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Alle Rezensionen zu Ville Leinonen
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Auringonsäde / Pommisuoja
(2011, Fonal Records FR-83)

»AURINGONSÄDE/POMMISUOJA«. Sonnenstrahl und Luftschutzbunker. Um diese beiden gegensätzlichen Pole kreist das 13. Album des eigenwillig-versponnen Nachdenkers Ville Leinonen. Ein Album mit zwei Seelen in der Brust. Heiter, pastoral, naiv und traumverloren die eine. Bedrohlich, anspruchsvoll, experimentell und düster die andere. Und doch passen diese beiden Teile wie Puzzlestücke zusammen, weil sie den luziden, eigenwilligen Blick von Leinonen auf die Dinge glitzernd reflektieren. In früheren Zeiten wäre der Künstler vielleicht ein Seher gewesen.

Leinonen singt auf der hellen Seite im Duett mit PMMP-Sängerin Paula Vesala mit »Ensimmäista Kertaa« (das erste Mal) eines der schrullig-schönsten Liebeslieder, die in den vergangen Jahren in Finnland herausgekommen sind. Voller Naivität, Zärtlichkeit und herausfordender Schrägheit. »Ghandalfin Lento - American Panta« klingt, als ob Vangelis unter die Waldschrate gefallen sei. Die dunkle Seite lebt von bisweilen harten elektronischen Störgeräuschen und entstand aus einer intensiven Begenung des Künstlers mit der afghanischen Theatergruppe d L´Orch d´al-Fajr. In »Operaatio Jääkeihäät, Baghdad« könnte man glauben, dass Frank Zappa in der Operation Desert Storm verloren gegangen sei. Die Einschläge kommen näher. Sicherheit ist nirgends. Genau darum geht es Ville Leinonen: Sich ein Zuhause in der Unbehaustheit zu schaffen und flatternde Fetzen Schönheit genau dort zu entdecken. (emv)



Siehe auch:
Sampo Lassila & Narinkka

Ville Leinonen:  Auringonsäde / Pommisuoja

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.villeleinonen.com

   

Unilehto
(2008, Poko Records POKOCD 352)

Ville Leinonens musikalischer Horizont ist enorm, hinter dem Titel »UNILEHTO« (Traumwäldchen) verbergen sich Volkslieder! Keine Folklore im Sinne von schweißtreibender Polka, sondern Lieder, die fast jeder kennt und (mit-)singen kann.

Als Nicht-Folkloriker und Nicht-Musikakademiker, aber mit Rock- und Pop-Vergangenheit geht Ville Leinonen die Lieder sehr unverkrampft an; trotzdem merkt man tiefes Verständnis und Liebe zum Detail. Seine Band spielt weitgehend akustisch und fast immer ohne Schlagzeug, die Arrangements sind nicht sparsam, sondern gefühlvoll aufs Wesentliche reduziert – dem Romantiker in sich kann er nicht entkommen. Außer bei »Hyvää Hyvää Iltaa«, hier (ein Abendlied!) lässt er es vergleichsweise richtig krachen. Erschreckt er damit nicht die vielen kleinen lieben Tierchen auf dem Cover? Nein, ganz sicher nicht, mit dem letzten Abendlied (»Iltalaulu«) vertreibt er böse Träume schon im Anflug. (tjk)

   

Suudelmitar
(2007, Fonal Records FR-53)

Nach Rock mit Valumo und einer CD gewordenen Hommage an Evergreens, Schlager und Tango aus Zeiten seiner frühesten Kindheit (»HEI«) hat Ville Leinonen sich selbst gefunden. »Balladen aus dem Wald und von der Meeresküste« untertitelt er seine CD »SUUDELMITAR«, die Küsserin. Leinonen ist großer Romantiker, eines seiner Vorbilder ist Serge Gainsbourg: Dessen Atem spürt man in »Taiwanin Kuut«, einem traumhafen kleinen Liebeslied. Aber auch einen Anflug von schrägem Humor, wenn in eben diesem Song ein Tischtennisball auf die Platte tropft.

Feinsinnige Arrangements mit akustischen Gitarren, Kontrabass, Flöte und Backgroundsängerinnen bestimmen die Atmosphäre der durchweg ruhigen Songs; Sitar, Tabla und Hall erinnern an 70er-Psychedelik, konterkariert von Trompete – darauf muss man erst mal kommen. In Leinonens Songs landen Traumboote im Morgengrauen, die Sonne schickt wärmende Strahlen durch frostige Luft. Er beschreibt durchwachte Nächte im Bossa-geschwängerten »Wien« und schickt Luftküsse, »Lentosuudelmat«, an seine Liebste. »SUUDELMITAR« ist ein einziger knapp 47 Minuten langer Kuss. (tjk)

   

Hei!
(2007, Poko Records POKOCD 331)

Das muss man sich erst mal trauen: eine komplette CD mit Schlagern aus frühester Kindheit, ohne Retro-Spektakel und Ironie. Ville Leinonen lässt den alten Songs ihre Würde und veralbert somit weder deren damalige Interpreten noch Fans.

Klar, dass dann die neuen Interpretationen mit der Qualität der Songs stehen und fallen. Aber Leinonen besitzt Gespür für kleine Gesten wie für große Balladen: Der Titeltrack stammt von Julio Iglesias und orgelt 6½ Minuten. Richtig gut aber »Etsin Kunnes Löydän Sun«, das als »Oasis« von Toto Cutugno stammt und dementsprechend neuer ist. »Ihana Aamu« fängt 70er Disco ein, mit »Hiekkarantaa« ehrt er den Komponisten Veikko Samuli und einen kleinen MySpace-Hit hat Ville Leinonen auch: Die sanfte Bossa »Pieni Ja Lämpöinen« war aber auch schon früher mehrfach in den Charts. Eine charmante Verbeugung vor den damaligen Komponisten, Textern und Interpreten ist zudem das schöne Booklet. (tjk)



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