Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Rökkurró
(Genre »Pop«, Land »Island«)

 

Innra
(2014, Rökkurro Music)

Charmant verschwurbelter, sehr handgemachter Elfenpop: Das war einmal, in einer fernen Zeit. Rökurró haben sich seit der Veröffentlichung ihres auf Island sehr erfolgeichen Zweitlings »I ANNAN HEIM« im Jahr 2010 eine Auszeit genommen. Haben ferne Länder bereist und sich gehäutet. Haben die bunten Federn abgestreift und sind ins kleine Schwarze geschlüpft. Auf »INNRA« halten Synthies und sanfte Elektronika Einzug in die eigensinnige Welt des auf sechs Mitglieder gewachsenen Ensembles. Das mit sanft melodramatischen und gleichwohl filigranen Songs wie »The Backbone« hörbar Richtung gehobenem Kammerpop strebt. Rökuuró dürften sich erstaunlicherweise zu später Nachtstunde in eleganten Lounges ziemlich wohl fühlen!

Die Produktion des Drittlings hat der renommierte isländische Multi-Instrumentalist Helgi Hrafn Jónsson übernommen. Der sich selbst aus Toubadour einen Namen auf der Atlantikinsel gemacht hat. Die Stimme von Sängerin Hildur Kristín Stefánsdóttir jedenfalls schwebt wie hier ein kristallklares Irrlicht über mitternächtlichen Wunderwelten von bisweilen eisiger Schönheit. Wie in der sehr feinen Piano-Ballade »Blue Skies«, zu der sich durchaus gepflegt abtanzen lässt. Erwachsener sind sie geworden, diese Rökurrós. Ein bisschen ruhiger auch. Und das ist eine gute Nachricht! Ganz von der Vergangenheit Abschied genommen haben die Sechs allerdings nicht: Denn das eigenwillige Stückchen »KILLING TIME« mit seinen elektronischen Störgeräuschen glänzt mit naiver Unberechenbarkeit, lässt Gespenster vorbeiziehen und nickt der wesensverwandten Sängerin Sóley wissend zu. Unbedingt einer der Höhepunkte des Albums! (emv)



Siehe auch:
Helgi Jonsson
Sóley

 Rökkurró: Innra

Offizielle Website

Offizielle Website      http://rokkurro.com

   

Það kólnar í kvöld
(2008, 12 Tonar 12T043)

Wir empfehlen Decken mit plusternden Gänsedaunen, ruhig flackernden Kerzenschein und herben Tee, dessen Dampf wie aus einer warmen isländischen Quelle sich erst in der Mitte sammelt, um dann seine Schwaden in die Luft zu stoßen. Sind alle Vorbereitungen erledigt, muss nur noch die Nacht mit ihren dunklen Gesellen hereinbrechen und die Kälte Beschlag von unserer Heimstätte nehmen.

Für ausgelassenes Lachen bleibt kein Platz, wenn sich die ebenso natürliche, wie hell-prägnante Stimme von Hildur Kristín Stefánsdóttir über diesen Folkpop-Entwurf erhebt und die knarzend-herben Akkordeon-Akkorde hin den Hintergrund drängt. Mit hängenden Köpfen und blutenden Herzen wird hier musiziert. Ab und zu fallen Tränen, die sich scheinbar zum kollektiven Sterben in Schönheit verabredet haben. Trotzdem verlieren die jungen Isländer auf ihrem klagenden Debüt nicht den Schwung, auch wenn Melpomene immerwährend fest auf ihrem Sockel steht. Im Lauf des Albums ticken die Uhren noch langsamer, die Tristesse wird nur beim Glücksreigen von »Ringulreid« machtvoll aufgebrochen und die isländische Sprachmacht gewinnt ihren Eigensinn zurück. Wir ziehen besser die Decke noch ein bisschen höher. (maw)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel