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Alle Rezensionen zu It's A Musical
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

For Years And Years
(2012, Morr Music/Indie Morr110)

Diese pastellfarbene Schlaumädchenmusik steht auf der Kante und kippelt, aber niemals! niemals! würde sie kopfüber in die seichteren Gewässer des Tweepop stürzen. Das schwedisch-deutsche Duo Ella Blixt und Robert Kretzschmar kommt auf seinem Zweitling »FOR YEARS AND YEARS« zwar bisweilen naiv-großäugig daher, aber harmlos sind diese beiden mitnichten. Kleine Alltagsdramen und beiläufige Garstigkeiten in der Paarbeziehung sind Teil dieses desillusionierenden Prozesses, der sich Erwachsenwerden zwischen 20 und 30 nennt. It´s A Musical geben selbstironische Lebenshilfe, wenn sie in der Hausapotheke des handgemachten Indiepops kramen und mit Casio-Orgel, Schlagzeug und himmlischem Harmoniegesang die dunkel dräuenden Klippen arrivierter Bürgerlichkeit umschiffen.

Sie tun dies, in dem sie die Segel ihres kleinen Bötchens mit einer fluffig-weichen Brise aufblähen und von den wohlwollenden Wellen eines lässigen 60ies-Retro-Charmes tragen lassen. Hat sich etwa Holly Golightly vom Establishment einkassieren lassen? Richtig geglückt ist dem Girl-Boy-Gespann vor allem das Titelstück »For Years And Years«, das vor raffinierter Einfachheit nur so funkelt und diesen kleinen Touch Traurigkeit enthält, der so richtig ans Herz geht. Oder das naseweise »Point Back«, das auf die subtil-verspielte Weise Widerstand gegen patriarchale Denkmuster leistet. Was tun uns doch all die Fische leid, die tief unten im dunklen Ozean schwimmen und sich nicht nach oben trauen, singen die beiden im »Fish Song«, und die Marimba steppt dazu. (emv)

 It

Offizielle Website

Offizielle Website      http://myspace.com/itsamusicalberlin

   

The Music Makes Me Sick
(2008, Morr Music MM086)

Berlin ist für eine ganze Reihe amerikanischer, aber vor allem skandinavischer Musiker in der letzten Dekade zum attraktiven Zweitwohnsitz geworden. Die Mieten sind billig, die Auftrittsmöglichkeiten und Synergieeffekte zumindest akzeptabel. Ella Blixt aus Malmö suchte in der deutschen Hauptstadt nach Inspiration – und fand sie bei Robert Kretzschmar.

Zusammen überbrückten sie Distanzen und fanden sich an einem Ort, der »Pop« betitelt ist. Roberts perlendes Klavier tunkt in wohltuendem Balsam und findet seinen Widerpart in Ellas Stimme, der er auch ab und an selbst umspielt. Sanftes Storytelling rundet die Ecken und Kanten des Lebens zumindest etwas ab – und sei es mit gewitzter Lakonie. Zwischendurch lässt sich der Drumcomputer blicken, stört nicht, zeigt sich vielmehr emphatisch und gefühlvoll wie dieses Debüt. Große Raisonneure der alten Schule sind sie beide nicht. Eher völlig harmlos. Das macht aber nichts, wenn sie weiterhin so weitschweifige, liebenswürdige und beschützenswerte Kleinode produzieren, die in ihrer Machart jegliche Sympathiekärtchen in die Luft schnellen lassen. (maw)



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