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Alle Rezensionen zu Norsk Utflukt
(Genre »Rock«, Land »Norwegen«)

 

Det Blå Arret
(2002, Tylden GTACD-8161)

Das norwegische Musikinformationszentrum hat zur Beschreibung dessen, was Norsk Utflukt musikalisch tun, das schöne Wort »Poesie-Blues« erfunden. Puuh! Nur weil hier ein Dichter, genauer gesagt: ein Schriftsteller mitmischt. Lars Saabye Christensen ist ein in Skandinavien vielfach ausgezeichneter Autor. Das Schreiben allein genügt dem Rockfan, der übrigens einen seiner Romane nach den Beatles betitelt hat, offenkundig nicht. Mit ein bisschen Hilfe von seinen Freunden hat er 1991 das Projekt Norsk Utflukt (übersetzt: norwegischer Notausgang!) auf die Beine gestellt. Zu den Freunden gehört der Sänger und Keyboarder Baard Slagsvold, der bei Motorpsycho aktiv war und ansonsten bei der legendären Pop-Spaßstruppe Tre Små Kinesere den Ton angibt. Ach ja, und Experimentaljazzer Bugge Wesseltoft ist als Strippenzieher und Ideengeber mit im Boot.

Das norwegische Musikinformationszentrum trifft die Sache bei seiner Etikettenvergabe nicht ganz. Norsk Utflukt arbeiten mit Blues-Elementen. Aber das reicht ihnen nicht. Jazz, Rock, Folk und hurra: Rap! werden sorgsam geprüft und dann bewusst für die eigenen Zwecke adoptiert. Die von reduzierter Instrumentierung begleiteten Sprechgesänge Christensens sind die eigentlichen Höhepunkte des dritten Album »DET BLÅ ARRET«. Das es hier um lakonisch-intelligente Lebensbeobachungen geht, ist auch ohne Kenntnisse des Norwegischen verständlich. Überraschend aufregend. (emv)



Siehe auch:
Motorpsycho
Tre Små Kinsere
Bugge Wesseltoft

 Norsk Utflukt: Det Blå Arret

   

Med Lyset På
(2008, Blue Wolf BWPCD 1001)

So wird es wohl gewesen sein: Vier grundverschiedene Künstler sitzen eines Abends unversehens am selben Osloer Kneipentisch. Sie finden sich sympathisch, die Gespräche sind anregend, die Ideen fliegen und vielleicht stoßen sie zu später Stunde spontan darauf an, dass sie es miteinander versuchen wollen. Aus Spaß am gemeinsamen Austausch, aus Neugier, aus spontaner gegenseitiger Sympathie. Weil es eine wunderbar verrückte Idee ist! Dem Erstling »MED LYSET PÅ« merkt man die entspannte Schaffensfreude in jedem Song an. Hier sind gestandene Persönlichkeiten am Werk, die den Blues und die Dichtkunst als gemeinsamen Nenner festgelegt haben und offen für alle Eventualitäten sind, die sich daraus ergeben.

Auch ohne jegliche Norwegischkenntnisse ist es offenkundig, dass diese vier Herren nicht über ihre Villa, ihre Yacht und ihren Porsche singen. Sondern entspannt über Lebenserfahrungen, schräge Geschichten und ungerade Wege jammen. Der Erstling von Norsk Utflukt bewegt sich noch innerhalb der sicheren Grenzen der traditionellen Blueswelt. Doch eins ist klar: Der Schriftsteller Lars Saabye Christensen und seine musikalischen Mitstreiter sind bereit, über den Tellerrand zu schauen. Die Grenze zum rappigen Sprechgesang ist schon in Sichtweite. (emv)

   

Diger Og Gul
(1997, Columbia 4873032)

Rauh.Roh. Reduziert. Es kostet Kraft und Disziplin, sich bewusst aufs Wesentliche zu konzentrieren. Aber die schweißtreibende Anstrengung lohnt sich! Auf seiner zweiten Veröffentlichung »DIGER OG GUL« steht das Musiker-Schriftsteller-Kollektiv knietief in louisianischen Sümpfen und huldigt der mächtigen Kraft des Blues und dem nicht minder machtvollen Einfluss des Wortes. Das ist Schwerstarbeit für echte Kerle. Aber die Norweger sind gestandene Männer, die selbstbewusst und kundig ihrer Arbeit nachgehen. Experimental-Jazzer Bugge Wesseltoft mischt bei dieser Aufnahme als Perkussionist mit.

Der Zweitling ist ein Album für die späten Abendstunden. Wenn die Dunkelheit regiert und der neue Tag noch viele Stunden fern ist. Für Stunden, in denen wir unsere Wunden lecken und vielleicht ein wenig weiser werden und uns noch ein letztes Glas Rotwein einschenken. Eigentümlich bestärkend, diese aus Schmerzen geborene Songs. (emv)



Siehe auch:
Bugge Wesseltoft



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