Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Hellsongs
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

These Are Evil Times
(2013, Tapete TR255)

Happy Metal! Dem martialischen Genre seine Mächtigkeit nehmen und es in ein buntes Pünktchenkleid stecken! Die Schwermetall-Klassiker mit frecher Unbekümmertheit ins Poplager ziehen: Das war bislang das Konzept von Hellsongs, doch mit »THESE ARE EVIL TIMES« ist Aufbruch angesagt: Zunächst gilt es, den krankheitsbedingten Abgang von Sängerin Siri Bergnéhr zu kompensieren. Und zudem wollen sie mit mehr Eigenkompositionen auftrumpfen, fast die Hälfte der Tracks stammt von eigener Hand. Beides klappt noch nicht ganz perfekt: Zwar ist die Stimme von My Engström Renman mehr als ordentlich, aber ihr fehlt das Freche-Gören-Gen, das die Vorgängerin auszeichnete. Beim eigenen Liedgut wollen Hellsongs unbedingt zeigen, was sie alles draufhaben: Vom Powerpop über die Disconummer bis zur angefolkten Ballade. Und haben sich mitunter zu viel vorgenommen.

Bei den Covern ist die Neuinterpretation von Rammsteins »Engel« durchaus gewöhnungsbedürftig: Uff, wenn Schweden deutsch singen, dann klingt das clumsy! Besser gelingt das Remake bei dem pfiffig in den Countrypop umgemodelten Ronnie James Dio-Song »Stand Up And Shout«. Am unbeschwertesten und authentischsten kommen Hellsongs vielleicht im atemlosen Eigengewächs »Equality« daher, zu dem die Bläser temperamentvoll aufspielen dürfen. Und dass 60ies-Sound und Farfisa-Orgel unbescheiden in den Vordergrund drängen, ist nur zu begrüßen! Insgesamt aber sind Hellsongs hier hörbar in einer Findungsphase zwischen Alt und Neu. Weiter so! (emv)

 Hellsongs: These Are Evil Times

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.hellsongs.com

   

Long Live Lounge
(2012, Tapete/Indigo TR225)

Wenn der Metalhead seine Mutti zum Konzert ausführen will, um ihr seinen Musikgeschmack nahezubringen, dann eignen sich Hellsongs prima für den Anfang. Und wenn die Göteborger Symphoniker mit von der Partie sind, dann kann nichts schief gehen! Auf »LONG LIVE LOUNGE« haben sich Hellsongs für die Live-Aufnahme hochkulturige Mitstreiter aus ihrer Heimatstadt Göteborg mit an Bord geholt, um auf bewährte Art Metal- und Hardrock-Klassiker gehörig gegen den Strich zu bürsten. Die warme Streiche- und Bläserbegleitung verwandelt Slayers »Skeletons Of Society« in eine locker-luftige Sommerpopnummer. Für Hellsongs selbst ist die Erfahrung eines satten symphonischen Klangs der »wahre Luxus«.

Trotz aller leichtfüßigen Lust an der Umdeutung des zu großen Teilen männlich dominierten Metal-Liedgutes in mädchenhafte Übermuts-Tändeleien liegt mitunter ein Hauch von Wehmut über dieser Aufnahme. Vielleicht geraten gerade deshalb die ruhigeren, reduzierten Stücke wie »Run To The Hills« von Iron Maiden zu innigen, nachdenklichen Kammerballaden. (emv)

   

Minor Misdemeanors
(2010, Tapete/Indigo TR181)

Slayer: Wie süß! AC/DC: So putzig! Iron Maiden: Absolut fluffig! Die Totenköpfe hier sind bunt ausgemalt, denn Hellsongs haben sich auf »MINOR MISDEMEANORS« auf bewährte Weise darangemacht, Metalklassiker mit energischem Charme fürs plüschige Mädchenzimmer umzuinterpretieren. Die Mission: Mit schwingendem Röckchen und augenzwinkernder Ironie eine Bresche ins Bollwerk männlichen Obermachotums zu schlagen. Dann wird eben das perlende Piano zur E-Gitarre!

Erfreulich gibt es zu vermerken, dass das Trio aus einem Fräulein und zwei Herren inzwischen auch eine Eigenkomposition zum Album beizutragen hat und somit demonstriert, dass man durchaus von Apocalyptica lernen kann. Sängerin Siri Bergnéhr hat Vorgängerin Harriet Ohlsson mit rauchzart belegter Stimme überzeugend abgelöst. Swingt, rockt, bluest, hüpft. Nimmt sich selbst nicht zu wichtig. Oberernsthafte Metal-Gralshüter werden wieder schreien: Oberflächliche Trittbrettfahrer, diese Hellsongs! Und nicht verstehen: Es geht doch auch und immer wieder ums Spaßhaben! (emv)

   

Hymns In The Key Of 666
(2008, BMG Classics/Edel 2248)

Solche im Presseinfo fabulierten Legenden sind zu schön, um sie zu übergehen: Die Geschichte dieses Göteborger Trios begann angeblich 2004 in der schwedischen Pampa mit einem Konzert in einer Scheune, wo sie bekannte Metal-Songs auf Folk-Instrumenten nachspielten. Das funktioniert? Aber klar, wenn man nicht sklavisch am Original kleben bleibt! Nun kann die Welt auf ihrem Debüt – in Schweden ist das bereits in die Top Ten geklettert – nachhören, wie sich Iron Maidens »The Trooper« auf akustischer Gitarre und Cello anhört, wie »Symphony Of Destruction« von Megadeath mit Piano und Tambourin eine soulige Wiedergeburt erlebt oder Black Sabbaths »Paranoid« als verhuschte Ballade um die Ecke lugt.

Fantasie haben Harriet Ohlsson und ihre Mitstreiter Johan Bringhed sowie Kalle Karlsson im Übermaß, denn anders könnte man auch satanisch anmutenden Brachial-Rock nicht in freundlich-sonnige Folk-Tunes verwandeln. So wird AC/DCs »Thunderstruck« zur Sitar-begleiteten Lebens-Ode und Saxons »Princess Of The Night« zur swingenden Liebeserklärung. Ob das die Headbanger-Fraktion lustig finden wird? (peb)



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2019, Design & Programmierung: Polarpixel