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Alle Rezensionen zu Jan Sandström
(Genre »Klassik«, Land »Schweden«)

 

Jan Sandström: Från Mörker Till Ljus (nach Gedichten von Folke Isaksson)
(2007, Swedish Society Discofil SCD1136)

Inspiriert von der mittelalterlichen Kirche im schwedischen Gammelstad schrieb Folke Isaksson seinen Gedichtband »Från mörker til ljus« (Von der Dunkelheit zum Licht) – eine Mischung aus Alltagsbeobachtung und religiöser Betrachtung, angeregt von Details in der Kirche. Jan Sandström hat diese Texte nun sehr behutsam vertont – und bei einigen von ihnen sogar ganz auf Musik verzichtet. Die liest Sven Wollter mit feierlicher, sonorer Stimme, die anderen singt der hervorragende Bariton Peter Mattei, begleitet vom Norrbotten Chamber Orchestra.

Das Orchester rahmt die Textteile mit schlanken, locker an romantischer Tonalität orientierten Instrumentalteilen – die sich immer wieder schwelgerisch und zutiefst emotional ballen. Diese Emotionalität trägt auch Mattei in seiner Stimme. Er schafft so den Spagat zwischen schlichter Beobachtung und religiöser Verzückung, ohne dass es peinlich würde. Text, Gesang, Musik – so vorsichtig und so gelungen verwoben gelingt das selten in der Neuen Musik. Auch wenn die Tonsprache von Sandström eher im 19. Jahrhundert ihre Wurzeln hat. (sep)

Jan Sandström: Jan Sandström: Från Mörker Till Ljus (nach Gedichten von Folke Isaksson)

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.jansandstrom.com

 

Christian Lindberg conducts Jan Sandström
(2011, BIS BIS-CD-1748)

In Schweden gehört der 1954 geborene Jan Sandström zu den bekanntesten und meistgespielten Komponisten zeitgenössischer Musik; hunderte Aufführungen und zahllose CD-Veröffentlichungen seiner Werke zeugen davon. Doch hierzulande ist wenig von diesem Status zu erahnen, vermutlich weil sein Stil aus unserer Sicht weder »typisch nordisch« noch spektakulär und radikal anders ist, also dem Publikum keine konfrontativen Zumutungen bietet, sondern vielmehr elegant an die emotional griffigen Strömungen des letzten Jahrhunderts anknüpft.

Jan Sandströms Schwerpunkt liegt auf Vokal- (Lieder, Opern, Chormusik) und Orchesterwerken, und für die Erstbegegnung mit seinen Orchesterkompositionen bietet die vorliegende CD einen sehr guten, auch vielseitigen Querschnitt: Angefangen bei seinem ersten Orchesterstück »Éra« (altgriechisch für Erde), das er Ende der Siebziger Jahre als 25-Jähriger schrieb, über »Indri«, 1988 im temporären Exil auf Capri entstanden, über das zur selben Zeit fürs schwedische Fernsehen entstandene Ballett »En Herrgårdssägen«, einer Romanadaption nach Selma Lagerlöff, hier in Form der 2004 zusammengestellten, knapp halbstündigen Suite für Orchester vertreten ist, bis hin zum 1999 komponierten »Ocean Child« - wobei eher sperrige Aspekte, etwa Sandströms jahrelange Beschäftigung mit spektraler Musik, auf dieser CD nicht hervortreten.

Dem ältesten und dem jüngsten dieser Stücke ist gemein, dass Kindheitsträume aufgegriffen werden, in »Éra«, das zudem auf den Ikarus-Mythos verweist, erinnert sich der im nördlichsten Teil Schwedens Geborene an Alpträume aus seiner eigenen Kindheit, während für »Ocean Child« eine Taucherfahrung mit seiner Tochter den Auslöser gab und er den Versuch unternahm, kindliche Naivität, Neugier und Musikträume der Kindheit einzufangen. Jan Sandström strebt gern das Einfache aber Vitale, eine Buntheit und zugleich Klarheit an, die ihn beim Konzertpublikum offenkundig beliebt gemacht hat. »Ocean Child« nennt er »eine Hommage an das Leben«.

Der international höchst aktive Dirigent Christian Lindberg, als Posaunist selbst Widmungsträger von Sandström-Werken (nachzuhören auf der Schwester-CD »Lindberg plays Sandström«), ist seit vielen Jahren mit dem Komponisten und seinem Oeuvre vertraut und leitete souverän das Isländische Sinfonieorchester in Reykjavík im Mai 2008. (ijb)



Siehe auch:
Lindberg dirigiert und spielt Ole Olsen
Lindberg dirigiert Allan Pettersson
Erik Westbergs Vokalensemble
Isländisches Sinfonieorchester spielt Jón Nordal

Jan Sandström: Christian Lindberg conducts Jan Sandström

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.jansandstrom.com



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