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Alle Rezensionen zu Navyelectre
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

The Mourning
(2008, Shipwreckords SHPWRK01)

Was ist das? Folk? Experiment? Loop? Rock? Jazz? Elektropop? Keine Ahnung, alles davon und nichts eigentlich. Das macht dieses Solo-Album von Jonas Howden Sjøvaag, Schlagzeuger beim Eple Trio so ungreifbar – und so spannend. Gleich der Titeltrack ist ein gutes Beispiel: Nach klimpernden, ziellosen Instrumental-Loops deklamiert eine Computerstimme endlos »The Mourning«, was die saugende Präsenz eines Radiohead-Songs erzeugt. Der zweite Track ist sowas wie eine melancholische Ballade, von Bläser- und Computerschlieren unterlegt, die wie die irisierende Musik des Kammerflimmer Kollektiefs klingen. Track drei ist ein pathetisches Piano-Stück, das sich in eine knarrende Ballade auflöst. Danach ein auf-die-Fresse-Elektropoptrack.

So schön Sjøvaag die Tracks zusammengebastelt hat, so ausbaufähig ist seine Stimme. In den besten Momenten klingt er wie eine Mischung aus Nick Cave und current93, manchmal aber auch nur haarscharf schräg neben den richtigen Tönen. Ein Track, der perfekt funktioniert, ist das düster strahlende »Then Spring Exploded Into Light« mit einem entrückend tollen Sax-Solo von Shining-Chef Jørgen Munkeby. Echt ein ziemlich schräges Album. Egal, was es nun eigentlich ist – dann sortiert man's halt im heimischen Regal unter S wie »seltsam« ein ... (sep)



Siehe auch:
Shining
Eple Trio

 Navyelectre: The Mourning



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