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Alle Rezensionen zu Emmon
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Closet Wanderings
(2009, Wonderland Records WONDERE24)

Der gesamte elektronische Overkill, den die Maschinen hergeben, ist in etwa der Anwendung von Make-up zu vergleichen: Unebenheiten übertünchen, von Unregelmäßigkeiten ablenken, souveränen Umgang mit Hilfsmitteln demonstrieren. Aber ach! Aus einem hässlichen Entlein machen auch kosmetische Hilfsprodukte keinen Schwan. Genau so sieht die Sache auf Emmons Zweitling »CLOSET WANDERINGS« aus. Emma Nylén dreht die Synthies und den Drumcomputer auf und hofft darauf, dass keiner die kreative Leere hinter dem bomastischen Aufmarsch bemerkt. Denn eine künstlerische Weiterentwicklung ist bei der schwedischen Diseuse nicht auszumachen. Halt, stimmt nicht ganz: Eine neue Frisur hat sie sich zugelegt. So ein wenig wie Mireille Matthieu auf Schlampe.

Emmon ist weiter heftig von der bonbonfarbenen Möchtegern-Verruchtheit der 80er Jahre infiziert und zelebriert das Fremdgehen mit den italienischen Disco-Großmeistern. Zwischendurch zitiert sie frech aus den Annalen den Elektropop und macht selbst vor dem Bronski-Beat-Klassiker »Smalltown Boy« nicht halt. Nicht nett. Am meisten bei sich ist dieses Album überraschenderweise bei den beiden Instrumentalstücken, die endlich ausbrechen aus all der Zitatwut und eine unerwartete Klarheit entwickeln. Vielleicht, weil Emmon hier nicht angestengt versucht, das coole Disco-Supermodel zu geben? (emv)



Siehe auch:
Paris
The Knife

 Emmon: Closet Wanderings

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.emmon.se

   

The Art & The Evil
(2007, Wonderland Records wondere05)

Emma Nylén wäre so gerne souverän und hätte echten Stil. So wie Faye Dunaway in »Bonnie and Clyde«. Aber ach! Baskenmützchen und knalliges 60ies-Makeup sind doch nur Requisiten. Wenn die Substanz fehlt, bleibt nur die leere Pose. Miss Nylén ist bislang als Mitglied einer unbedeutenden Combo namens Paris und als Remixeuse von The-Knife-Songs hervorgetreten. Unter dem Namen Emmon legt sie mit »The ART & THE EVIL« ihr Solo-Debüt vor. Und ja, sie ist eine rege Tüftlerin, die dem Synthie-Großmeister Giorgio Moroder mit Gewinn gelauscht und im Detail analysiert hat, was Lips Inc. in den späten 70ern so draufhatten. Disco-Stampf nannte man das damals. Entsetzte Faszination angesichts der damaligen Zeitgeistphänomene. Nur: Warum diese heute distanzlos wiederholen?

Ohne einen Hauch von Ironie bringt Emmon die Glitzerball-Revolte ins neue Jahrtausend. Seelenlos, berechnend und computergesteuert. Mit Texten von atemberaubender Banalität. Miss Nylén möchte so gerne als neues Material Girl beim Fußvolk punkten. So urban, so cool, so künstlich schwül. So unendlich banal. Diese Kaiserin ist nackt, nackt, nackt. (emv)



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