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Alle Rezensionen zu The Dø
(Genre »Pop«, Land »Finnland«)

 

Shake Shook Shaken
(2014, Embassy Of Music)

Bei oberflächlicher Betrachtung sieht es so aus, als ob Olivia Merilahti ein ganzes Album lang nur flehen täte. Dieser Eindruck täuscht aber ungemein! Denn die weibliche Hälfte und Sängerin des finnisch-französischen Duos The Dø ist alles andere als ein zartes Wesen. Auf dem dritten Album »SHAKE SHOOK SHAKEN« ist die Diseuse nämlich eine scharfe Beobachterin spätkapitalistischer Gesellschaftsriten, deren Absurditäten sie mit surrealistischer Poesie begegnet. Und mit »Sisu«, der legendären finnischen Durchhaltekraft! Und nein, mit Olivia Merilahti ist überhaupt nichts verkehrt, und ein bisschen melancholisch sein wird man mitunter ja wohl dürfen!

Und wer sich jetzt vor intellektuellen Höhenflügen fürchtet, der sei beruhigt: Diese eleganten elektronischen Tracks sind überaus tanzbar, von ansteckender Lebendigkeit und im allerbesten Fall wie im Glanzstück »Keep Your Lips Sealed« sogar hochgradig ansteckend! Man summt diesen Song den ganzen Tag vor sich hin! Drei Jahre hat es gedauert, bis The Dø nun endlich wieder neues Material vorlegen - und das Warten hat sich gelohnt! Denn das Duo traut sich mit entwaffnender Dreistigkeit, in Songs wie »Despair, Hangover & Ecstasy« die 70er-Synthies so weit aufzudrehen, dass Altmeister Vangelis seine wahre Freude hätte! Nur um im reduzierten Piano-Stückchen »A Mess Like This« kammerpoppige, taubengraue Melancholie zu zelebrieren. Man wird hier in der Tat emotional ganz schön durchgeschüttelt, und das ist gut so! (emv)

The Dø: Shake Shook Shaken

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/thedoband

   

A Mouthful
(2008, Get Døwn)

Der Macht des Zufalls ist es zu verdanken, dass Dan Levy und Olivia Bouyssou Merilahti sich bei den Arbeiten zum Soundtrack des Films »Das Imperium der Wölfe« so innig verstanden, dass der französische Komponist und die finnische Sängerin auch darüber hinaus ein Team bildeten. Dass sie damit Nummer 1-Erfolge in Frankreich verbuchen können, ist so ein weiterer Zufall.

Dabei wirken die Songs nicht auf die Charts-Kundschaft ausgerichtet, sind in ihrem Verständnis zu turbulent. Das bewusst Unfertige, die wilde Überdehnung, das rasselnd Abstrakte (wie auf »Playground Hustle«) sind ein konzeptueller Faden, der nur durch vertraute Popmusik zerrissen wird. Die stimmlichen Ungeschultheiten Olivias erinnern dabei an die hinreißenden Werke der Cardigans – das Spontane und Unfertige auf instrumentelle Seite prägt ein charmantes, teils kopfloses, aber immer eingängiges Album, das sich zwischen Pop, Folk und DIY-Rock nicht entscheiden kann. Und es auch nicht muss. (maw)



Siehe auch:
Cardigans



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