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Alle Rezensionen zu Julius Winger
(Genre »Pop«, Land »Norwegen«)

 

Under Linden
(2013, Grappa/Musikkoperatørene GRCD4427)

Ein einsames Bandoneon. Ein karges Piano. Vielleicht noch ab und zu ein klagendes Saxofon. Und dazu nur die Stimme von Julius Winger, der sich auf dem Hommage-Album »UNDER LINDEN« weitgehend zurücknimmt, um seinem Landsmann Robert Levin Respekt zu zollen. Den 1996 verstorbene Pianist, Komponist, Arrangeur und vor allem: einfühlsamenKlavierbegleiter großer Stimmen von Elisabeth Schwarzkopf bis Felicia Weathers. Levin, der in Oslo geborene Sohn jüdischer Flüchtlinge aus Litauen, galt zu seinen Lebzeiten als einer der meistrespektierten norwegischen Musiker. Aber Achtung, hier geht es nicht um Hochkultur: Levin fühlte sich im Kabarett, in Jazzclubs und in der Tangobar ebenso zuhause wie in klassischem Konzertsälen. Das spiegelt sich auch in seinen selbstkomponierten Stücken und seinen Arrangements traditionellen Liedguts wider.

Wobei zum traditionellen Liedgut auch ein Text von Walter von der Vogelweide gehört, der gleich zu Beginn im Titelstück zu einer gelungenen Mischung aus Kunstlied und Liedermacher-Klängen inspiriert. Dazu hat sich Winger die sanft- beschwingte Stimme von Ine Hoern als Duettpartnerin gesucht. Gemeinsam kreiselt man so wolkenschwerelos über Frühlingsfelder. Die restlichen acht Songs sind ein Schatzkästlein liebevoller Anspielungen an das breite musikalische Schaffen Levins, vom Walzer bis zur leisen Moritat. Winger ist klug und bescheiden genug, um alle persönliche Eitelkeit fahren zu lassen, damit ein anderes musikalisches Talent strahlen kann: Das von Robert Levin. Der in Norwegen übrigens auch deshalb so geschätzt wird, weil er den Widerstand gegen die Nazi-Besatzung vom schwedischem Exil aus tatkräftig unterstützte. (emv)

Julius Winger: Under Linden

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/juliuswinger

   

Kjærlighet Og Andre Misforståelser
(2008, Kirkelig Kulturverksted/Musikkoperatørene FXCD 329)

Nach einer in Norwegen umjubelten Debütplatte im Jahr 2005 folgt nun das zweite Album des »charmanten Liederschmiedes« (Aftenposten) Julius Winger. Mit »KJÆRLIGHET OG ANDRE MISFORSTÅELSER« gibt er seinen Einstand bei Jan Erik Kongshaug im Rainbow Studio Oslo. Beworben mit »... über die alltäglichen Dinge philosophierend« weckt das Album Erwartungen, die es kaum halten kann. Der Versuch, den Zuhörer in die kleinen Schönheiten und Traurigkeiten des Alltags zu entführen, erschöpft sich vom ersten bis zum letzten Titel all zu vordergründig in Banalitäten. Auch Wingers rauhe und doch wenig eindringliche Stimme überzeugt nicht. Bei allem Verständnis für die norwegische Liedermachertradition, als deren jüngster Erbe er gern gesehen wird.

Selbst die musikalische Umsetzung bleibt zu simpel, um diese Produktion der Kirkelig Kulturverksted wiederholt auflegen zu wollen. Daran ändern auch Musiker wie Jan Erik Kongshaug an der Gitarre, Mathias Eick / Trompete (u.a. Jaga Jazzist, Trondheim Jazz Orchestra) oder Trygve Seim (u.a. The Source) am Saxophon nichts. So hörenswert ihre Soli sein mögen. Julius Winger und seine Band swingen in bester Popmanier durchs Leben. Ohne Nachhall. (heb)



Siehe auch:
Jan Erik Kongshaug
Jaga Jazzist
Trygve Seim



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