Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Wardruna
(Genre »Folk«, Land »Norwegen«)

 

Skald
(2018, By Norse/Membran -)

»SKALD« ist ein Akustikalbum mit Stücken von Wardruna und neuem Material, das Einar Selvik »live« im Solslottet Studio in Bergen aufgenommen hat. Als Produzent und Hintergrundsänger war der neue Enslaved-Schlagzeuger Iver Sandøy dabei, mit dem er bereits als Zweiergespann die Alben »SKUGGSJÁ - A PIECE FOR MIND & MIRROR« (2016) und »HUGSJÁ« (2018) veröffentlicht hat. Eins vorweg: Das Werk ist nicht einfach. Am besten nimmt sich der Hörer eine ruhige Stunde dafür, vielleicht auch ein Glas Wein.

Selbst wer die Band kennt, sollte unvoreingenommen an das Album rangehen, da es so ganz anders ist als das vorherige »RUNALJOD – RAGNAROK«, das Finale der 2008 begonnenen Trilogie. Statt epischer Folk-Ambient-Welten mit ergänzendem weiblichem Mikropart, erklingen hier lediglich spartanisch instrumentierte Gesänge Selviks. Den wegweisenden Einstieg macht das klagende, mit Ziegenhorn untermalte »Vardlokk«. Es folgen »skaldische« Versionen von Wardrunas »Voluspá», »Helvegen« und »Fehu«, mit an charakteristisch Stellen wirkungsvoll eingesetzter stimmlicher Unterstützung Sandøys. Diese werden um neue Weisen im Geiste der Skalden (=höfische Dichter im mittelalterlichen Skandinavien) ergänzt, wie das der Kravik-Lyra Raum gebende »Ormagardskvedi« oder das 16-minütige, ausnahmslos auf Selviks klagende Stimme reduzierte Monumentalstücks »Sonatorrek«. Im Kontrast dazu steht das durchgehend auf der Tagelharpa begleitete, fast wilde »Vindavla«. Eine Scheibe für Liebhaber minimalster Folk-Arrangements – und Einar Selviks Gesang.

PS: Alle LPs und CDs enthalten ein ausführliches Booklet, mit englischen Übersetzungen der Texte und einer Einführung in »Skald und altnordische Lyrik«, geschrieben vom isländischen Autor und Altnordisch-Philologen Bergsveinn Birgisson. (nat)



Siehe auch:
Enslaved


Zu den aktuellen Tourterminen von Wardruna

 Wardruna: Skald

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.wardruna.com

   

Runaljod – Ragnarok
(2016, By Norse -)

Wardruna vollenden mit »RUNALJOD – RAGNAROK« schließlich ihre anno 2008 angefangene Trilogie. Satte 58 Minuten währt die finale Runaljod-Reise durch die Folk-Ambient-Landschaft, geführt von Sänger und Multi-Instrumentalist Einar »Kvitrafn« Selvik, und erneut begleitet von der Sängerin Lindy Fay Hella. Die knappe Stunde Spieldauer wird dem geneigten Hörer allerdings nicht ausreichen, um alle Facetten und Details aufzunehmen … und nebenbei hören gehen schon mal gar nicht. Das Album braucht mehrere Durchläufe und die Bereitschaft des Hörers sich gänzlich auf die zehn Stücke einzulassen.

Bekannt von den ersten beiden Teilen der Trilogie sind die historische, akustische Instrumentalisierung sowie die mystische Stimmung – diesmal jedoch beschwörender, beklemmender als je zuvor. Bereits der Opener »Tyr« basiert auf düsteren Gesängen und bedrohliche Trommelrhythmen, doch steigern schon die ersten Takte des folgenden »Urur« die unheimliche Atmosphäre noch weiter. Musikalische Neuerungen sind die Verwendung skandinavischer Bronzeluren und die schaurig-schönen Gastauftritte des Kinderchors »Skarvebarna« sowie Selviks eigener Kinder, die beim Hörer eine Gänsehaut erzeugen (»Wunjo«). Einzelne Songs hervorzuheben, fällt schwer. Jedes Lied hat seinen ganz eigen(willig)en Charakter und einen verdienten Platz im Gesamtkunstwerk.

Für Fans der ersten beiden Scheiben, Liebhaber nordischen Folks – und alle aufgeschlossenen Hörer. (nat)

   

Yggdrasil
(2013, Indie Recordings INDIE104CD)

Wardruna haben viele Konzerte gespielt, dann drei Jahre am Nachfolger von »GAP VAR GINNUNGA« gearbeitet – und schon sind wir im Jahr 2013. »YGGDRASIL« ist nun endlich das zweite Album der geplanten »Runaljod«-Trilogie. Hier interpretieren Multi-Instrumentalist / Songwriter Einar Kvitrafn Selvik, die Sänger Kristian Espedal alias Gaahl (Ex-Gorgoroth) und Lindy Fay Hella das »Futhark«, genauer: dessen zweites Drittel. Dabei unterstützen das Trio zwei isländische Gäste: Der Komponist Hilmar Örn Hilmarsson sowie der führende Rímur-Sänger Steindór Andersen.

Den Folk-World-Ambient-Mix haben die Musiker sowohl in Kvitrafns Fimbulljóð Studio aufgenommen, als auch im Freien, mit traditionellen und nicht-traditionellen Instrumenten, ergänzt durch Geräusche von Wasser, Bäumen, Felsen. Das Ergebnis sind elf intensive, mystisch-meditative, rhythmische Stücke, die alle Sinne des Hörers ansprechen, ihn ergreifen und in die altertümliche, magische, nordische Welt entführen. Folge ihnen … (nat)



Siehe auch:
Gorgoroth
Hilmar Örn Hilmarsson

   

Gap Var Ginnunga
(2008, Indie Recordings/Soulfood INDIE024CD)

Ein Exot des Metal-Labels Indie Recordings: Das Debüt von Wardruna ist das erste Album einer geplanten »Runaljod«-Trilogie, die mit Ambient-artigen Folk-Klängen das altnordische Runen-Alphabet interpretiert. Hinter Wardruna steckt Einar Kvitravn Selvik: Mitglied norwegischer Black-Metal-Truppen wie Jotunspor, Sahg oder Gorgoroth – deren Mitglieder wegen Entführung, Vergewaltigung und illegalen Waffenbesitzes vor Gericht standen.

Mit Wardruna zeigt sich der böse Bube jedoch vergleichsweise handzahm: Auf Rahmentrommeln, Ziegenhörnern, Maultrommeln, Luren und Fiedeln spüren sie, teils im Freien an symbolträchtigen Orten aufgenommen, den musikalischen Wurzeln des nordischen Heidentums nach – und damit auch des Black Metal. Das klingt teils stimmungsvoll, erreicht aber bei weitem nicht die Finesse echter Wikingerfolk-Experten wie Krauka. Und wovon die Texte handeln, sollten wir lieber auch nicht fragen ... schade, dass viele Schwarzmetaller noch immer meinen, sich mit fragwürdigen Themen im Dunstkreis von Nazi-Kult beschäftigen zu müssen! (peb)



Siehe auch:
Krauka
Gorgoroth



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2018, Design & Programmierung: Polarpixel