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Alle Rezensionen zu Uusikuu
(Genre »Folk«, Land »Finnland«)

 

Flamingo
(2019, Nordic Notes/Broken Silence NN 131)

Wer wird denn am Sonntag weinen? Niemand, der »Ei Itketä Lauantaina« hört, das kann man schon vorausschicken – auch wenn aus dem Sonntag hier ein Samstag wird. Aber mit diesem wunderbar knackigen Song von Michael Schanze aus dem Jahre 1963 eröffnen Uusikuu eine CD, auf der sie sich intensiv mit Unterhaltungsmusik aus den 40er bis 60er Jahren beschäftigen. Ins Programm schafften es Lieder, die gar nicht finnischen Ursprungs sind, doch nach ein paar Veränderungen an Text, Rhythmus und von Dur zu Moll den Weg in finnische Hitparaden und Melancholie-geschwängerte Herzen fanden. Sehr gute Idee, die die ziemlich unterschiedlichen Lieder unter einem Regenschirm versammeln.

Uusikuu wiederum machen aus den finnischen Versionen mit Blick auf die Originalsong ihre eigenen Stücke, und nicht nur das: Sie pusten ihnen neues Leben ein. An und für sich versteht sich die Band um die Wahl-Tübingerin Laura Ryhänen als Finn-Tango-Band, Uusikuu macht aber gerne Ausflüge in andere Stile und wieder zurück, frei nach dem Motto: Wenn das Leben Dir Walzer gibt, mach‘ Tango draus!

Der Violinist Mikko Kuisma übernimmt einen Teil des Gesangs, was den Klang der Band variabler macht. Sebastian Schuster am Kontrabass sorgt für den Rhythmus, den Norbert Bremes am Akkordeon und der vielbeschäftigten Stuttgarter Jazz-Gitarrist Christoph Neuhaus mit gelegentlichen Soli veredeln. Laura Ryhänen trifft genau den richtigen Ton, sie singt mit viel Gefühl, ohne in Gefühligkeit oder Ironie abzudriften – das muss man bei diesem Repertoire erst mal schaffen. Ein paar neue und sogar eigene Stücke bewegen sich auf gleich hohem Niveau wie die alten, die unter dem Neumond (Uusikuu) tatsächlich neu strahlen! (tjk)

 Uusikuu: Flamingo

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.uusikuu.com

   

Suomi-Neito
(2016, Nordic Notes/Broken Silence NN0078)

Hoch lebe die finnische Maid! Sie hat Grund zum Feiern: Laura Ryhänen und ihre hochlebendige Tangoband Uusikuu feiern im Jahr 2016 bereits den zehnten Geburtstag. Es war ein heißer Juni-Tag in Tübingen während der Fußball-Weltmeisterschaft 2006, als Laura zusammen mit ihren Mannen die ersten Töne als Uusikuu spielte. Mit »SUOMI-NEITO« (finnische Maid) lassen sich Uusikuu ein wenig selbst hochleben. Und sie stellen die finnischen Frauen thematisch in den Mittelpunkt: Die meisten Texte dieses Albums stammen aus der Feder von Frauen. Oder es geht um die weibliche Sicht der Dinge. Uusikuu beweisen zudem einmal mehr, dass die finnische Variante des Tango keinesfalls nur eine Angelegenheit für Trauerklöße ist!

Die Band blickt zum Zehnjährigen auch auf die Anfänge des finnischen Jazz in den 30er Jahren zurück. Es gibt hier die skandinavische Variante des Swing zu entdecken! Dazu kann man übrigens bestens das Tanzbein schwingen! Mit einer ganz kleinen Träne im Knopfloch! (emv)

   

Babylonia
(2010, Humppa/Indigo 041)

Beim ersten Hören vermisst man einen Ohrwurm wie »Dallapé« von der ersten CD, aber dann kommt die Qualität dieses Nachfolgers zum Tragen. Haben sich Uusikuu doch ein schönes Konzept überlegt: eine CD mit Reise- oder Fernweh-Liedern, passend dazu die Fotos im Outfit der 30er bis 50er Jahre – aber daher stammen ja auch die Songs.

Mit unveränderter Besetzung reisen Uusikuu durch die Geschichte, mit Tango, Walzer und Jenkka, arrangieren mit Geschmack und interpretieren sehr gekonnt Stücke von Kärki, Malmstén und anderen Größen. Laura Ryhänen und ihre Mannen gewinnen aber Kontur und Eigenständigkeit, sie machen aus den alten Kamellen frische Delikatessen. Auch wenn sie gelegentlich noch etwas mehr Gas geben könnten. (tjk)

   

Hotelli Untola
(2008, Peregrina Music PM50512)

Laura Ryhänen, talentierte und fleißige singende Finnin aus Tübingen, hat eine weitere Leiter in ihrer Karriere erklommen und ein sechsköpfiges Tango-Orchester gegründet, mit dem sie in der Musikgeschichte ihrer Heimat schwelgt. Mit Mikko Kuisma (vi), Norbert Bremes (acc), Leo Laikola (g) und Dominic Lash (b) hat sie kompetente Musiker unter dem Neumond (Uusikuu) versammelt, dazu gesellt sich als Gast Janne Sartorius, der einige Stücke singt.

Uusikuu versinken nicht in (Finn-Tango-Klischee!) Melancholie, sondern frischen die alten Stücke auf, was denen gut tut. Die Lieder von Unto Mononen, Georg Malmstén oder Toivo Kärki gehören zum klassischen finnischen Tango-Kulturgut, interessant auch ihre Version von »Kangastusta«, das sie (verglichen mit M.A. Numminen) ironiefrei interpretieren. Ein paar eigene Kompositionen für den Film »Finnischer Tango« runden eine sehr erfreuliche CD ab. Allein der Opener »Kun Soitti Dallapé«, eine Hommage an ein gleichnamiges Salonorchester aus dem Helsinki der 30er Jahre, ist die CD wert: ein grandioser Ohrwurm im mitreißenden Rhythmus. (tjk)



Siehe auch:
Jääräpäät
M.A. Numminen
Mäkkelä & Orkesteri
Vaaralliset Huulet



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