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Alle Rezensionen zu The Exploding Boy
(Genre »Pop«, Land »Schweden«)

 

Afterglow
(2009, AD Inexplorata/Sound Pollution TWANG09)

Die deutsche Underground/Gothic-Szene kennt dank diverser (Club)DJs die Single »London« von The Exploding Boy bereits – und vielleicht schon mehr: Das Lied brachte den Schweden ein Auftritt beim WGT (Wave Gothic Treffen) 2009 ein. Auf »AFTERGLOW«, gibt es außer diesem, sowie der zweiten Auskopplung »40 Days«, noch acht weitere Stücke, allesamt im Indie-Gothic-Pop-Gewand.

Das Quartett um Johan Sjöblom lässt sich zwar von Retrosound und Bands wie The Cure, The Sisters Of Mercy oder Joy Division inspirieren, nimmt diese Einflüsse aber mit ins 21. Jahrhundert und drückt dem zweiten Album seinen eigenen Stempel auf. Dominante, teils akustische Gitarren, vermixen sich mit (manchmal computerspielartigen) Elektrosounds und markantem Gesang zu düsteren, bissigen Liedern – die zwar fast alle tanzbar sind, aber platte Texte vermeiden. Die 2006 gegründete Band meistert getragene Akustikpassagen wie in»See You« ebenso, wie Tanzflächenfüller à la »Desperados«. Ja, von diesen Jungs aus Stockholm werden wir in Zukunft noch hören. (nat)

The Exploding Boy: Afterglow

   

The Black Album
(2011, Soundpollution/Rough Trade)

Diese Synthies haben ein sahnesüßes Lächeln. Aber dahinter verbergen sich spitze Zahnreihen! Denn nur auf den ersten Blick waten die Schweden auf ihrer dritten Veröffentlichung »THE BLACK ALBUM« knietief im vergnügungssüchtigen Plüschsound der 80er. Vielmehr huldigen die Musiker bei genauerem Hinsehen der damals weit verbreiteten Endzeitstimmung. Der Drohung eines näherrückenden Desasters, dem allein mit blasser, überzüchteter, verzweifelter Hingabe zu trotziger Emotionalität Paroli geboten werden konnte. Aber siehe da: Die hedonistischen Dandys sind die wahren Rebellen!

The Exploding Boy packen ganz hinterlistig die wavigen Gitarren und den treibenden Bass aus, um in trotziger Verzweiflung unterzugehen. Und halten dabei den Kopf hoch und singen in Songs wie dem intensiv-sehnsüchtigen »Dark City« ein Hohelied auf Schönheit und Vergänglichkeit. Oder verausgaben sich im nur im Titel harmlosen »Sweet Little Lies« bis zur absoluten Hingabe an eine Hymne, in der die Selbsttäuschung den einzigen Trost bietet. Die Lügen sind das einzige, was uns glücklich macht. Dick aufgetragene dunkelschwarze Gefühle. Irgendwie ganz großes Kino. (emv)



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