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Alle Rezensionen zu Wildbirds & Peacedrums
(Genre »Avantgarde«, Land »Schweden«)

 

Rhythm
(2014, The Leaf Label/Indigo)

Grausame Zärtlichkeit. Puristische Wildheit: Im musikalischen Universum der Eheleute Mariam Wallentin und Anders Werliin existieren nur zwei feste Größen: Stimme und Schlagwerk. Und sonst nichts. Auf dem vierten Album »RHYTHM« haben sich Wildbirds & Peacedrums auf die archaische Essenz ihrer Kunst besonnen. Auf die tribalen Wurzeln. Wer nun glaubt, das müsse im Ergebnis minimalistisch klingen, der hat sich getäuscht: Hoch komplex kommen Tracks wie »Mind Blues« daher: Hier wie mit Gongs und Rasseln eine gleichermaßen anarchische wie existentialistische Hexenbeschwörung betrieben. Die übrigens durchaus Anleihen bei jazziger Improvisationslust aufweist. Das Album dreht sich laut Mariam Wallentin um Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung - und den Kampf dagegen. Diese Fehde gegen (innere) Dämonen fechten die Schweden mit hoher Intensität aus.

»RHYTHM« ist ein höchst beunruhigendes Album, dessen emotionale Intensität mitunter schwer zu ertragen ist. Das atemlos macht. Tracks wie »Soft Wind, Soft Death« entwickeln mit repetitiven, vertrackten Trommeleien eine unheimliche, unwiderstehliche Sogwirkung und treffen unmittelbar ins Herz: Kein Wunder, sind diese Songs im Stockholmer Studio des Duos meist in einem oder zwei Takes entstanden. Wobei man sich direkt gegenüberstand und direkt in die Augen blickte. Dass durch diese dunkel funkelnden Album kleine Duftmarken an Rhythm´n´Blues-Einflüssen und triphoppigen Spielereien setzt: Das erschließt sich erst beim dritten Zuhören. Denn der scheinbare Minimalismus birgt das größte Potenzial an musikalischen Überraschungen, die sich in den entlegenen Ecken verbergen. Puuuh! (emv)



Siehe auch:
Tonbruket
LabField

 Wildbirds & Peacedrums: Rhythm

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.wildbirdsandpeacedrums.com

   

Heartcore
(2008, Leaf Label BAY61CD)

Es ist ein Motto, was der Hippie-Zeit entstiegen sein könnte: Zurück zur Natur, zurück zur Ursprünglichkeit. Reduktion heißt die Formel, die hier alles fest im Griff hat. So fest, dass es beinahe schmerzt. Wenn Mariam Wallentin ihre Stimme die Klippen herunterstürzt, leiert, leidet oder den Blues auf die Stimmbänder spannt, dann ist das der Gradmesser, ob dieses Album funktioniert. Wer sich damit arrangieren kann (die- oder derjenige mag vermutlich auch Hanne Hukkelberg, Coco Rosie, Björk oder Mary Margaret O'Hara), dann entfaltet sich ein entrücktes Werk. Die A-capella-Versatzstücke sind da nur die Ankerpunkte eines ungewöhnlich strukturierten Albums.

Heidnische Rhythmen, die skellettiert umso wirksamer ihr störrisches Spiel entfachen sind das Werk von Andreas Werliin, der die andere Hälfte dieses urtümlichen Projektes ausmacht. Es sind Skizzen eines Zaubers, die verhangen in der Luft stehen. Spirituelles Kraut, was eine eigenartige Stimmung hervorruft: immer auf dem Grad zwischen Bedrohung und Friedfertigkeit. Dazu ertönt das abseitige Klickern von Radspeichen, von ekstatischem Handclapping und unheilvollem Rauschen. Ein Album für Spezialisten, knorriger Freak-Folk der Sonderklasse. (maw)



Siehe auch:
Mariam The Believer
Hanne Hukkelberg
Fire!
Mariam Wallentin mit Anders Jormin



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