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Alle Rezensionen zu Geir Lysne Listening Ensemble
(Genre »Jazz«, Land »Norwegen«)

 

Korall
(2003, ACT/Contraire 9236-2)

Ein über 200 Jahre altes Stück namens »Ingen Vinner Frem Til Den Evige Ro« bildet den Kern von Geir Lysnes »KORALL« – einer in der Tat korallenbunt schimmernden Sammlung nordischer Jazz-Spielarten. Während jenes alte Kirchenlied dank Sondre Bratlands innigem Vokalvortrag, dem dunkel umher streichenden Kontrabass und den plötzlich lichthell einsetzenden Bläsern auch von Mr. Jan Garbarek stammen könnte, unternimmt »Djambo« einen Ausflug in afrikanische Gefilde.

Oder nehmen wir »Theme For O.J.«: Namensgeber Ole Jørn Myklebust schmeichelt in dieser samtweichen Ballade mit seinem Flügelhorn. Lysnes 20köpfiges, aus norwegischen und deutschen Musikern bestehendes Listening Ensemble fordert mündige Hörer, belohnt jedoch reich mit spannenden modalen Jazz-Abenteuern. Das ist keine Big Band-Musik im klassischen Sinne, sondern ein Konglomerat aus ungeradem Jazzrock, folkloristischen Sprengseln, harschen Blechtiraden, würzenden Geräuschen, fernöstlichem Triphop und – natürlich – Jazz in beinahe sämtlichen Spielformen. Wie gesagt: schillernd wie Korallen. (peb)



Siehe auch:
Geir Lysne New Circle
Ole Jørn Myklebust
Christof Lauer
Sondre Bratland

Geir Lysne: Korall

Offizielle Website

Offizielle Website      http://geirlysne.com/

   

The Grieg Code
(2009, ACT/Contraire 9479-2)

Wieder einmal erweist sich Geir Lysne als einer der kreativsten Köpfe des norwegischen Jazz. Sein »GRIEG CODE« ist zwar eine Hommage an den größten Komponisten des Landes, aber kein billiges Verjazzen der Klassik-Hits. Lysne verwendet für seine Stücke lediglich kleine Teile aus Griegs Werk, verfremdet diese zudem bis zur Unkenntlichkeit und macht beispielsweise aus einer Violinenphrase einen Groove. Nur selten sind Motive Griegs erkennbar (oder sogar nur scheinbar?), wie in »Blog Her«; meistens könnte das musikalische Geschehen auch für sich selbst stehen.

Spannend genug sind die Klänge, die Lysne aus seinem Ensemble zaubert, allemal: Schon »Transad Nias« beginnt mit Maultrommel und Posaune, steigert sich dann in ein blechbläsernes Tohuwabohu – ähnlich einfallsreich und klangfarbenprächtig bleibt die ganze CD. 13 Musiker hat der Tenorsaxophonist versammelt, unter ihnen Tore Brunborg (ts, fl), Arkady Shilkloper (flh, frh), Helge Sunde (tb), Bjørn Kjellemyr (b) und der hier nicht Eisinstrumente, sondern Percussion spielende Terje Isungset – natürlich ist er auch der Maultrommler. Ein großes Werk, an dem auch Edward Grieg seine Freude hätte. (tjk)



Siehe auch:
Moscow Art Trio

   

Boahjenásti – The North Star
(2006, ACT/Contraire 9441-2)

Schon »Old/New House«, eine viertelstündige Auftragsarbeit für die NDR Big Band, zeugt von der Dynamik und Vielschichtigkeit, aber auch vom wuchtigen Klangkörper des 19köpfigen Klangkörpers, wo besonders die Namen von Tenorsaxofonist Tore Brunberg (u.a. bei Masqualero und Arild Andersen) oder »Eisperkussionist« Terje Isungset auffallen.

Interessanter noch wird es bei der dreisätzigen »Nor Id Suite« oder der Anagram-Widmung an den bekanntesten norwegischen Komponisten namens »GeirG«. Den Höhepunkt bildet freilich das Titelstück »The North Star« – oder auf samisch »Boahjenásti« mit dem derzeit beste Joiker Johan Sara als Gast. Konzeptionell vielleicht das stärkste Album des Osloer Komponisten und Dirigenten, kompositorisch aber stellenweise etwas zerfahren. (peb)



Siehe auch:
Masqualero
Terje Isungset

   

Aurora Borealis
(2002)

2001 hatte Nils Landgren die künstlerische Leitung des Berliner Jazzfests übernommen und ein Programm zusammen gestellt, das die reichhaltige skandinavische Szene in den Mittelpunkt stellte. So verpflichtete er etwa das 19köpfige Geir Lysne Listening Ensemble (wo u.a. zwei Schlagzeuger, vier Trompeter, vier Posaunisten und fünf Saxofonisten wirken), und dieses bis dato unbekannte Ensemble versetzte die Jazzwelt in Staunen.

Die eigentlich hochkomplexe und dennoch angenehm zu hörende Jazz-Suite fordert den Hörer mit vertrackten Bigband-Arrangements und plötzlich losprustender Posaunen-Power. »AURORA BOREALIS« wirkt trotzdem zu keinem Zeitpunkt verkopft und erweitert den Jazz: So etwas hatte man bis dato einfach noch nicht gehört. Ein Debüt wie ein Paukenschlag. (peb)



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