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Alle Rezensionen zu Åse Teigland
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Stille
(2008, Norcd NORCD 0877)

Der Titel des Albums bedeutet nicht etwa, wie man meinen könnte, »Stille«, sondern »Stimmung« – die Art und Weise also, wie die Saiten einer Hardangerfiedel für ein bestimmtes Stück gestimmt sind. Dieser Eigenart der zentralnorwegischen Fiedel-Musik, die eine wahre Wissenschaft rund um das ebenso schöne wie äußerst kompliziert zu spielende Instrument ist, hat Åse Teigland diese Sammlung von 21 Solostücken gewidmet. Und wenn man hier jene Frau spielen hört, die als erste weibliche Musikerin überhaupt 2005 den Hauptpreis beim Volksmusik-Wettbewerb Landskappleiken gewann, dann weiß man, warum. Sie ist keine Nostalgikerin. Sie hält eine Tradition lebendig, mit aller Energie, die sie hat.

Diese Lebendigkeit, aber auch eine fast penible Ernsthaftigkeit durchdringen ihr Spiel. Hier sitzt jeder Ton, jeder Schleifer, jede der so typischen, manchmal absurden harmonischen Wendungen. In ihrem Spiel ist eine Härte und Brillanz, die sich sehr vom klassischen Geigenton unterscheidet: Direkter, ungekünstelter, archaischer. Und trotzdem ist das Fiedelspiel Feinstarbeit. Die Veränderungen innerhalb der Stücke sind minimal, und um aus ihnen Spannung herauszukitzeln, müssen Tonlänge und Tonhöhe, Klangfarbe und Verzierungen perfekt miteinander korrespondieren. Åse Teigland macht vor, wie das gehen kann. Und wie man eine reiche musikalische Tradition in die Gegenwart retten kann, ohne sie wie im Museum auszustellen oder durch Crossover-Zugeständnisse zu verwässern. Hut ab vor dieser Musikerin und diesem Album! (sep)



Siehe auch:
Dei Beste Damene

Åse Teigland: Stille



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