauchen in seine sieben eigenen Kompositionen und die Handvoll bestechend ausgewählter Fremdstücke (Bach und norwegische Volksmelodien), die er mit den beiden Triopartnern mit Hingabe aus dem Moment heraus neu (er-)findet, wirkt weitaus raffinierter, vertrackter als früher, aber vor allem auch offener und zugleich dunkler. So fasziniert »THE OTHER SIDE« letztlich mit einer ganz eigenen Atmosphäre zwischen komplexen Erzählbögen und mal ruheloser, brüchiger, mal melancholischer bis andächtiger Poesie. (ijb)



Siehe auch:
Tord Gustavsen, Simin Tander & Jarle Vespestad
Sigurd Hole Trio
Eple Trio
Tord Gustavsen & Mahsa Vahdat

Tord Gustavsen: The Other Side

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.tordgustavsen.com/

   

Being There
(2007, ECM/Universal 172.3157)

Ein Meister der Eleganz und der Reduktion, dieser Tord Gustavsen. Das dritte Album des norwegischen Pianisten perfektioniert die Suche nach der einzig wahren Jazzmelodie, stets ausgeführt unter der Prämisse, sich distinguiert zu verhalten und nur den unteren Dynamikraum der Instrumente zu erforschen. Gustavsen, der immerhin seine Diplomarbeit an der Osloer Uni über die »dialektische Erotik der Improvisation« geschrieben hat, spielte »BEING THERE« an nur drei Tagen im Osloer Rainbow Studio ein, abermals großartig begleitet von Bassist Harald Johnsen und Drummer Jarle Vespestad.

Die arg süßlichen Schmeicheleien des Vorgänger-Albums »THE GROUND« hat er überwunden. Und es scheint, als würden hier nun kreative Energien und eine Spielkunst der nur angedeuteten und im Kopf des Hörers weiter gesponnenen Melodien freigesetzt, die das Trio als Begleiter der Jazzpop-Chanteuse Silje Nergaard nicht ausleben darf. (peb)



Siehe auch:
Mats Eilertsen Trio
Mats Eilertsen
Tord Gustavsen Quartet
Tord Gustavsen Ensemble

   

The Ground
(2005, ECM/Universal 476.1938)

Bereits sein Solo-Debüt vor zwei Jahren zeigte den Pianisten als völlig entspannten Feingeist, der wohl niemals laut, niemals aufdringlich werden kann und stattdessen stets nette Melodien in petto hat. Diese Tendenz hat sich noch verstärkt: »THE GROUND« enthält durchweg versöhnende Jazz-Schmeicheleien, mit Melodien zum Mitsummen und Schwelgen. Qualitativ hochwertig, aber zu harmoniesüchtig.

Hinzu kommt, dass sich der dezent von Bassist Harald Johnsen und Drummer Jarle Vespestad begleitete Norweger ständig wiederholt – angefangen bei der optimistischen Grundstimmung aller Songs über die motivischen Kadenzen bis hin zum Cover, das dieselben schemenhaften Gebilde zeigt wie damals »CHANGING PLACES«. Da hätte man mehr erwartet. (peb)



Siehe auch:
Silje Nergaard

   

Changing Places
(2003, ECM/Universal 016.397-2)

Entspannt und doch voller Eleganz steigt der junge Osloer Pianist mit »Deep As Love« in sein Debüt-Album ein. Trotz gelegentlicher Luftsprünge lässt es Tord Gustavsen dann auch weiterhin ruhig angehen: Zusammen mit Bassist Harald Johnsen und Drummer Jarle Vespestad, der mit seiner Band Supersilent ein deutlich flotteres Tempo pflegt, setzt er den Fokus auf federleicht dahinperlende Melodien statt auf pianistische Spurts.

Das verrät Reife und Selbstsicherheit, mit der sich das Gustavsen-Trio als Begleitband schon auf Silje Nergaards luftig-leichten Erfolgs-Alben »PORT OF CALL« und »AT FIRST LIGHT« ausgezeichnet hatte. Wer also jenen gern lauscht, sollte – obwohl rein instrumental – auch Tord Gustavsen sein Ohr leihen. Kurz: ideal als Late-Night-Jazz für späte Abendstunden bei gedämpfter Beleuchtung mit einem Glas Cognac. (peb)



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