Zur Hauptseite
Diese Seite empfehlen Neuheiten Artikel Service Suche Impressum

Alle Rezensionen zu Sofia Jannok
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

AHPI - Wide As Oceans
(2013, Songs To Arvas/Broken Silence)

Die Joik-Tradition entschieden in die tanzbare Jetztzeit ziehen - das hat sich Sofia Jannok auf ihrem dritten Album »AHPI – Wide As Oceans« vorgenommen. Ohne dabei ihre Wurzeln zu verleugnen! Dass sich das Samische als Idiom des Pop bestens eignet, ist nur eine der unerwarteten Entdeckungen, die es hier zu machen gilt. Dabei ist es hilfreich, dass im liebevoll gestalteten Booklet die Übersetzungen der 14 Songs beiliegen: Das hilft dabei, Zugang zu samischen Sujets wie singenden Seen oder sanftfelligen Rentierkälbern zu finden! Die Musikerin aus Umeå hat keinerlei Berührungsängste vor modernen elektronischen Gerätschaften und findet in Tracks wie »Viviann« hörbaren Spaß an experimentellen Tönen, wie sie die skandinavischen Kolleginnen Björk oder Anna von Hauswolff pflegen. Kühl kommt Jannoks Stimme mitunter daher – aber da ist Feuer unterm Eis.

Einen Hauch von Geheimnis will sich die Sängerin bewahren – und noch ganz nebenbei für die Kultur der Sami werben. Aber keine Sorge, Betroffenheitslyrik ist hier nirgendwo zu finden. Es ist höchstens eine leise Traurigkeit, die durch Songs wie »Gos Don Ledjet« schwingt. Dass Jannok eine kraftvolle Künstlerin mit großer Stimme ist, macht sie in hochemotionalen Songs wie dem eindrucksvollen »Aktonas« deutlich. Oder sie kommt im einzig englischsprachigen Track »Revolution Of The Lake« mit der Intensität einer Schamanin daher und schlägt energisch die Trommel dazu. Die Revolte aus der Arktis, sie kommt! (emv)



Siehe auch:
Björk
Anna von Hauswolff

Sofia Jannok: AHPI - Wide As Oceans

Offizielle Website

Offizielle Website      www.sofiajannok.com

   

Orda - This Is My Land
(2016, Gamlestans Grammofonbolag/Broken Silence)

Auf in die Sami-Disco! Könnte man bei diesen rhythmisch treibenden, sehr tanzbaren Sounds denken. Denn Sofia Jannok geht auf ihrem vierten Album »ORDA - THIS IS MY LAND« den bereits eingeschlagenen Weg weiter: Traditionellen Sami-Folk gekonnt mit modernen elektronischen Klängen zu verbinden. Hinter den eingängigen Sounds aber verbirgt sich eine Botschaft: Wie ihre Landsfrau Sara Ajnnak kämpft die Musikerin aus dem nordschwedischen Umeå dafür, die schwindenden Lebensgrundlagen der Sami-Minderheit im äußersten Norden Europas zu erhalten. Ein politisches Album also: Unbedingt! Aber auch ein sehr tanzbares und

Eine leise Traurigkeit schwingt durch den Titelsong, der gekonnt zwischen Ballade und schamanischer Beschwörung changiert Damit ist aber noch lange nicht Schluss mit den gelungenen Experimenten: Im putzmunteren »Snoejelonnina« entpuppt sich Sofia Jannok als versierte Rapperin, die mit den Wörtern jongliert wie die Artisten im Cirque De Soleil mit Bällen. Die Revolte aus der Arktis, sie ist bereits im Gange! Übrigens: Wer die teils samischen Texte der Songs besser verstehen will: Im beigelegten Booklet liegen die Übersetzungen vor! (emv)



Siehe auch:
Sara Ajnnak

   

Ássogáttis - By The Embers
(2009, Caprice Records/Sunny Moon CAP21801)

Wie schön, dass ein großes schwedisches Klassiklabel die zweite CD einer samischen Sängerin veröffentlicht und dieses Album auch noch den Weg zu uns findet! Das Ergebnis ist aber auch zu erfolg versprechend! Da die nordschwedische Sofia Jannok da mit ihren großen blauen Augen vom Cover blinzelt und ihre Musik durch die träumerischen Pop-Elemente eine fast schon zu penetrante Allgemeinverträglichkeit bekommt, stehen ihr zumindest theoretisch keine Schranken zum Erfolg im Weg.

Vor allem ihr samischer Gesang und der ein oder andere Melodiebogen erinnern an ihre deutlich zur Schau getragenen folkloristischen Wurzeln; abgesehen davon könnte ihr scheuer, teils sinfonisch ausufernder und dadurch verwässerter Piano-Pop auch von einem träumenden Bruce Hornsby stammen – was nun wiederum sehr schade ist. Welch Kontrast zu samisch stärker geerdeten Kolleginnen wie Ulla Pirttijärvi, Inga Juso oder Annukka Hirvasvuopios von der Gruppe Vilddas! Etwas weniger Kitsch bitte, dann ginge das in Ordnung. (peb)



Siehe auch:
Ulla Pirttijärvi
Vilddas



Neuheiten | CD-Rezensionen | Artikel | Service | Suche | Impressum | Datenschutz

CD des Monats | Nach Genre | Nach Land | Nach Musiker | DVDs | Erweiterte Suche

              

© 2000 - 2018, Design & Programmierung: Polarpixel