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Alle Rezensionen zu Golden Kanine
(Genre »Rock«, Land »Schweden«)

 

Scissors And Happiness
(2009, Stargazer Records golden01)

Golden Kanine wollen die Welt retten. So fängt ihr Debütalbum »SCISSORS & HAPPINESS« gleich mit hohem Anspruch an. An dieser hehren Aufgabe kann man verzweifeln. Oder mit eigenen, geringen Mitteln aufbegehren. Dem Quintett aus Malmö geht es ums Wesentliche: ehrliche, schmerzende Gefühle. Die Schwierigkeit, den eigenen Fokus zu finden. Und von der Freude, vielleicht ein einziges Mal unterwegs die Liebe zu treffen. Die wollmützenbekränzte Band pflegt mit der Unterstützung von Klampfen, eines weltmusikinspirierten Blasmusikinstrumentariums und roher Rock-Unmittelbarkeit den Aufbruch aus den bestehenden Verhältnissen. Irgendwie sind Golden Kanine ewige Hobos, die nirgendwo lange bleiben. Der texanische Wüstenwind nah der Grenze zu Mexiko weht Mariachi-Trompeten herüber. Die sich erstaunlich selbstverständlich mit der osteuropäischen Folklore-Tradition zusammentun. Traurig sind wir sowieso. Aber mitunter ist diese Traurigkeit auch von der wärmenden Art.

Die Stärke von Golden Kanine ist ihr rauher, geradezu unfertiger Ansatz. Schönspielende Perfektion ist ihre Sache nicht, und genau darum geht es hier: Um die viel strapazierte Authentizität. Um das Suchen und Finden der eigenen Stimme. Die beiden Sänger Linus Lindvall und Andreas Olrog sind vom Leben gebeutelte Schmerzensmänner, aber keine Heulsusen, was in diesem Fall kein geringer Verdienst ist. Die Mandoline schluchzt dazu und die Rückkoppelungen der Gitarren heulen auf wie Coyoten. Möge das Unfertige, das Unvollendete siegen. Und vielleicht irgendwann wirklich die Welt retten. (emv)

 Golden Kanine: Scissors And Happiness

Offizielle Website

Offizielle Website      http://www.myspace.com/goldenkanine

   

We Were Wrong, Right?
(2013, Glitterhouse/Indigo)

Ganz schön feierlich kommen Golden Kanine auf ihrem dritten Album »WE WERE WRONG, RIGHT«? daher. Aber das Leben ist eben mitunter eine sehr ernsthafte Sache für die bärtigen Gutmenschen aus Malmö, die inzwischen auf Sextettstärke angewachsen sind. Die Schweden bewegen sich hier behende zwischen schepperndem Retro-Hippie-Rock, gemütvollen Countryklängen und melancholischen Sensibelchen-Balladen. Das Instrumentarium ist wie gewohnt umfangreich, von Banjo über Mandoline bis Trompete. Alles nötig, um sich gegen die unbarmherzig und übervernümftige Erwachsenenwelt zu wehren, wie sie es im vielleicht schönsten Song »Oh They Caught You Too« mit hohem Kampfeswillen zum Ausdruck bringen. Das ist pathetisch, aber ziemlich überzeugend so.

Golden Kanine beherrschen die große Geste, keine Frage. Aber unserem Herzen am nächsten sind sie dann, wenn sie voller weiser Pein den Mond anheulen und in bester Neil-Young-Manier auf unsentimentale Weise zu reduziertem Klampfenklang in »I Know I Had A Heart Once« ihre emotionalen Wunden lecken. Und dabei unmissverständlich klar machen, dass sie niemals, niemals ihre Seele verkaufen werden. (emv)



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