Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Maja Solveig Kjelstrup Ratkje
(Genre »Avantgarde«, Land »Norwegen«)

 

River Mouth Echoes
(2008, Tzadik TZ8051)

Sie ist so etwas wie Norwegens geniale Störenfriedin, eine musikalische Krawallmacherin und Querschlägerin. Mit ihrem Duo Fe-mail ist Maja Ratkje für Teile des heftigsten Elektronik-Krachs des Landes zuständig. Mit Frode Haltli hat sie auf »PASSING IMAGES« eine zum Träumen schöne CD eingespielt. Hier nun geht es um ihr Werk als Komponistin.

Dabei ist der letzte Track der Kern, die Erklärung aller vor- herigen – und das älteste Stück der CD. Ein Tenorsaxophon jagt seine eigenen, elektronisch prozessierten Klänge, und wird wiederum von reiner Elektronik, fremdartigem Geräusch gejagt. So ist das in allen Stücken: Die Elektronik bewegt sich zwischen extremsten Polen: Sinuston und weißem Rauschen, endlosen Flächen und harten Schnitten, extremer Dichte, Lautstärke und Stille. Die Instrumente sind entweder Vermittler zwischen den Polen, wie das Saxophon, das manchmal in den Elektronik-Farben ganz aufgeht. Und mal imitieren die Instrumente den elektronischen Gestus – das Ensemble Oslo Sinfonietta mit gewaltigem Schlagwerk und Thriller-Dramatik, die vier Gamben-Spieler von Fretwork sinnlich-klangvoll und die Extreme ihrer Instrumente auskostend.

Der vielleicht faszinierendste Track ist »Wintergarden«, ein Stimm-Stück der Vokal-Artistin Ratkje, die sich selbst am Computer verzerrt. Aus der bestechenden Schönheit des gesungenen Klangs tauchen Rilke-Splitter auf, ganz rätsel- haft. Hier wird das ausdruckssichere, experimentierfreudige enfant terrible plötzlich romantisch. (sep)



Siehe auch:
Lasse Marhaug
Arne Nordheim
Poing + Maja Ratkje
Fe-mail

Maja Solveig Kjelstrup Ratkje: River Mouth Echoes

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.ratkje.com

   

Stalker
(2006, Important Records imprec092)

Zwischen den Extremen bewegt sich die Musik von Maja Ratkje: Als Teil der norwegischen Formationen Spunk und Fe-Mail widmet sie sich elektronischem Krach, bei ihrem Solo-Album »VOICE« steht hingegen die wandelbare Stimme der Sängerin zentral. Beim renommierten US-Avantgarde-Label Important Records vereint sie nun beide Pole. Die schöne, auf 500 Exemplare limitierte Picture-LP »STALKER« arbeitet fast ausschließlich mit Stimm-Material, das nach Verzerrung und Verfremdung dann oft nach harschestem Noise à la Merzbow klingt.

Eher eine Platte für Liebhaber also – obwohl kleine Melodien, schwebende Flächen und Gesangsfetzen hinter den spannend gebauten Geräuschwänden immer hörbar bleiben oder mit ihnen verschmelzen. Einmal singt Maja Ratkje mit knarzend verzerrter Stimme hinter statischem Rauschen Bertold Brechts Ballade »Vom ertrunkenen Mädchen« – ganz leise, bewegend und wunderschön lyrisch nach all den Lärmgewittern. (sep)

   

Voice
(2002, Rune Grammofon/Universal RCD 2028)

Allein der bisherige Werdegang der Spunk-Sängerin und Elektronikerin Maja Ratkje lässt Ungewohntes erwarten: Sie spielte in einer Countryband und in einer auf Marschmusik abonnierten Formation. Sie gehört zum Umfeld von Jazzkammer und vertonte Stücke des Komponisten Arne Nordheim. Wo Spunk zuweilen an anarchische »Zirkusmusik on acid« erinnert, sind ihre Solo-Sangesstücke eher dem Wieder- und Weitergeben von vokal-experimentellen Erfahrungen verpflichtet - verweigert sie sich doch zunächst konsequent dem Korsett von Rhythmus oder Refrain.

Aufgenommen wurden die Songs mal in einem Fahrstuhl, mal in einem Parkhaus, mal hoch oben auf einem Dach. Und Ratkje lässt die Stimmbänder vibrieren, lässt sie elektronisch verfremdet wiederhallen und wird nicht müde, immer wieder die Sprengkraft der Stimme zu beweisen. (frk)



Siehe auch:
Spunk
Jazzkammer
Slugfield



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2018, Design & Programmierung: Polarpixel