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Alle Rezensionen zu Lau Nau
(Genre »Avantgarde«, Land »Finnland«)

 

Nukkuu
(2008, Fonal Records FR-56)

Das Wesen des Wiegenliedes ist das Beruhigende, Einlullende. Und hier scheitert Laura Naukkarinen unter ihrem künstlerischen Alter Ego Lau Nau grandios. Schlafen kann man nach diesen beunruhigenden Songs nicht. Denn auf ihrem zweiten Album »NUKKUU« (Schlaf) – übrigens veröffentlicht vom besten skandinavischen Label für absonderliche und experimentelle Töne, nämlich Fonal – ist die junge Sängerin und Mutter bestens beheimatet irgendwo weit draußen, wo sich die Gewissheiten verflüchtigen. Sagen wir doch gleich: Im tiefen, tiefen Wald. »NUKKUU« klingt so, also würden alle übernatürlichen, geliebten Wesen unserer Kinderbücher vom kleinen Wassermann über die kleine Hexe bis zum kleinen Gespenst ein konspiratives Treffen abhalten. Und dabei auf allen absonderlichen Instrumenenten wie verstimmten Gitarren, verhaspelten Spieldosen und verirrten Kirchenglocken spielen. Wobei irgendein neuzeitlicher Geist (der kleine Vampir etwa?) den elektronischen Spielkram mitgebracht hat. Da kommen dann verhuschte Spielarten von Drone und Ambient ins Spiel.

Über allem liegt die naiv suchende Stimme von Lau Nau, die wie ein Irrlicht zwischen Bäumen hin- und herflirrt und keine rechte Heimat finden will. Die aber wie der fliegende Robert im Struwwelpeter wider alle Vernunft das macht, was sie nicht soll und sich an ihr Schirmchen klammert und vom Wind weggetragen und fortan nicht mehr gesehen wird. Versuche einer doch nur, sie zu greifen. Geht nicht. Auch wenn man laut ruft »Ätsch! Das ist doch nur Freak Folk!« Da lacht Frau Naukkarinen doch spöttisch und verschwindet noch tiefer im Wald. (emv)



Siehe auch:
Hertta Lussu Ässä
AGF & Various

 Lau Nau: Nukkuu

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.haamu.com/launau

   

Valohiukkanen
(2012, Fonal Records FR88)

Das Diesseits und das Jenseits. Zwischen beiden Gefilden wechselt Laura Naukkarinen scheinbar mühelos. Und entdeckt bei ihren Grenzgängen unerwartet Neuland: Wie sonst ist es zu erklären, dass mit »Kuoleman Tappajan Kuolema« plötzlich ein veritabler (gleichwohl todesbessener!) Synthie-Disco-Track im bisher weitgehend handgemachten weirdfokigen Universum von Lau Nau Einzug hält? Mit dem dritten Album »VALOHIUKKANEN« (Lichtteilchen) hat sich die Musikerin fast fünf Jahre Zeit gelassen. Zeit für Veränderungen: Der neue Longplayer wurde größtenteils auf der Insel Kemiö im Turkuer Schärengarten aufgenommen. Möwen schreien. Und die charakteristisch feingliedrigen Vocals der Sängerin heben sich vor der neu entdeckten Lust am rhythmischen Schlagwerk um so intensiver ab.

Enges Schubladendenken. »Da lache ich nur«, denkt sich Lau Nau. Und wählt den eigenen Pfad ins Unterholz, auf dem mitunter garstige Waldgeister ihr Unwesen treiben. Ist bei aller untergründigen Unheimlichkeit von delikater Zartheit eigen ist. Selbst im heimlichen Höhepunkt des Albums, dem folkballadigen »Juokse Sinä Humma«, der als Track das Potenzial zur Hymne hat und trotzdem schwer zu greifen ist. Mit »Paper Thin« gibt es hier erstmals auch einen englischssprachigen Song, ein weiterer Aufbruch ins Unbekannte. Experimentell bleibt Lau Nau allemal: Aber dabei sprüht sie vor eigensinniger Lebendigkeit! Und ist bei aller Komplexität von unbändiger Leichtigkeit! (emv)



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